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Prognosen für Deutschland: Zerstrittene Propheten

13.05.2017  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
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"Martin Schulz macht Kinder froh - und Erwachsne ebenso"

Wie froh oder unfroh die Erwachsenen sich fühlen, wird sich in den zahlreichen in diesem Jahr fälligen HOCH-demokratischen Wahlen, flankiert von höchst einseitigen Medienberichten, erst noch zeigen müssen. Hier gilt das altbäuerliche Motto:

"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist
Ändert sich die Politik oder sie bleibt wie sie ist"

Man darf gespannt sein, wie das Ergebnis nach dem nächsten Hahnenschrei wohl aussehen mag? Könnte es nicht vielleicht heißen: "Die Regierung setzte das Volk ab und wählte sich ein neues"? Diese Situation könnte tatsächlich eintreten, sobald die TARGET-Bombe platzt.


Diese TARGET-Zeitbombe tickt im deutschen Schlafzimmer lauter und immer lauter

Was bedeutet dieses der Öffentlichkeit (aus gutem Grund) weitgehend unbekannte Kürzel?

Trans-European Automated Real-Time Gross-Settlement Express Transfer-System

Da das gemeine Volk, also der Steuerzahler, hiervon nichts wissen soll, wurde diese hoch explosive Bezeichnung geschickt verklausuliert. Die Salden auf diesen TARGET-Konten weisen die Stände im Zahlungsverkehr der Euro-Notenbanken an. Hier leuchten alle Lichter tief, tief rot, jedenfalls für Deutschland. Sie zeigen extreme Kapitalflucht aus dem Süden der EU an.

Beschwichtigend heißt es aus Brüssel und Berlin, dies sei kein Problem, sondern nur ein kleiner statistischer Nebeneffekt der Anleihekäufe der EZB. Dies ist eine Achtelwahrheit. Geldströme, die aus einem Land abfließen, erzeugen einen Negativsaldo für dieses Land. Als Draghi die geheimnisvollen Worte sprach "Der Euro wird immer gerettet, was immer dafür notwendig sein möge", da verlangsamte sich der Abfluss etwas, da die ärmeren EU-Peripherie-Länder wussten: "Wenn wir pleitegehen, rettet uns der gottgleiche Draghi ohnehin, sonst wäre ja seine heilige Monstranz, also der Euro, kaputt."

2015 hatte Spanien ein Minus von 335 Milliarden Euro, Portugal wies ein Minus von 75 Milliarden aus und Italien steht mit 365 Milliarden in der Kreide. Deutschland bzw. die Bundesbank verzeichnete ein Plus von 800 Milliarden. Die Kapitalflucht und die Misswirtschaft in den südlichen Ländern wird im Grunde mit Bundesbankkrediten finanziert, denn die als "Gegenleistung" angebotenen Schrott-Papiere, von denen die EZB bisher 1,6 Billionen kaufte und dafür frisch gedruckte Euros an todkranke Institutionen, Banken, ja Länder ausreichte, landeten zum Großteil bei der Bundesbank. Diese sitzt also auf Bergen unverkäuflicher "Wertpapiere" kaputter Banken, Firmen und Staaten.

Träte ein Land aus der EU aus, wären alle Papiere dieses Landes verloren. Und da eine Haftungsunion besteht, müsste die Bundesbank also für astronomische Summen von mehr als 800 Milliarden Euro gerade stehen. Ihre fragilen Bilanzpositionen in TARGET wären dann einige Kilo Kartoffeln oder Äpfel wert.

TARGET birgt mit seinen Garantieverpflichtungen für Deutschland, für seine Zentralbank und Steuerzahler ein immenses Risiko. Und auch Erpressungspotential. "Wir könnten ja austreten und dann sind alle Milliarden Euro, die wir schulden, weg". Daher zahlt ganz schnell noch 300 Milliarden Schmiergeld für unseren bankrotten Haushalt. Jahr für Jahr, sonst treten wir tatsächlich aus und unsere Schulden und euer Euro wären futsch.

Griechenland lebt von dieser Philosophie seit Jahren und wird immer weiter "unterstützt", insbesondere von Deutschland. Die Politik und Berlin schweigen tief aus gutem Grunde, und die Öffentlichkeit ist ahnungslos. Wie soll Italien etwa 600 Milliarden Euro im Falle eines Austritts, mit frisch gedruckten Lire bezahlen, die keiner will, oder mit grünen Oliven? Die Abzahlung würde Jahrhunderte dauern.

Übrigens: Holland und Luxemburg würden auch ein wenig bluten, käme es zu einem EU-Zerfall. Aber im Vergleich zu Deutschland nur mit einem Schnaps-Gläschen voll. Womit würde das kleine Griechenland ohne nennenswerte Industrie, etwa 400 Milliarden Euro zurückzahlen? Mit Ziegenkäse über 600 lange Jahre hinweg? Mit diesen Käse-Mengen könnten dann alle Schlaglöcher auf deutschen Straßen, alle Kiesgruben und Fuchshöhlen ausgefüllt werden.

Im Klartext: Träte ein EU-Land aus, haftet Deutschland voll für deren Schulden und Schrottpapiere, die zur "Deckung" der niemals erfüllbaren Verpflichtungen ausgegeben wurden, die in Frankfurt bestens dokumentiert und wie gestapelte Schichten von Sandpapierblättern herumliegen. Hoffentlich 2017 noch nicht! Inzwischen kauft Draghi munter weiter seine Schrottpapiere.

Open in new windowMal sehen, ob dieser "kleine statistische Nebeneffekt" eines trüben Tages nicht doch seine für Deutschland tödliche Nebenwirkungen entfaltet. Der Euro verschwindet, und Berlin wird eine Billion oder mehr für die Schulden von Ländern der unproduktiven Verschwender und Schulden-Junkies überweisen müssen, falls es dann noch funktionierende Banken gibt.

Diese Situation könnte tatsächlich eintreten, wenn die TARGET-Bombe platzt. Draghi hat sie gebastelt und scharf gestellt. Doch die Wirkung, die es macht, hat Freund Draghi nicht bedacht. Für Deutschland gilt laut Busch in Hinsicht auf Draghis Aktivitäten:

Der Wohlstand wird gar leicht vermisst, Wenn man ihn sucht wo er nicht ist.

Wo mag dann am Ende des Bomben-Kollapses die Kaufkraft von Gold und Silber stehen? Mit absoluter Sicherheit nicht auf dem heutigen Stande!


© Prof. Hans-Jürgen Bocker
www.profbocker.ch



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