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David Morgan: Die Wende am Silbermarkt und das entscheidende Preisniveau

13.03.2017  |  Mike Gleason
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Gold und Silber sind also wichtig, um die bestmögliche Performance unter allen wirtschaftlichen Bedingungen zu erzielen, doch die meisten Anleger haben das nie gelernt. Der Grund dafür ist, dass die Wall-Street-Unternehmen mit den Edelmetallen nicht so viel Geld verdient. Sie verdienen ihr Geld hauptsächlich an den Aktien- und Anleihemärkten. Aber auch sie werden ihre Meinung noch ändern, vermutlich vor allem in Bezug auf die entsprechenden Aktien, d. h. Sie werden mehr über die Aktien der Rohstoffunternehmen hören. Damit verbringen wir auch beim Morgan Report viel Zeit. Aber die Studien, die ich erwähnt habe, beschäftigen sich nicht mit Rohstoffaktien oder Goldunternehmen. Da geht es um physische Edelmetalle.


Mike Gleason: Das führt mich direkt zu meiner nächsten Frage zum Thema Bergbauaktien. Sie haben in den letzten Monaten viel Zeit mit den Managern der Minengesellschaften verbracht, sowohl direkt bei deren jeweiligen Projekten als auch bei Investmentkonferenzen. Wie sind die Aussichten für den Minensektor derzeit?

David Morgan: Eindeutig bullisch. Die meisten von ihnen sind wie ich überzeugt, dass das Schlimmste hinter uns liegt, und dass es von nun an aufwärts geht, wenn auch nicht besonders schnell. Viele Unternehmen, die eine hohe Gewinnschwelle hatten, d. h. deren Silberprojekte erst bei einem Silberpreis von 25 $ profitabel wurden, sind verschwunden. Unternehmen, die erst bei einem Goldpreis von 1.650 $ einen Gewinn erzielten, sind ebenfalls verschwunden.

Es kam also zu einer Konsolidierung des Marktes, was in mancherlei Hinsicht sogar positiv ist. Es sind heute mehr Mittel verfügbar, um Projekte zu finanzieren und zu entwickeln. Die Branche ist, wie gesagt, verhalten bullisch. Ich denke, dass alle Unternehmen schlanker und effektiver geworden sind. Sie haben ihre Gewinnschwelle praktisch so weit wie möglich gesenkt. Sie sind optimistisch, aber die Stimmung ist nicht mit den frühen Tagen des letzten großen Bullenmarktes vergleichbar.

2003, 2004 und 2005 war der ganze Sektor in Aufregung. Wenn man eine Investmentkonferenz besuchte, egal ob für Privatanleger oder für Profis, war ein regelrechtes Summen in der Luft. Alle fühlten, dass die Hausse wirklich begonnen hatte. Heute ist diese Stimmung nicht zu spüren. Man denkt sich, "Okay, die besten sind übrig geblieben. Es gibt gute Investments da draußen. Finden wir sie, und legen wir unser Geld weise an."

Es gibt natürlich auch einige wie mich, die denken, dass die für die Anfangsphase des Bullenmarktes typische Aufbruchstimmung zurückkehren wird. In zwei oder drei Jahren...oder vielleicht schon in einem Jahr, wer weiß. Die Schuldenprobleme der Welt sind leider unlösbar. Im Laufe der nächsten Jahre wird also sehr viel Geld in den Edelmetallsektor gelockt werden.


Mike Gleason: Apropos Bullenmarkt - kürzlich habe ich einen Beitrag gelesen, in dem es u. a. um eine Vorhersage ging, die Sie 2011 gemacht hatten. Sie sagten, dass die Allgemeinheit bei einem Preis von über 30 $ mehr Silber kaufen würde, als bei einem günstigeren Preis, und Sie glauben, dass das eines Tages wieder so sein wird. Warum denken Sie das? Das ist ein wichtiger Punkt, denn viele Anleger nehmen wahrscheinlich an, dass die meisten Silber eher verkaufen als kaufen würden, wenn der Preis so hoch steigt.

David Morgan: Nun, als das zum ersten Mal passierte, wurden bei einem Preis von etwa 30 $ große Mengen Silber gekauft. Ein Blick auf einen Chart verrät Ihnen, dass der Kurs rund ein Jahr lang über diesem Niveau notierte. Wenn er dort geblieben wäre, hätten die Top-Silberunternehmen jetzt großartige Gewinnspannen. Ich meine die, die an der New York Stock Exchange oder der NASDAQ gelistet sind, nicht die kleinen, spekulativen Unternehmen. Mit höheren Gewinnen könnten sie expandieren und die Lage in der Branche wäre viel besser. Leider ist das nicht passiert.

Wenn der Silberpreis wieder auf 30 $ klettert, wird es einige Anleger geben, die beim letzten Bullenmarkt bei 30 $ eingestiegen sind und sich jetzt sagen: "Oh Mann, ich hasse Silber. Endlich ist es wieder gestiegen, jetzt kann ich es verkaufen." Sie werden also mit Sicherheit Anrufe von Leuten bekommen, die ihr Silber wieder verkaufen wollen. Natürlich werden Sie in beide Richtungen Geschäfte machen, denn Sie werden auch viele neue Käufer dazugewinnen, besonders wenn der Preis auf über 25-26 $ steigt. Das ist nur eine Schätzung, aber wahrscheinlich eine gute Schätzung. An diesem Punkt wird sich Marktpsychologie ändern.

Viele Leute, die Silber schon aufgegeben hatten, werden wieder zu den größten Fürsprechern des Edelmetalls werden. Im Internet wird es haufenweise kostenlose Werbung und Kommentare darüber geben, warum Silber das großartigste und beste Asset aller Zeiten ist, warum sich sein Kurs besser entwickeln wird als der Goldkurs, wie erschwinglich es für jedermann ist usw. All die Argumente, die wir schon tausendmal gehört haben, werden wir wieder hören, nur eben von anderen Analysten und von neuen Webseiten. Sie werden auf Facebook und in den verschiedensten Ecken des Netzes zu finden sein. Die Silber-Story wird förmlich explodieren und in Nischen und zu Menschen vordringen, die zuvor noch nie etwas damit zu tun hatte. Für jeden, der sein Silber für 30 $ verkauft, um sein investiertes Geld wieder zurückzubekommen, wird es zahlreiche neue Käufer geben.

Die Voraussetzung für diese neue Aufbruchstimmung sind natürlich entsprechende wirtschaftliche Entwicklungen. Aber so funktionieren die Märkte nun einmal und ich bin mir ziemlich sicher, dass es so kommen wird. Es wird eine überwältigende Dynamik sein. Wenn genügend Anleger bei 30 $ verkaufen, wird der Kurs dort natürlich an einen Widerstand stoßen. Das könnte zwei Wochen dauern, oder zwei Monate. Es wird nicht zwei Jahre dauern, diesen Widerstand zu durchbrechen, aber das Überschreiten dieses Niveaus und des nächsten darüber wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Manche Anleger, die Silber bei 40 $ gekauft haben, sagen sich vielleicht auch, "Sobald der Kurs auf 40 $ steigt, muss ich dieses Zeug loswerden."

Sobald dann ein neues Hoch erreicht ist - oder vielleicht schon, sobald der Silberpreis auf über 40 $ steigt - wird es aber auch viele Anleger geben, die Silber zu diesen neuen Höchstpreisen kaufen. Sie glauben, dass der Preis bis auf 100 $ klettern wird und fürchten, dass sie die Rally verpassen. Sie haben sich zum ersten Mal mit Silber beschäftigt, weil sie in irgendeiner Ecke des Internets, die das Edelmetall nun ebenfalls erobert hat, all die entsprechenden Argumente gehört haben. Sie glauben, dass sie mit Silber nicht verlieren können.

Wenn diese Anleger in großer Zahl den Sprung wagen, wird der Preis höher und höher steigen, weil der Silbermarkt so winzig ist, dass die neuen Käufe ihn zwangsläufig nach oben treiben werden. Die Anleger, die mit ihren Silberinvestments im Plus sind, werden nicht verkaufen, weil sie nicht abschätzen können, wann hoch "zu hoch" bedeutet. Wir werden eine ähnliche Bewegung wie im Jahr 2011 beobachten, als der Kurs von 19 $ auf 26 $ kletterte, dort eine Weile verharrte und dann von 26 $ auf 48 $ in die Höhe schoss. An diesem Punkt habe ich verkauft und meine Abonnenten, die ihre Positionen daraufhin ebenfalls schlossen, waren anschließend sehr froh darüber, dass ich das Top erkannt hatte.


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