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Gold: Warum Fundamentaldaten wichtiger sind als kurzfristige Profite

09.11.2016  |  Claudio Grass
2016 - der Beginn der großen Goldhausse. Das Edelmetall hat in diesem Jahr fast 20% zugelegt, angetrieben von einer Sommerrally, die am 10. Juli ihren Höchststand erreichte. Im Laufe des restlichen Sommers erlebte der Goldkurs ein holpriges Auf und Ab, während die Investoren mit der Frage beschäftigt waren, ob die Federal die Reserve den Leitzins der USA erhöhen würde oder nicht. Diese Volatilität wurde durch die ungeheure Unsicherheit, die an den Goldmärkten vorherrschte, weiter verstärkt.

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Zu viel Vertrauen in das Establishment?

Den Investoren kann man in diesem Fall schwerlich einen Vorwurf machen - nicht, wenn von offizieller Seite so viele irreführende Informationen veröffentlicht werden. Ein Beispiel: Janet Yellen sagte bei der Konferenz der Zentralbanker in Jackson Hole, dass die Argumente für eine Zinserhöhung "stärker geworden" seien, doch sie gibt den Märkten kaum einen Anhaltspunkt bezüglich des zeitlichen Rahmens.

Die Zinsanhebungen würden "Schritt für Schritt" und "im Laufe der Zeit" erfolgen, so Yellen. Diese Aussagen haben einen Teil der Anleger letztlich von Goldkäufen abgehalten, weil viele dem Establishment noch immer vertrauen und die Glaubwürdigkeit offizieller Aussagen nicht in Zweifel ziehen. Eine Anpassung der Zinsen würde den Investoren Alternativen zum Goldbesitz bieten, da Gold keine Rendite abwirft. Darüber hinaus führt ein höheres Zinsniveau tendenziell zum Absinken der Inflationsrate - auch das beeinflusst den Goldkurs negativ.

Doch Überraschung! Die US-Notenbank ist zu dem Schluss gelangt, dass es doch noch nicht an der Zeit ist, die Zinsen zu erhöhen. Wird das die Nachfrage nach Goldbullion wiederbeleben? Die ersten Reaktionen der Märkte scheinen darauf hinzudeuten. Die Entscheidung der Fed gegen eine Zinsanhebung hatte zusammen mit dem schwächeren Dollar und den Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft in Europa und Japan zur Folge, dass die Goldnachfrage wieder anzieht. Der Goldbulle ist noch immer auf dem Vormarsch und er hat genug Energie, um noch eine ganze Weile weiterzumarschieren.

All diese Überlegungen beziehen sich jedoch auf kurzfristige Marktentwicklungen und eine Strategie, nach der physisches Gold nur ein weiteres Asset ist, das man günstig kaufen und hoch verkaufen sollte. Diese Strategie ist durchaus effektiv und hat ihre Berechtigung, doch Gold ist weit mehr als das. Wir möchten alle Investoren dazu ermutigen, die großen Zusammenhänge im Blick zu behalten und auf langfristige Goldanlagen zu setzen, statt in Reaktion auf die Zinsentscheidungen der Fed kurzfristigen Profiten hinterherzurennen.


Falls Sie es noch nicht gehört haben: Unser System versagt!

Wie so viele andere Marktbeobachter haben auch wir unsere Leser wiederholt vor dem Versagen des derzeitigen Systems gewarnt, welches eine Folge der Schäden ist, die die expansive Geldpolitik der Zentralbanken angerichtet hat. Wir wiederholen an dieser Stelle unsere frühere Warnung: Das aktuelle System wird sich unweigerlich "abschalten" und nicht mehr in der Lage sein, all das zusätzliche Geld zu absorbieren, das permanent in die Märkte gepumpt wird.

Die Zentralbanken können angesichts der heutigen Lage nur verlieren: Durch die Fortsetzung der Politik der niedrigen bzw. negativen Zinsen werden sich die trügerischen Kreditblasen nur weiter aufblähen und fatale Folgen für unsere Volkswirtschaften mit sich bringen. Sollten sich die Notenbanken dagegen für eine Anhebung der Zinsen entscheiden, werden sie zweifellos eine heftige Rezession auslösen. Sie geben ihr Bestes, um dies zu vermeiden, doch ein solches Endergebnis ist unumgänglich.

Schon die Österreichische Wirtschaftsschule warnte vor diesem Szenario: Je länger wir warten, desto schlimmer werden die Konsequenzen sein. Die Weltwirtschaft durchläuft derzeit einen zyklischen Abschwung, sie stirbt sozusagen einen langsamen Tod. Die Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsen unverändert zu lassen, bestätigt diese Einschätzung.

Abgesehen von diesen schon seit Längerem bestehenden Herausforderungen, kommen in den nächsten Monaten zusätzliche politische Risiken und entscheidende Ereignisse auf uns zu, wobei die Präsidentschaftswahl in den USA das bedeutendste ist. Die Umfragewerte zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten. Gleich nach der ersten TV-Debatte hat die Citigroup die Wahrscheinlichkeit eines Sieges von Donald Trump von 35% auf 40% erhöht. Was würde das für Gold bedeuten?


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