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Gold und die Entwertung des Dollars

30.12.2016  |  Gary E. Christenson
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Die Staatsschulden werden weiter steigen, es denn, Sie glauben ernsthaft daran, dass die Politiker in Zukunft weniger Geld ausgeben wollen. Höhere Schulden bedeuten auch, dass mehr Dollars neu geschöpft werden müssen und diese Ausweitung der Geldmenge führt automatisch zu höheren Preisen für die meisten Dinge, einschließlich höherer Studiengebühren, Bonuszahlungen für Banker, Krankenhauskosten, Gehälter, Preise für Medikamente, Zigaretten und Bier.

Der Status des Dollars als weltweite Reservewährung ist in Gefahr. Der Euro und das britische Pfund sind schwach, doch letzten Endes werden sich die miserablen Fundamentaldaten des Dollars in einem Wertverlust gegenüber den meisten anderen Fiatwährungen manifestieren. Das Vertrauen in die US-Regierung und die amerikanische Währung könnte ernsthaften Schaden nehmen.

Falls bzw. wenn Rohöl eines Tages regelmäßig auch in anderen Währungen gehandelt wird und falls bzw. wenn Russland oder China eine goldgedeckte Währung herausgeben, könnte der Dollarkurs schnell und heftig einbrechen. Ein scheint, als würden alle Papierwährungen ihren langsamen oder unter Umständen auch äußerst rasanten Abstieg bis zum völligen Wertverlust fortsetzen

Nehmen wir einmal an, dass der Dollar-Index auf seinen Tiefststand der letzten drei Jahrzehnte bei etwa 70 Punkten fällt (theoretisch könnte er auch noch viel tiefer sinken). Der Trendkanal im Chart zeigt für Gold ein Kursziel von rund 4.000 Dollar. Wenn der US-Dollar-Index auf 70 Punkte fallen sollte (entspricht im Chart einem Wert von 0,7), dann könnte der geglättete, durchschnittliche Goldpreis bei ungefähr 6.000 Dollar liegen.

Angesichts von ausgeweiteten Kriegen, einer Hyperinflation, dem Verlust des Status als Reservewährung etc. könnte ein Ausbruch nach oben bedeuten, dass der Kurs zwischenzeitlich mühelos auf das Doppelte oder auf weit über 10.000 Dollar ansteigt. Stellen Sie sich nur einen Goldpreis von mehr als 10.000 Dollar noch innerhalb des nächsten Jahrzehnts vor - oder sogar ein Vielfaches dieses Wertes, falls das Vertrauen in die Währung völlig zusammenbricht oder sich unsere Führungsriege entschließen sollte, eine Hyperinflation zuzulassen! Hyperinflation würde allen das Leben schwer machen (denken Sie nur an Simbabwe, Argentinien und Venezuela), aber das bedeutet nicht, dass sie in den USA oder in Europa undenkbar ist.


Mögliche Szenarien

Ehrliches Geld

Die US-Politiker kürzen die Staatsausgaben, lassen die Wirtschaft crashen, treten scharenweise zurück, verzichten zum Wohle des Landes auf ihre Renten, verringern die Militärausgaben um mehr als die Hälfte, kürzen die Gehälter der Staatsbediensteten um 40%, schaffen die Federal Reserve ab, sorgen für einen ausgeglichenen Staatshaushalt und führen in den Vereinigten Staaten wieder eine ehrliche Währung ein.


Unerwartete Geschenke

Der Osterhase reist unter großem Aufsehen in die USA, wird von Hillary Clinton und Donald Trump auf dem Times Square in New York empfangen und vereinbart mit ihnen die regelmäßige Lieferung von Osterkörben im Wert von 5 Billionen Dollar, voller Geldscheine, die auf magische Weise nicht von Inflation betroffen sind, direkt an das Finanzministerium. Dafür erhält er von der Clinton Foundation ein lebenslanges Gehalt.


Es geht weiter wie bisher - oder schlimmer

Mehr Schulden, höhere Staatsausgaben, steigende Steuern, eine bevorstehende Rezession oder gar eine heftige Depression, aggressive Ausweitungen der Geldmenge seitens der Fed und anderer Zentralbanken, viel höhere Verbraucherpreise und vielleicht eine Hyperinflation. Die Politiker werden Russland die Schuld für die wirtschaftliche Misere der USA in die Schuhe schieben wollen und der Dollar wird einbrechen, während die Gold- und Silberpreise in den nächsten vier Jahren (oder noch schneller) in astronomische Höhen schießen.

Ich fürchte, das letzte Szenario ist am wahrscheinlichsten...


© GE Christenson
aka Deviant Investor


Dieser Artikel wurde am 08. Dezember 2016 auf www.deviantinvestor.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.

Hinweis Redaktion: Im Mai 2016 ist das neue Buch von Dr. Jürgen Müller und Gary Christenson "Gold: 10.000 Dollar? Was eine neue Modellrechnung über die Zukunft des Goldpreises sagt" erschienen.



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