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Was die Märkte am meisten fürchten sollten

26.05.2017  |  Michael Pento
Donald Trumps Wirtschaftsagenda wird sich angesichts der fast täglichen neuen Enthüllungen aus dem Weißen Haus wohl weiter verzögern. Das könnte nun endlich zum seit Langem erwarteten Kursrücksetzer an den Aktienmärkten um mindestens 5% führen. Doch wie dem auch sei - was sich in Zukunft als viel problematischer erweisen wird als der Kleinkrieg zwischen Präsident Trump und dem US-Justizministerium und der Presse, ist der Marktcrash, zu dem es unweigerlich kommen wird, wenn die Zentralbanken rund um den Globus von ihren bisherigen Assetkäufen Abstand nehmen.

Die Märkte leben schon seit Jahren von den ultra-niedrigen, künstlichen Zinssätzen der US-Notenbank Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan. Zudem erhielt die Wirtschaft positive Impulse durch die sagenhafte Neuverschuldung in China, für die die Chinesische Volksbank bürgte. Als das Land in Bezug auf leerstehende Städte einen Sättigungspunkt erreichte, begann es stattdessen, die Initiative zum Ausbau der "Neuen Seidenstraße" voranzutreiben. Dieses Projekt könnte das schuldenbasierte Stimulierungsprogramm, mit dem die Weltwirtschaft geflutet wird, um zusätzliche Billionenbeträge erweitern.

Darüber hinaus hat uns die Federal Reserve Bank von New York kürzlich darüber informiert, dass die US-Haushalte wieder Geld ausgeben, als schrieben wir das Jahr 2008. Tatsächlich sind die Amerikaner heute stärker verschuldet als auf dem Höhepunkt der Kreditblase von 2008. Das Kreditvolumen hat ein neues Hoch von 12,7 Billionen Dollar erreicht und damit die bisherige Rekordverschuldung übertroffen, die unmittelbar vor dem Finanzcrash verzeichnet worden war. Die Gesamtschulden der Vereinigten Staaten entsprechen mittlerweile 350% des Bruttoinlandsprodukts.

Die Perma-Bullen an der Wall Street argumentieren, dass diese Bereitschaft zur Aufnahme neuer Schulden den Optimismus der Banken und der Verbraucher bezüglich des Wirtschaftswachstums widerspiegelt. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Hausse an den Aktienmärkten zum einen von den Zentralbanken befeuert wurde, die in beispiellosem Tempo und Umfang Geld druckten, und zum anderen auf der nicht tragbaren Anhäufung neuer Schulden beruht, die sich weltweit mittlerweile auf 230 Billionen Dollar bzw. 300% des Bruttoweltproduktes belaufen.

Im Moment richtet sich alle Aufmerksamkeit auf die täglichen Skandale im Weißen Haus. Noch schlimmer ist jedoch, dass diese Kontroversen das hinauszögern, was die Wall Street dringend benötigt, um die Illusion der ökonomischen Lebensfähigkeit aufrechtzuerhalten: massive Steuererleichterungen für die Unternehmen, die nicht durch die Abschaffung von Vergünstigungen oder durch Ausgabenkürzungen wieder aufgewogen werden. Jetzt, da die US-Notenbank die Wall Street zumindest vorerst sich selbst überlassen hat, brauchen die Märkte dringend etwas, womit sie das hohe Kursniveau rechtfertigen können.

In Wahrheit ist eine Korrektur an diesem extrem selbstgefälligen und überbewerteten Markt schon seit Langem überfällig. Doch ebenso wie Präsident Trump verhält sich der Markt, als wäre er mit Teflon beschichtet. Nordkorea testet Atombomben, Russland mischt sich in die Wahlen ein, Trump wird vorgeworfen die Justiz zu behindern, die Unternehmensgewinne sinken, das Wirtschaftswachstum tendiert gegen Null - wen interessiert's? Hauptsache, eine Steuererleichterung ist in Aussicht und die anderen Zentralbanken rund um den Globus drucken weiterhin fleißig neues Geld. Was soll da schon schiefgehen?

Noch ist unklar, ob der jüngste Skandal um Donald Trump nur eine weitere Gelegenheit bietet, um die offensichtliche Faktenlage zu ignorieren und den Sell-off als Kaufchance zu betrachten. Langfristig sind wir jedoch der Ansicht, dass das unvermeidliche Ende der Zinsmanipulationen durch die Zentralbanken die großen Indices ins Chaos stürzen wird, weil es die Blasen an den Aktienmärkten platzen lässt, die nur aufgrund der Anleihekäufe eben dieser Banken überhaupt erst entstehen konnten.

Die Federal Reserve hat ihre Programme zur quantitativen Lockerung vorerst eingestellt und beschreitet nun den gefährlichen Pfad der Zinsnormalisierung. Die EZB wird schon bald gezwungen sein, ihr zu folgen. An diesem Punkt werden die Zentralbanker feststellen, dass die von ihnen gesponserte Rekordverschuldung es erforderlich macht, den Schuldendienst so gering wie möglich zu halten, wenn die Illusion der Zahlungsfähigkeit gewahrt werden soll. Wenn die Anleiheblase erst einmal platzt, wird das verheerende Folgen für die Investoren haben, denen jahrzehntelang eingeimpft wurde, dass jeder winzige Rücksetzer an den Aktienmärkten eine Kaufgelegenheit ist, und bei denen sich im Zuge dessen sie irrige und gefährliche Ansicht verbreitet hat, dass aktives Investmentmanagement schon vor langer Zeit hätte aussterben sollen.



© Michael Pento
www.pentoport.com


Der Artikel wurde am 22. Mai 2017 auf www.safehaven.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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