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Ein schwerer Schlag für die Edelmetalle

05.01.2017  |  Captain Hook
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Das Gleiche gilt auch für die Aktienmärkte. Wenn die Preismanager in den USA dem Markt nicht immer einen Schritt voraus bleiben und die Blasendynamik der heutigen Wirtschaft erhalten, wird die Hölle losbrechen. Es würde zu einer Kreditklemme kommen, die allgemeinen Aktienmärkte würden einbrechen und auch für die Aktien der Edelmetallunternehmen ginge es bergab, insbesondere für die Juniors. Obwohl der Dow Jones wahrscheinlich auf über 20.000 Punkte steigt und ungeachtet der geplanten Wirtschaftspolitik von Donald Trump, muss es eines Tages zu einem Abschwung kommen, wenn nicht stattdessen einer gewissen Hyperinflation Vorschub geleistet wird.

Unabhängig von jeder politischen Ausrichtung sind es typischerweise die ersten beiden Jahre eines neuen US-Präsidentschaftszyklus, in denen die Notenbank die "schmutzige Arbeit" erledigt, was in unserer heutigen, keynesianischen Welt bedeutet, dass sie die Geldpolitik strafft. Trotz all des Traras um Donald Trump und seine Pläne versprechen die nächsten Jahre also äußerst interessante Entwicklungen. Die einzige Frage ist, ab welchem Zeitpunkt man sich über die Schwerkraft Gedanken machen sollte.

Der CDNX (Tageskurse hier) gab kürzlich wieder nach, nachdem er etwa einen Monat lang eine Aufwärtskorrektur in drei Wellen durchlaufen hatte. Sollte er die Tiefs des letzten Monats unterbieten, könnte er erneut impulsiv einbrechen. Das könnte mit der für Januar vorhergesagten Schwäche der Aktienmärkte zusammenfallen, wenn es an den Börsen aufgrund von Steuererwägungen zu den üblichen "Jahresendverkäufen" kommt.

Wenn frühere Kursentwicklungen ein Indiz darstellen, sollte sich dies auch negativ auf die Junior-Unternehmen im Edelmetallsektor auswirken, denn im Kreditzyklus geht es in Reaktion auf crashende Aktienkurse üblicherweise wieder abwärts. Im Artikel von letzter Woche habe ich das ausführlich diskutiert. Die Märkte werden aus den Spekulanten im nächsten Jahr Hackfleisch machen. Anschließend werden wir mit der Hyperinflation fertig werden müssen, die als Folgeerscheinung dieser Ereignisse auftreten und noch mehr Menschenleben fordern wird, da niemand wissen wird, was zu tun ist. Die Menschen werden buchstäblich in den Straßen verhungern und erfrieren.

In diesem frohen Sinne kann ich Ihnen versichern, dass zu gegebener Zeit durchaus Hoffnung besteht, doch es wird noch eine Weile dauern, bis die Umstände und die Marktlage eine langfristige Rally an den Edelmetallmärkten begünstigen. Wenn wir mehr ehrliche Berichte wie diesen hier lesen und die Ausbrüche der Verzweiflung in den Edelmetallforen länger dauern als nur fünf Minuten, werden wir Grund zu der Hoffnung haben, dass die bullischen Spekulanten genug haben.

Wie oben und in Abbildung 2 angedeutet, wird der Goldpreis vermutlich unter die vierstellige Unterstützungslinie bei 1.000 USD fallen müssen, bevor wir diesen Punkt erreichen. Wenn es soweit ist, werden die Genies, die jetzt Call-Optionen kaufen, beginnen auf Kursverluste zu setzen (und stattdessen Puts kaufen). Dann werden sie und ihre schlecht durchdachten Positionen wie die Bären an den allgemeinen Aktienmärkten überrannt werden und die Kurse können wieder nach oben klettern.

Bevor das geschehen kann, steht den Edelmetallen allerdings ein weiterer schwerer Schlag bevor, sobald sich die Kurserholung zu Beginn des Jahres wieder im Sande verläuft. Für den Gold Bugs Index HUI bedeutet das einen Absturz auf unter 100 Punkte, wenn der Goldkurs unter 1.000 Dollar fällt. Die verschiedenen Chartmuster (z. B. Schulter-Kopf-Schulter-Formationen) deuten nicht auf einen derart starken Einbruch hin, sondern legen schlimmstenfalls einen Rückgang bis auf 115 Punkte und bestenfalls bis auf 133 Punkte nahe.

Wenn die Optionshändler aber noch immer im großen Stil bullische Wetten abschließen, sobald der Index in diesen Bereich gesunken ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als mit dem Schlimmsten zu rechnen. Die Tatsache, dass der HUI unter das goldene Retracement gefallen ist, ist ein weiterer Grund zur Beunruhigung. Beim letzten Mal hat die 100-Punkte-Linie gehalten, weil genügend Liquidität vorhanden war. Wenn die Fed die Geldpolitik weiter strafft, wird das diesmal nicht der Fall sein. Steigt der Dollar auf über 110 Punkte, wird es an allen Ecken und Enden zu Crashs kommen.

Wenn alles vorüber ist, wird sich Donald Trump wünschen, dass er den Job niemals angenommen hätte. Und der Dow Jones bei 20.000 Punkten wird nur eine ferne Erinnerung sein.

Noch ein paar Worte zu den Verhältnissen, die wir verwenden, damit die neuen Leser unsere Herangehensweise an die technische Analyse besser verstehen können. Die Verhältnisse geben die Richtung eines Trends vor, aber keine genauen Kursziele. Das Dow/XAU-Verhältnis ist beispielsweise deutlich über die monatliche Swing-Linie gestiegen (siehe Abb. 3 im Artikel von letzter Woche), daher wissen wir, dass der Trend nach oben geht.

Was wir jedoch nicht wissen können, ist welchen Einfluss das auf die exakten nominellen Kurse der beiden Indices haben wird. Eines ist jedenfalls sicher: Die Zeichen stehen in diesem Monat gut für den Dow Jones und schlecht für die Aktien der Edelmetallunternehmen. In Anbetracht dessen, was sich hinter den Kulissen abspielt, ist das kaum überraschend, doch dieser Trend ist real und er wird sich wahrscheinlich weiter fortsetzen.

Sobald wir den Schlusskurs dieses Monats sehen, werden wir mehr wissen. Dann können wir basierend auf den Fibonacci-Retracements ein paar Kursziele durchspielen. Unterwegs erleben wir immer wieder Überraschungen, deswegen verfolgen wir eine vielschichtige Strategie, bei der Analysen der Marktstimmung genauso wichtig sind wie Chartanalysen.

Die Machthabenden nutzen derzeit beispielsweise den steigenden Dollarkurs bzw. das Narrativ von Trumps "America-first"-Politik, um die Aktienkurse in die Höhe zu treiben und die Edelmetallpreise nach unten zu drücken. Wenn Sie jedoch glauben, dass ein sinkender Dollar schlecht für die Aktienmärkte wäre, dann denken Sie lieber noch einmal scharf nach. Diese Faktoren müssen wir in unsere Überlegungen mit einbeziehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Behörden mit allen Mitteln auf einen Marktcrash reagieren werden, ganz gleich, wer gerade an der Macht ist.

Es stimmt zwar, dass die Federal Reserve (und vor allem Janet Yellen) Trump womöglich schlecht dastehen lassen möchte, weil er die Möglichkeit einer Prüfung der Fed und der US-Goldreserven sowie eines Goldstandards angedeutet hat. Andererseits kann die Notenbank einen Börsencrash nicht zulassen, weil das ihre eigene Existenzberechtigung in Frage stellen würde. Diese gegenläufigen Tendenzen müssen bei Prognosen ebenfalls berücksichtigt werden.

Wir erwarten zudem, dass es in Reaktion auf eine sich verschlechternden Marktlage letztlich zu einem gewissen Grad an Hyperinflation kommen wird. Auslöser dafür könnten die Versuche der Fed sein, Trump zu diskreditieren. Derartige Ambitionen werden die Notenbanker allerdings schnell wieder aufgeben müssen, wenn deutlich wird, dass sie auf diese Weise ihre eigenen Jobs aufs Spiel setzen.

Halten Sie gegen Mitte des Jahres nach ersten Anzeichen Ausschau. Dies würde zu unserer Hypothese passen, dass die c-Welle der übergeordneten (langfristigen) Korrektur des Goldkurses sowohl hinsichtlich ihrer Dauer als auch hinsichtlich der Kursverluste abgekürzt wird.

Frohes neues Jahr.


© Captain Hook
www.treasurechestsinfo.com


Der Kommentar wurde ursprünglich am 19. Dezember 2016 auf www.treasurechestsinfo.com für Abonnenten veröffentlicht und am 2. Januar 2017 auf www.safehaven.com veröffentlicht, sowie exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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