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Verschwörungstheorien vs. Fakten: Wie viel Gold existiert weltweit?

04.08.2017  |  Steve St. Angelo
- Seite 3 -
Ich schätze, dass in den oben angegeben Quellen wiederum noch ältere Quellen zitiert werden. Wie wir sehen, gibt es also umfangreiche, gut dokumentierte Daten und Fakten aus den letzten 150 Jahren (oder mehr), die eine zuverlässige Schätzung der weltweiten historischen Goldproduktion zulassen. Zwar handelt es sich zwangsläufig um Schätzungen und nicht um exakte Zahlen, aber diese Näherungswerte wurden nach bestem Wissen ermittelt und bilden eine gute Grundlage für weitere Analysen.

Mit Hilfe der Daten der US-Bergbaubehörde von 1929 und aktuelleren Zahlen, die vom geologischen Institut U.S. Geological Survey (USGS) und von GFMS veröffentlicht wurden, habe ich ein Diagramm erstellt, dass die gesamte bisherige Goldproduktion weltweit veranschaulicht:

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Für meine Kalkulation habe ich nur die Produktionszahlen ab dem Jahr 1493 verwendet und mich in manchen Jahren auf die Angaben des USGS statt auf die Statistiken von GFMS gestützt, die leicht voneinander abweichen können. Auf diese Weise gelange ich zu einer Gesamtproduktion von 173.000 Tonnen Gold. Wenn wir zudem das vor 1493 geförderte Gold berücksichtigen, stimmt die von mir berechnete Menge recht gut mit der Schätzung der Experten von GFMS überein, die von 187.500 Tonnen ausgehen.

Der Grund für den sprunghaften Anstieg der Goldproduktion nach 1900 war die Verwendung von Öl als Energiequelle. Ein Barrel Rohöl ersetzt die Arbeitsleistung von tausenden Menschen. Als die globale Ölförderung zu Beginn des letzten Jahrhunderts exponentiell zunahm, wurde auch der Goldbergbau im gleichen Maße ausgeweitet. Genauer gesagt stammen 91% des ab 1493 gewonnen Goldes aus den Jahren nach 1900 und 70% der Gesamtproduktion entfallen auf die Zeit ab 1950.

Das bringt uns unweigerlich zu der logischen Schlussfolgerung: Wie kann es sein, dass angeblich 1-2 Millionen Tonnen Gold in unterirdischen Tresoren versteckt sind, wenn in der gesamten Geschichte der Menschheit weltweit weniger als 200.000 Tonnen produziert wurden?

Manche Leute glauben, dass die Hochkulturen der Antike, wie z. B. das Römische Reich, weit mehr Gold gefördert haben, als wir ihnen zugestehen. Nun, ich habe mir die Untersuchungen angeschaut, in denen gute Angaben über den römischen Bergbau zu finden sind und diese Informationen bereits in einem früheren Artikel veröffentlicht:


Die Goldproduktion im Alten Rom

"Nach Angaben der antiken Enzyklopädie Naturalis historia von Plinius dem Älteren, der 79 n. Chr. verstarb, belief sich die jährliche Goldproduktion im Römischen Reich auf schätzungsweise 9 Tonnen (in Asturien, Gallaecia und Lusitanien auf der Iberischen Halbinsel (Quelle: Wikipedia)). Die 9 Tonnen beziehen sich nicht auf den Goldbergbau in allen Teilen des Römischen Reiches, daher wollen wir hier eine Gesamtproduktion von 15 Tonnen annehmen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Römer 500 Jahre lang 15 Tonnen Gold pro Jahr gewonnen haben, kommen wir auf insgesamt 7.500 Tonnen. Ich bezweifle, dass es wirklich so viel war, aber selbst dann würde das nicht allzu viel an der Gesamtmenge von rund 170.000 Tonnen in der Geschichte der Menschheit ändern.

Abgesehen davon ist es gut möglich, dass der Großteil des antiken Goldes für immer verloren ist. Aus diesem Grund schreibt GFMS auch, dass 170.000 Tonnen ein guter Näherungswert sind. Natürlich könnten die Analysten auch etwas übersehen haben. Aber selbst wenn wir die Goldmenge großzügig auf 200.000 Tonnen aufrunden, ist das noch immer nur ein Zehntel der 2 Millionen Tonnen, von denen Bix Weir und Karen Hudes behaupten, sie würden existieren.

Es ist ganz einfach eine physikalische Unmöglichkeit, dass die antiken Hochkulturen mit ihren einfachen Mitteln auch nur ansatzweise eine ähnliche Menge Gold produziert haben, wie wir das heute mit Hilfe der gigantischen Trucks tun, die 400 Tonnen Roherz auf einmal transportieren können. Diese Schwerlasttransporter haben einen durchschnittlichen Verbrauch von rund 780 Litern auf 100 Kilometern. Einer der Angestellten in einem großen Tagebau erzählte mir einmal, dass die Reifen der Trucks fünfmal im Jahr gewechselt werden müssen. Mache davon sind 4 Meter hoch und kosten mehr als 50.000 $ pro Stück.

Davon einmal abgesehen war Gold natürlich nicht das einzige Metall, dessen Fördermenge sich mit dem Aufkommen von Öl als Energiequelle exponentiell erhöhte. Im Silber- und im Kupferbergbau ließ sich die gleiche Entwicklung beobachten, um nur einige Beispiele zu nennen:

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