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Goldsektor: Schlechte Stimmung, gute Zeichen

22.11.2016  |  Clive Maund
Charts können immer nur Wahrscheinlichkeiten offenbaren, keine Sicherheiten. Bei der Veröffentlichung des letzten Updates bereitete der Goldkurs sich auf einen weiteren Anstieg innerhalb des Aufwärtstrends vor, den Sie im folgenden 1-Jahreschart sehen können.

Dieses Szenario basierte allerdings auf einem Wahlsieg von Hillary Clinton und wurde ungültig, als Donald Trump die Präsidentschaftswahl in den USA für sich entschied. Zu Beginn der Wahlnacht, als die Märkte noch mit einem Sieg von Clinton rechneten, verzeichnete der Goldpreis ein starkes Plus, doch später erfolgte eine plötzliche Umkehr bei großem Handelsvolumen und der Goldkurs stürzte unter seinen aufwärts gerichteten Trendkanal in Richtung des wichtigen, im Chart eingezeichneten Unterstützungsbereichs. Diesen erreichte er am Freitag.

Der fundamentale Grund für den Einbruch des Goldpreises angesichts des Wahlsiegs von Trump bestand nicht in der Möglichkeit, dass dieser den Trump Tower einschmelzen, zu Goldbarren gießen und auf den Markt werfen würde, sondern in der Aussicht auf seine ehrgeizigen Pläne, die eine expansive Geldpolitik erfordern und die Zinsen nach oben treiben werden. Die unmittelbare Folge dessen war eine Rally des US-Dollars. Allerdings basierten die heftigen Bewegungen an den Märkten seit der Wahl auf einer Kombination aus Annahmen und Wunschdenken, daher könnten sie sich auch schnell wieder umkehren.

Da der Dollar Ende letzter Woche das Kursziel an der oberen Trendlinie erreicht hat, stehen die Chancen gut, dass der Goldkurs sich ausgehend von seinem Unterstützungsniveau bei 1.180-1.210 $ wieder nach oben wendet. Es wird weithin davon ausgegangen, dass Trump für die Umsetzung seiner Wahlversprechen eine Blankovollmacht hat, weil er eine klare Mehrheit der Wahlmänner auf seiner Seite hat. Allerdings werden sich ihm dabei mächtige Interessengruppen in den Weg stellen und ihre Anliegen deutlich machen. Auch das ist ein Grund, aus dem sich die bisherigen Markttrends ins Gegenteil verkehren könnten.

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Ein Blick auf den 2-Jahreschart ist interessant, denn hier erkennen wir, dass der Goldkurs an seiner Unterstützung womöglich ein Schulter-Kopf-Schulter-Top bildet. Aufgrund einer größeren, umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die wir im 7-Jahreschart weiter unten sehen, ist dieses Szenario unserer Ansicht nach aber nicht sehr wahrscheinlich.

Zudem ist die Marktstimmung im Goldsektor bereits äußerst schlecht und damit ein Indikator für einen wichtigen Boden. Selbst wenn der Goldkurs im 2-Jahreschart das Schulter-Kopf-Schulter-Top ausbildet, wird der Kurs ausgehend vom aktuellen Niveau wahrscheinlich bis auf etwa 1.280 $ steigen, um die rechte Schulter zu formen. Dadurch könnte der überverkaufte Zustand vor einem späteren Einbruch abgebaut werden.

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