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Target-2-Salden - ruinös für Deutschland

05.03.2017  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Deutschlands Target-2-Saldo steht bei knapp 800 Mrd. Euro - und ein Ende ist nicht abzusehen. Den Deutschen kommt das teuer zu stehen.

Der berühmt-berüchtigte "Target-2-Saldo", den die Deutsche Bundesbank in ihrer Bilanz aufgetürmt hat, ist im Januar 2017 auf 795,6 Mrd. Euro gestiegen. Das ist eine Summe, die gut 25 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes entspricht. Was verbirgt sich hinter den Target-2-Saldo? Target-2 steht für ein Zahlungsverkehrssystem, in dem Banken grenzüberschreitende Zahlungen abwickeln. Üblicherweise sind die Salden, die die einzelnen Länder (beziehungsweise ihre Zentralbanken) untereinander ausweisen, ausgeglichen, d. h. die Target-2-Salden sind null. Im Zuge der Eurokrise haben jedoch einige Länder negative Target-Salden, andere positive Target-2-Salde aufgebaut. Wie erklärt sich das?

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Quelle: Universität Osnabrück


Die Antwort lautet: Die EZB finanziert die Kapitalflucht aus Euro-Krisenländern nach Luxemburg, in die Niederlande und nach Deutschland. Auf diese Weise erhalten die Banken in den Krisenländern, die eigentlich dicht machen müssten, neues Geld, und die Kunden dieser Banken können ihre Guthaben abheben und nach zum Beispiel Deutschland überweisen. Die Bundesbank erhält auf diese Weise eine Forderung gegenüber der EZB (die Zahlungsmittler ist). Sie weist einen positiven Target-2-Saldo aus, und im Gegenzug weisen die Euro-Krisenländer einen negativen Target-2-Saldo aus.

Die Target-2-Salden sind also symptomatisch für die Subventionierung der Euro-Krisenländer durch die EZB auf Kosten der Euro-Länder, die einen Target-2-Saldo ausweisen. Die immensen Target-2-Forderungen, die Deutschland aufgebaut hat, sind durch keinerlei Sicherheiten gedeckt. Wenn die Krisenländer aus dem Euro austreten, oder wenn der Währungsraum ganz auseinanderbricht, ist absehbar, dass die Deutschen dumm dastehen:

Die Forderungen in Form der Target-2-Salden würden vermutlich wertlos verfallen. Die Bundesbank müsste sie abschreiben, und das schmälert ihren Gewinn. Die Rechnung muss letztlich der deutsche Steuerzahler tragen - durch steigende Steuern. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Sie wird sich vermutlich sogar noch weiter verschlimmern - weil die Politik nicht eingreift, nicht eingreifen will.

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Abbildung links: Quelle: Thomson Financial; eigen Berechnungen
Abbildungen Mitte und rechts: Quelle: Thomson Financial


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Quelle: Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH



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