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Unrettbar verloren - Die Zentralbanken und das Dollarsystem

03.11.2016  |  Jim Willie CB
- Seite 3 -
Vor einem Monat wurde bekannt, dass zwischen dem 1. Juli 2015 und dem 1. Juli 2016 US-Staatsanleihen im Wert von 343 Milliarden $ von den internationalen Zentralbanken verkauft wurden - ein in diesem Umfang völlig beispielloses Ereignis. Mittlerweile wurden die Daten für den Juli dieses Jahres veröffentlicht und es ist noch schlimmer geworden. Die Gesamtverkäufe der letzten zwölf Monate haben nun ein neues Allzeithoch von 346,4 Milliarden $ erreicht. Damit wurden in diesem Zeitraum US-Anleihen mit einem Gegenwert von mehr als einer drittel Billion liquidiert.

Rufen Sie sich in diesem Zusammenhang noch einmal ins Gedächtnis, dass die Chinesen Ende 2015 innerhalb von drei Monaten US-Treasuries für 250 Milliarden $ auf den Markt geworfen hatten und den IWF damit zwangen, den Renminbi in den offiziellen Währungskorb des Sonderziehungsrechts aufzunehmen. Die massiven aktuellen Verkäufe spielen sich auf globaler Ebene ab. China steht dabei auch heute wieder an vorderster Front, doch nun haben sich auch die Saudis unter die Verkäufer gemischt. Das bankrotte Haus Saud benötigt die Finanzmittel, um den Kollaps des Petro-Dollars auszugleichen und den sprunghaften Anstieg des eigenen Haushaltsdefizits zu bremsen, welches durch den unerhörten Krieg im Jemen zusätzlich anwächst.

Die offizielle Version der Geschichte lautet, dass private Investoren im In- und Ausland die Aktiva im Wert von hunderten Milliarden $ aufkaufen, die die Zentralbanken an den Anleihemärkten veräußern. Eine andere dubiose Geschichte ist die Behauptung, dass die Rendite leicht steigen, weil es erneut Bedenken gibt, dass die Fed, die Bank of Japan und selbst die EZB ihre Anleihekäufe demnächst zurückschrauben könnten.

Ein viel größerer Käufer der Anleihen ist in Wirklichkeit jedoch die Federal Reserve (ganz sicher nicht die Privatanleger), die ihre quantitativen Lockerungen heimlich und ungeheuerlich ausweitet und riesige Mengen der auf den Markt geworfenen US-Schulden aufkauft. Das geschieht allerdings unter einem Mantel der Verschwiegenheit und Geheimhaltung, um das makellose AAA-Rating der toxischen US-Junk-Bonds nicht zu gefährden.

Rechnen Sie damit, dass das Haushaltsdefizit und die Staatsschulden der USA weiterhin monetarisiert werden. Die Finanzierung erfolgt schätzungsweise zu 75% durch die Druckerpressen. Es ist völlig ausgeschlossen, dass die US-Wirtschaft so stark wächst, dass sie den Schuldenberg eines Tages abtragen kann. Stattdessen werden die Schulden so lange monetarisiert, bis eine globale Insolvenz nicht mehr zu vermeiden ist.

Mit Hilfe von QE lassen sich nicht alle verkauften Treasuries aufsammeln, ohne dass dabei ein gewisser psychologischer Schaden entsteht. Das Vertrauen in den US-Dollar schwindet rapide, und zwar auf der ganzen Welt. Die Vereinigten Staaten werden zunehmend isoliert und nicht nur auf finanzieller Ebene, sondern auch mit Blick auf den globalen Terrorismus, gepanschte Impfstoffe und zahlreiche Kriegsherde als Übeltäter identifiziert. Nur meine Meinung.


Chart 4: Belege für die US-Anleiheblase (im Vergleich zu Diamanten)

Die Blase am Markt für US-Staatsanleihen ist die zweitgrößte Finanzblase der Geschichte, nach der Immobilienblase im letzten Jahrzehnt. Die Schuldverschreibungen der USA sind ein gigantisches, staatlich anerkanntes Ponzi-System, welches die Insolvenz der Regierung anzeigt. Die Eliten sprechen indes von der Flucht in einen "sicheren Hafen", obwohl es sich in Wirklichkeit um den Sprung in ein Schwarzes Loch oder in einen Gifttank handelt.

Das Motiv der Vereinigten Staaten ist dabei selbstverständlich, ihre Zinskosten niedrig zu halten, während die Staatsschulden in Richtung der 20-Billionen-$-Marke steigen. Auch seriöses Kapital von diesem gewaltigen Schwarzen Loch angezogen, doch alle Investoren werden schwere Verluste hinnehmen müssen. Die Blase am US-Anleihemarkt wird von drei Hauptfaktoren gestützt: der monetären Hyperinflation der Fed, den Zinsswap-Derivaten und dem Anleihen-Carry-Trade, den die Banken der Wall Street verwalten. Weitere Details finden Sie im aktuellen Hat Trick Letter.

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Das Verhältnis zwischen erstklassigen Assets wie Diamanten, speziellen Edelsteinen, klassischen Gemälden und Skulpturen, besonderen Schmuckstücken, ikonischen Immobilien etc. sollte eigentlich stabil bleiben. Der Preis der US-Treasuries spielt jedoch völlig verrückt und ist auf absolut illusorische Werte gestiegen. Werfen Sie einen Blick auf den ungewöhnlichen Chart über diesem Absatz, der den Wert der Anleihen ins Verhältnis setzt zum Standard-Referenzpreis für Diamanten.

Die hässliche Blase am Anleihemarkt ist deutlich erkennbar. Sie wird genauso platzen wie schon die Spekulationsblase an den Immobilienmärkten vor ihr, womit in den Arenen des idiotischen Mainstreams niemand gerechnet hätte. Der Autor dieses Artikels hat den Einbruch der Immobilienmärkte ein Jahr im Voraus vorhergesagt. Heute sind Diamanten nicht mehr die besten Freunde der Frau. Heute sind es US-Staatsanleihen.



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