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Die Rückkehr der Inflation und ein neuer Goldrausch

15.03.2017  |  Michael J. Kosares
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Überschussreserven, Rendite der 1-jährigen US-Staatsanleihe mit fester Laufzeit und die Verzinsung der Überschussreserven

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"Die üblichen Instrumente der Geldpolitik sind im Wandel begriffen. Die alten Standardwerkzeuge der Geldpolitik, die man in jedem Einführungsseminar in die Ökonomie kennenlernte - Offenmarktgeschäfte, Änderungen des Diskontsatzes, Anpassung der Reserveanforderungen - beruhen alle auf der Annahme, dass die Banken ihre Überschussreserven möglichst gering halten wollen.

Wenn die Banken jedoch Überschussbestände in Höhe mehrerer Billionen Dollar halten, werden andere geldpolitische Instrumente nötig. Die Fed hat bereits angekündigt, dass die Geldpolitik in Zukunft hauptsächlich mit Hilfe des Zinssatzes umgesetzt werden soll, den die Notenbank auf die Einlagen der Geschäftsbanken zahlt, sowie mit Hilfe ihres neuen Reverse-Repo-Programms."
- Timothy Taylor, Conversable Economist

Wie Sie anhand des obenstehenden Charts erkennen können, haben sich die Spielregeln vor der Zinserhöhung durch die Fed im Dezember 2015 geändert. Die Kräfte der freien Märkten, entfesselt durch den Verkauf von US-Staatsanleihen, begannen sofort, die Zinsen nach oben zu treiben. Der wichtigste Punkt ist jedoch, dass die Rendite der US-Staatsanleihe mit einer Laufzeit von einem Jahr, die oft stellvertretend für das allgemeinen Zinsniveau steht, seit Ende 2015 permanent über dem statischen Zinssatz liegt, den die Federal Reserve auf Überschussreserven zahlt. Dadurch hatten die Geschäftsbanken wieder einen starken Anreiz, ihre Überschussbestände in neue Kredite zu verwandeln. Daran hat sich bis heute nichts geändert.


Überschussreserven und Bankkredite

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In unserem heutigen Fiatwährungssystem wird Geld durch Kreditvergabe erschaffen. Damit Geldpolitik Wachstum erzeugen kann, müssen die Konsumenten und Unternehmen bereit sein, Geld zu leihen, und die Banken müssen gewillt sein, Kredite zu vergeben. Dann - und nur dann - können Wachstum und wirtschaftliche Erholung beginnen. Dieser Chart zeigt, dass die Banken bei der Kreditvergabe sehr erfolgreich waren, und dass die Verbraucher und Unternehmen ihrerseits bereit waren, Darlehen aufzunehmen.

Drei Aspekte dieses Charts verdienen es, besonders hervorgehoben zu werden:

1. Die Geschäftsbanken haben ihre Überschussreserven seit Oktober 2015 stetig reduziert, d. h. seit die Federal Reserve erstmals eine Zinserhöhung andeutete.

2. Die Kreditvergabe* durch die Banken beschleunigte sich an Anfang 2014, kurz bevor die Überschussreserven begannen, aus der Bilanz der Fed und zurück zu den Geschäftsbanken zu fließen. Dies verstärkte sich, als die Fed ihr Zinsziel im Dezember 2015 und 2016 tatsächlich um 0,25% erhöhte. Dabei handelte es sich um die zweite und dritte Zinsanhebung innerhalb eines Jahrzehnts.

3. Zwischen den Überschussreserven und den Bankenkrediten ist eine klare Auseinanderentwicklung erkennbar, die die direkte Verbindung der beiden Größen demonstriert. Als die Überschussbestände zunehmend abgebaut wurden, nahm die Kreditvergabe zu.

* Die Bankenkredite umfassen die Gesamtheit aller von den US-Geschäftsbanken vergebenen Darlehen an Unternehmen, Privatpersonen und die Regierung.



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