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John Hathaway: Physisches Gold wird knapp - das Ende der Futures-Märkte?

24.03.2017  |  Redaktion
John Hathaway, einer der Manager des Tocqueville Gold Fund, legte in einem gestern auf KingWorldNews.com veröffentlichtem Artikel dar, wie er die weitere Entwicklung des Goldmarktes einschätzt und ging dabei auch auf Faktoren ein, die seiner Meinung nach normalerweise unterschätzt werden.

Das Analystenteam von Tocqueville beurteilt die aktuelle Stimmung am Goldmarkt als äußerst bärisch und vergleichbar mit dem negativen Sentiment, welches während der Tiefs Ende 2015 vorherrschte. Angesichts dieses Pessimismus rechnen die Experten mit einer starken Aufwärtsbewegung des Goldpreises, analog zu ersten Jahreshälfte 2016.

Ein wichtiger Punkt sind nach Angaben John Hathaways die nach wie vor positiven Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage, die zusätzlich gestärkt werden, weil das aktuelle Preisniveau zu niedrig sei, um einen Ausbau der Minenproduktion zu rechtfertigen. Die weltweit geförderte Goldmenge stagniert und wird Hathaway zufolge bis 2020 oder darüber hinaus wahrscheinlich sinken.

Die physische Nachfrage nehme indes schon seit Langem kontinuierlich zu. Seit 2013 übersteigen dem Artikel zufolge allein die Goldkäufe in China, Indien, Russland und der Türkei den globalen Minenausstoß. Folglich sinken die Goldreserven der westlichen Staaten, da sie verwendet werden, um die Nachfrage der östlichen Hemisphäre zu decken.

Darüber hinaus spricht Hathaway die Etablierung eines Sharia-Standards für Goldinvestments im Dezember 2016 an - eine Entwicklung, die von den meisten Medien ignoriert wurde. Zwar sei bisher noch nicht abzusehen, welche Größe dieser Markt künftig erreichen wird. Durch die Schaffung von Gold-ETFs und ähnlichen Anlageprodukten in Übereinstimmung mit der islamischen Gesetzgebung könne jedoch ein gänzlich neuer Markt erschlossen werden. Die Nachfrage nach physischem Gold werde sich dann in jedem Fall erhöhen.

Von besonderer Bedeutung wäre dem Experten zufolge jedoch die Verwendung von Gold als Zahlungsmittel im internationalen Handel. Nach Angaben des Artikels wickeln Russland, Saudi-Arabien und der Iran bereits den Großteil ihres Ölhandels mit China in Yuan ab und umgehen dabei das Dollarsystem. Der Yuan könne anschließend an der Shanghaier Edelmetallbörse SGE direkt in physisches Gold umgewandelt werden. Gold sei inzwischen zu einem beliebteren Reserveasset avanciert als die US-Staatsanleihen.

Nach Einschätzung der Analysten des Tocqueville-Fonds wird Gold im globalen Rohstoffhandel eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Infolgedessen werde auch der Einfluss der Terminmärkte schwinden, an denen hauptsächlich Kontrakte, aber kaum physische Edelmetalle gehandelt werden. Bislang ist der Futures-Handel Hathaway zufolge der wichtigste kurz- bis mittelfristige Preisfaktor am Goldmarkt, der jedoch nicht auf der fundamentalen Marktlage basiere, sondern vor allem von den Algorithmen der Hochfrequenz-Trader gelenkt wird.

Insgesamt geht John Hathaway davon aus, dass sich die physische Goldknappheit beim derzeitigen Preisniveau weiter verschärfen wird. Der kontinuierliche Fluss des Edelmetalls von West nach Ost werde den aktuellen Preisbildungsmechanismus dabei zunehmend untergraben. Je länger sich die Diskrepanz zwischen dem physischen und dem Papiergoldmarkt fortsetzt, desto höher ist dem Experte zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich eines Tages auf "epische" Weise auflösen wird.


© Redaktion GoldSeiten.de



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