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Die Goldpreise werden gehackt

15.01.2017  |  Presse anonym
Verschiedene internationale und US-amerikanische Großbanken betrügen ihre Kunden und manipulieren die Märkte. Die Zahl der entsprechenden Enthüllungen wächst seit der Finanzkrise 2008 immer weiter an. Hunderte Milliarden Dollar an Geldstrafen und Vergleichen wurden gezahlt. Der Betrug, die Preismanipulationen, die Lügen, der Diebstahl - all das, was früher als Verschwörungstheorie angesehen wurde, sind jetzt unwiderlegbare Verschwörungsfakten.

In der Edelmetallbranche wird man sich der Realität nun langsam bewusst. GATA, das Gold Anti-Trust Action Committee, dokumentiert die Marktmanipulationen schon seit Jahren. Zusammen mit anderen Marktbeobachtern hat GATA eine überzeugende Argumentation zusammengetragen und belegt diese durch Kurscharts und Handelsmuster, für die es an freien und fairen Märkten keine Erklärung gibt.

Von den Aufsichtsbehörden wurden diese Erkenntnisse jedoch in keiner Weise berücksichtigt und die bedeutendsten Akteure des Sektors ignorieren die Arbeit von GATA größtenteils. Die Gold und Silber fördernden Minengesellschaften, die Scheideanstalten und die Unternehmen auf der Nachfrageseite haben nie etwas gegen die Preismanipulationen unternehmen - selbst dann nicht, als sich die Volatilität des Goldkurses verheerend auf ihr Geschäft auswirkte. GATA verfügte nicht über genügend eindeutige Beweise und die meisten Menschen gingen einfach davon aus, dass die Behauptungen nicht wahr sein konnten.

Der jüngste gerichtlich ausgehandelte Vergleich, bei dem die Deutsche Bank den Strafverfolgern interne Dokumente im Umfang von 350.000 Seiten sowie mehr als 70 Sprachaufzeichnungen aushändigte, ändert das nun. Die Anwälte mehrerer Sammelklagen gegen eine Handvoll Großbanken sagen, dass die Informationen unwiderlegbare Beweise für umfangreiche und systematische Absprachen enthalten, die den Zweck hatten Kunden zu betrügen und Märkte zu manipulieren.

Es ist eine Sache, die Handelsdaten zu analysieren und auf dieser Grundlage zu vermuten, dass jemand versucht die Preise zu beeinflussen. Etwas ganz anderes ist es jedoch, die Chatprotokolle zu lesen, in denen sich die Trader über die Kursmanipulationen und darüber, wie sie die nichtsahnenden Marktteilnehmer übervorteilen, lustig machen:

8. Juni 2011

UBS [Trader A]: und wenn du Stopps gesetzt hast...
UBS [Trader A]: oh oh
Deutsche Bank [Trader B]: HAHA
Deutsche Bank [Trader B]: who ya gonna call!
Deutsche Bank [Trader B]: STOP BUSTERS
Deutsche Bank [Trader B]: deh deh deh deh dehdehdeh deh deh deh deh dehdehdeh
Deutsche Bank [Trader B]: haha16


Dieser Auszug und zahlreiche andere, ähnliche Chats demonstrieren, was GATA schon seit fast 20 Jahren behauptet. Die Edelmetallmärkte sind eine Spielwiese für skrupellose Banker und die Preisbildung geschieht auf vollkommen unredliche Weise.

Es hat mehr und mehr den Anschein, als würden diese Märkte genau so funktionieren, wie es sich die Entscheidungsträger in unserer Regierung vorgestellt haben. Unten sehen Sie einen Auszug aus einer Mitteilung, die 1974 aus London an das US-Finanzministerium geschickt und vor Kurzem von Wikileaks veröffentlicht wurde:

"Die Schaffung eines Goldterminmarktes von beachtlicher Größe wird den Erwartungen der Händler entsprechen. Alle Händler äußerten die Ansicht, dass ein Terminmarkt einen signifikanten Anteil am Goldhandel hätte, und dass der physische Handel im Vergleich dazu unbedeutend wäre. Zudem wurde die Erwartung geäußert, dass ein hohes Volumen im Handel mit Terminkontrakten einen sehr volatilen Markt schaffen würde. Die volatilen Preisbewegungen würden wiederum die anfängliche Nachfrage nach physischem Besitz verringern und langfristiges Horten durch die US-Bürger wahrscheinlich verhindern."

Diese "Erwartungen" trafen die Sache auf den Punkt. Die Terminmärkte sind von außerordentlicher Volatilität geprägt, der Handel mit Goldkontrakten ist um ein Vielfaches größer als der physische Handel und der Bullionbesitz der Bevölkerung macht heute nur noch ein Bruchteil früherer Edelmetallrücklagen aus.

Ein Verschwörungstheoretiker könnte nun sagen, dass die Regierung ein Interesse daran hat, die Bedeutung von Gold als Geld zu Gunsten des Fiatdollars zu untergraben. In offiziellen Kreisen betrachtet man die Terminmärkte als essentielles Instrument zum Erreichen dieser Ziele. Die Volatilität des Preises, die umfangreichen Leerverkäufe und die Verluste der Edelmetallinvestoren dienen dazu, Gold- und Silberbesitz unattraktiv zu machen, daher sehen Aufsichtsbehörden wie die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in den USA einfach darüber hinweg.

Die CFTC hat beispielsweise fünf Jahre lang Preismanipulationen am Silbermarkt untersucht und in keinem einzigen Fall eine strafrechtliche Verfolgung eingeleitet. Man fragt sich, wie es ihnen gelungen ist, die anscheinend überwältigenden Beweise für den systematischen Betrug zu übersehen, und ob die nun verfügbaren Dokumente und Sprachaufzeichnungen Grund genug für eine erneute Untersuchung sind.

Die Zivilgerichte, nicht die Aufsichtsbehörden, scheinen für Edelmetallinvestoren noch die ehesten die Hoffnung zu bieten, dass ihnen ein Teil dessen zurückerstattet wird, was ihnen an den manipulierten Märkten gestohlen wurde, und dass es in Hinsicht auf eine freie und ehrliche Preisbildung künftig zu Fortschritten kommt. Der Gerichtsprozess der Deutschen Bank und die dabei ans Licht gekommenen Beweise haben die Spielregeln geändert.

Keith Neumeyer, der CEO von First Majestic Silver, einem der größten primären Silberproduzenten weltweit, hat letzte Woche angekündigt, dass er sich an der Sammelklage beteiligen will. E versucht, auch andere große Akteure der Branche mit einzubinden. Mr. Neumeyer wird diesen Freitag beim Money Metals Podcast unser Interviewgast sein, um diese Themen zu besprechen.


© Clint Siegner
Money Metals Exchange


Der Artikel wurde am 9. Januar 2017 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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