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Die Märkte verändern sich und die Leute drehen durch

18.11.2016  |  Avi Gilburt
Ich glaube, die Wahl in den USA hat die Menschen in den Wahnsinn getrieben. Sie haben nicht nur in politischer Hinsicht den Verstand verloren, sondern allem Anschein nach auch in Bezug auf die Finanzmärkte.

Vor der Präsidentschaftswahl "wussten" alle, dass ein Wahlsieg von Donald Trump einen heftigen Crash an den Aktienmärkten und eine große Goldrally auslösen würde. Das ist allerdings weit entfernt von dem, was dann wirklich geschehen ist. Vergessen Sie nicht - wenn alle "wissen", was an den Märkten passieren wird, bewegen sich diese üblicherweise genau in die entgegengesetzte Richtung. Sie werden sich vielleicht daran erinnern, dass im Jahr 2011 alle davon überzeugt waren, dass der Goldkurs auf über 2.000 $ steigen würde, genauso wie 2015 die meisten Marktteilnehmer glaubten, er würde unter 1.000 $ fallen. Kürzlich waren alle der Ansicht, dass astronomische Kursgewinne bevorstünden, als die US-Notenbank bei ihrer letzten Sitzung entschied, die Zinsen unverändert zu lassen. Für derartige "Gewissheiten" gibt es allein in den letzten fünf Jahren mehr als genügend Beispiele.

Dennoch suchen viele Anleger kontinuierlich nach "Gründen" für die Entwicklung der Märkte. Manche davon sind ziemlich lächerlich. Andere haben die Sinnsuche bis zur völligen Absurdität getrieben.

Ein Analyst hat letzte Woche einen besonders abwegigen, fast schon paranoiden "Grund" für die jüngsten Marktentwicklungen präsentiert. Er behauptete, dass die Rally an den Aktienmärkten künstlich herbeigeführt wurde, mit dem einzigen Ziel, dem Big Money eine Gelegenheit zu geben, aus dem Markt zu "fliehen", weil Obama anschließend vor der Amtseinführung Trumps einen großen Crash auslösen würde, um ihm "ein größtmögliches Chaos" zu hinterlassen.

Dazu kann ich nur sagen, Wow! Ich denke, es wäre an der Zeit, dass die Abonnenten dieses "Analysten" einschreiten. Seine Analysemethode funktioniert schon seit längerer Zeit nicht mehr, daher klammert er sich an jeden Strohhalm. Das hat ihn nun in ganz außergewöhnliche Bereiche vordringen lassen.

Dieser Markt scheint viele Menschen verwirrt zu haben. Ich sehe immer wieder Warnungen vor Deflation, doch die Zinssätze steigen. Ich sehe zahlreiche Crash-Prognosen, doch die Märkte brechen stattdessen nach oben aus. Ich sehe, wie viele Kommentatoren vom Anstieg der Goldpreise bis in astronomische Höhen sprechen, doch der Kurs sinkt in den Keller. Alle kratzen sich am Kopf und sind völlig unvorbereitet auf den Paradigmenwechsel, über den ich im letzten Jahr zu schreiben begann.

Die Märkte sind im Wandel begriffen und die Beziehungen, auf die Sie sich vielleicht verlassen haben, verlieren ihre Gültigkeit. Zahlreiche Analysemethode funktionieren nicht mehr, weil die Analysten nicht bemerken, welche Wende sich vollzieht. Die einzige Konstante, dank der wir uns kontinuierlich auf der richtigen Seite positionieren konnten, war die Marktstimmung.

Basierend auf der Entwicklung des Sentiments und der dabei entstehenden Muster habe ich Ende 2015 begonnen, die Mitglieder von Elliottwavetrader.net auf den Paradigmenwechsel vorzubereiten, der sich an den Finanzmärkten herauszubilden begann. Am 20. Juni 2016 warnte ich zudem auf Gold-Eagle.com vor der bevorstehenden Wende.

In einem am 27. Juni auf Elliottwavetrader.net veröffentlichten Artikel wies ich unsere Mitglieder schließlich auf den baldigen Einbruch der Anleihemärkte hin. Hier ist der erste Absatz der Analyse:

"Einer der längsten Bullenmärkte, die wir im Laufe der Jahre beobachtet haben, spielte sich an den Anleihemärkten ab. Viele haben versucht, das Top dieser Hausse vorherzusagen und viele sind gescheitert. Bill Gross hat das finale Hoch des langen Bullenmarktes beispielsweise schon vor Jahren prognostiziert. Damit war er zwar eindeutig zu früh dran, doch wir glauben, dass er schon bald Recht bekommen wird."


Nach dieser Warnung hat es nicht mehr lange gedauert. Am 8. Juli, zwei Wochen später, bildete der Anleihemarkt ein Top. Seitdem haben die Preise 15% nachgegeben.

Die Märkte verändern sich, und wenn Sie sich des Paradigmenwechsels nicht bewusst werden, haben Sie künftig vielleicht das Nachsehen. Offensichtlich ist meiner Meinung nach in jedem Fall, dass Sie die "Herdenmentalität" der Marktteilnehmer um jeden Preis vermeiden sollten, denn diese liegt seit mindestens einem Jahr bei jeder Wende an Märkten durchweg falsch.


© Avi Gilburt
www.ElliottWaveTrader.net


Der Artikel wurde am 13. November 2016 auf www.gold-eagle.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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