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Wie saisonale Intraday-Charts die Gold-Manipulationen nachwiesen

16.01.2017  |  Dimitri Speck
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Libor-"Jägerin" Rosa Abrantes-Metz schaltet sich ein

Die Situation änderte sich im Dezember 2013, als Rosa Abrantes-Metz in einem Bloomberg-Beitrag das Thema der Goldpreismanipulation unter Verwendung meiner durchschnittlichen Intraday-Charts aufgriff.

Abrantes-Metz hatte wesentlich zur Aufdeckung der Manipulation des Zinssatzes Libor beigetragen. Damit war die Existenz systematischer Manipulationen selbst großer Märkte einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden.

Seitdem geht es Schlag auf Schlag. Die Fixings wurden durch modernere Verfahren ersetzt - und mehrere Klagen wurden eingereicht, in denen die von mir entwickelte Methode des durchschnittlichen Intraday-Verlaufs zum Nachweis von Preismanipulationen angewendet wird.

Mit Erfolg, wie der Vergleich der Deutschen Bank zeigt. Als Teil des Vergleichs wurde dabei vereinbart, geschäftsinterne Kommunikation zur Verfügung zu stellen - 350.000 Seiten hat die Bank bisher zur Verfügung gestellt, mit denen weitere Banken belangt werden sollen.

Damit werden die bisherigen statistischen Beweise durch direkte Beweise ergänzt. Die ersten veröffentlichen Text-Auszüge bestätigen, dass es Manipulationen gegeben hat.


Gold: Verdacht auf Manipulation besteht weiter

Doch wie sieht es heute aus? Was mich 2002 noch Wochen an Arbeit gekostet hat, kann ich heute dank der sowohl in Bloomberg als auch in Thomson Reuters verfügbaren Applikation Seasonax in Sekundenschnelle erzeugen: Durchschnittliche Intraday-Charts. Der nächste zeigt Ihnen den durchschnittlichen Intraday-Verlauf des Goldpreises des vergangenen halben Jahres bis Mitte Dezember.


Gold, durchschnittlicher Intraday-Verlauf, 6/2016 - 12/2016

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In den frühen Handelsstandes in New York geht es bergab.
Quelle: Seasonax


Wie Sie sehen, gibt es keine Auffälligkeiten mehr zur Zeit des mittlerweile erneuerten Fixings um 10 Uhr New Yorker Zeit. Die Zeit der Fixing-Manipulation ist anscheinend vorbei!

Allerdings geht es noch im frühen Handel in New York auffällig bergab - ein Kursverhalten, das an die Zeit nach dem Beginn der Goldmanipulationen am 5. August 1993 erinnert.


Fazit

Seit mehr als 23 Jahren wird der Goldpreis systematisch manipuliert. Vermutlich handelt es sich um eine Rekordzeit für einen angeblich freien Markt. Angestoßen wurde die Manipulation von der US-Zentralbank, die damals die Inflationserwartungen senken und das Vertrauen und die Währungen anheben wollte. Bereits im Jahr 1995 brachte das Forbes-Magazin einen ersten Hinweis, 1998 wurde die Vereinigung Gata zur Aufklärung der Manipulation gegründet, und seit der Jahrtausendwende gibt es statistische Beweise für die Preismanipulationen - darunter meinen für die zum Fixing.

Die Fixing-Manipulation steht denn auch im Mittelpunkt der bisherigen Klagen. Durch den Vergleich der Deutschen Bank und der Übergabe von Dokumenten wird nun eine weitergehende Untersuchung möglich. Es ist dabei zu wünschen, dass in den kommenden Jahren die Goldpreismanipulation von allen Beteiligten eingestanden wird - auch von den staatlichen.


© Dimitri Speck
www.seasonax.com



Dimitri Speck, Gründer von Seasonax und Autor des Buches "Geheime Goldpolitik" erschienen im FinanzBuch Verlag



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