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Die Welt driftet auseinander - Vermögensschutz hat oberste Priorität

18.11.2016  |  Andrew Hoffman
Seitdem ich am Samstag meinen letzten Audioblog-Beitrag aufgenommen habe, ist in Reaktion auf die "schockierenden" Wahlergebnisse vom letzten Dienstag viel geschehen. Praktisch alles davon war negativ. Der einzige Lichtblick ist die schwammige Hoffnung, dass Donald Trump auf magische Weise den rapiden Kollaps der Wirtschaft aufhalten, die starken geopolitischen Spannungen verringern und die eskalierende soziale Unzufriedenheit eindämmen kann.

Sie wissen schon - wir haben es hier mit dem gleichen idiotischen Glauben an ein "free Lunch" zu tun, der die Welt, und insbesondere die westliche Welt, in ihrem Anspruchsdenken und ihrer Selbstgerechtigkeit wie ein Virus infiziert hat.

Unsere Gesellschaft ist von den Schuldenmonetarisierungen und der endlosen Niedrigzinspolitik so abgestumpft, dass sie die Fähigkeit verloren hat, ihre eigentlichen, offensichtlichen Probleme zu diagnostizieren: beispielsweise Überschuldung, Überkapazitäten, der überdimensionierte Staatsapparat und Inflation. Kollektiv verhalten wir uns ein wenig wie die Soziopathen der Familie Clinton, die gar nicht merken, wie kriminell ihr Verhalten ist und welchen Schaden sie angerichtet haben.

Selbst die schlausten Köpfe sind davon nicht ausgenommen. Ein Paradebeispiel ist Roger Stone, ein erfahrener, weithin respektierter Politikstratege, der während des Wahlkampfes in den Vereinigten Staaten ins Rampenlicht der alternativen Medien trat und regelmäßig in der Sendung von Alex Jones zu Gast war. Stone stellte die schwachsinnige Behauptung auf, dass die USA jetzt, da Trump der nächste Präsident wird, die Steuern senken, die Haushaltsdefizite reduzieren und ein überdurchschnittliches Wachstum herbeiführen könnten.

In diesem Zusammenhang - und das ist kein Witz - hielt er Trump dazu an, den Ökonomen Larry Kudlow zum Finanzminister zu ernennen, denn Kudlow wisse, "wie man die Wirtschaft zum sieden bringt." Kudlow ist seit mindestens einem Jahrzehnt der Top-Finanzkommentator von CNBC und wetteifert mit Jim Cramer und Steve Liesman um den Titel des schlechtesten Wirtschaftsanalysten der USA, während er sich gleichzeitig über alle lustig macht, die die Wahrheit aussprechen.

Cramer sorgte am 11. März 2008 für einen berüchtigten Moment, als er während einer impulsiven Tirade rief, "Bear Stearns geht es gut!" und meinte es wäre "dumm", wenn Investoren die Aktien der Investmentbank bei einem Kurs von 68 $ nicht behielten. Das war sechs Tage, bevor Bear Stearns für 2 $ je Aktie aufgekauft wurde.

Die größten Hits von Kudlow erinnern von ihrer Tragweite her mehr an den ehemaligen Notenbankvorsitzenden Ben Bernanke. Im Dezember 2007 schrieb Kudlow z. B.: "Die Rezessions-Debatte ist beendet, es wird nicht geschehen", "Es ist an der Zeit weiterzugehen. Vor uns liegt mindestens eine Goldilocks-Zone 2.0" und "Der Bush-Boom ist zum Ende des sechsten Jahres quicklebendig und viele weitere Jahre werden folgen". Im Mai 2008 ließ er sich dann noch zu dem ebenso fehlgeleiteten Kommentar hinreißen, Präsident Bush werde sich womöglich "als Top-Wirtschaftsprognostiker des Landes herausstellen".

In der Zeit davor enthält Larry Kudlows Biografie eine ganze Reihe von Posten, die genau das repräsentieren, was in den Vereinigten Staaten falsch läuft. Zunächst arbeitete er für die Demokraten und organisierte mit John Podesta und Bill Clinton den Wahlkampf anlässlich der Senatswahlen. Anschließend war er bei Laffer & Associates tätig, deren "Pionierleistungen" bei der Erforschung des Verhältnisses zwischen Steuersätzen und Wirtschaftswachstum dazu führten, dass er unter der Regierung von Ronald Reagan ins Office of Management and Budget (die US-Behörde für Verwaltung und Haushaltswesen) wechselte.

Dessen ebenso zukunftsweisende Experimente mit angebotsorientierter Wirtschaftspolitik - d. h. mit massiven Steuererleichterungen und Ausgabenerhöhungen - hatten zusammen mit der Abschaffung des Goldstandards die parabolische Explosion der Staatsschulden zur Folge, die Amerika an den Rand des Kollapses brachten, an dem es jetzt steht. Danach arbeitete Kudlow bei der New Yorker Federal Reserve in der Abteilung für Offenmarktgeschäfte, d. h. für Marktmanipulationen. Außerdem war er für die Hypothekenbank Freddie Mac tätig und schließlich auch für Bear Stearns, wo er aufgrund seiner Kokainsucht gefeuert wurde.

Ja, das ist der Mann, von dem der großartige Roger Stone glaubt, dass er der beste Kandidat für das Amt des Finanzministers sei - eine Position, bei der es nebenbei bemerkt hauptsächlich darum geht, neue und kreative Wege zur Erhöhung der Schulden zu finden.

Doch wie dem auch sei, Roger Stone hatte recht, als er sagte: "Ich hoffe und bete, dass Trump nicht Reince Priebus zum Stabschef ernennt, denn Priebus ist der ultimative Insider in Washington und steht definitiv im Widerspruch zu dem Ziel, den Sumpf trockenzulegen." Natürlich hat Trump am letzten Wochenende genau diesen Mann zum Stabschef gemacht und denkt darüber nach Jamie Dimon, den CEO von JP Morgan und vielleicht kriminellsten Bankster der Welt, zum Finanzminister zu ernennen.

Wie ich bereits in meinen letzten Audioblog-Beiträgen und in einem Podcast mit TF Metals Report ganz klar gesagt habe, wird es nicht lange dauern, bis den Menschen wie nach der Wahl Obamas klar wird, dass nicht einmal ein Bruchteil der Wahlversprechen Trumps umgesetzt wird, angefangen bei der Abschaffung der staatlichen Krankenversicherung Medicare, von der er bereits teilweise wieder abgerückt ist (und die auch praktisch unmöglich ist, wie dieser hervorragende Artikel der Washington Post deutlich macht).


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