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Der bekannte Value-Investor Jeremy Grantham dreht um 180 Grad

01.07.2017  |  Claus Vogt
"Dieses Mal scheint alles ganz, ganz anders zu sein"

Der US-Aktienmarkt ist anhand aller verlässlichen Kennzahlen der Fundamentalanalyse extrem überbewertet. Das weiß jeder Value-Investor, und daran gibt es auch keinen Zweifel. Das sieht auch Jeremy Grantham so, der wohl bekannteste Value-Investor nach Warren Buffett, und ein alter Weggefährte Roland Leuschels. Leuschel und ich schätzen Grantham sehr, und im Großen und Ganzen kamen wir mit unseren Analysen und Lagebeurteilungen in den vergangenen Jahrzehnten auch meistens zu ähnlichen Ergebnissen wie er.

Das gilt beispielsweise für das Erkennen der Spekulationsblase Ende der 1990er Jahre. Oder für unsere Warnungen vor den Folgen der Immobilienblase für das Finanzsystem und die Realwirtschaft. Es gilt aber auch für die Ursachenanalyse, das heißt für die maßgebliche Rolle, die von den Zentralbankbürokraten bei der Entstehung dieser Blasen gespielt wurde.


Grantham sieht neuerdings keine Spekulationsblase mehr

Umso mehr hat es uns jetzt überrascht, ausgerechnet von Grantham den in jeder historisch überlieferten Spekulationsblase populären Satz zu hören, dass dieses Mal alles ganz anders zu sein scheine als in früheren Börsenzyklen. Diese Position vertritt Grantham neuerdings. Deshalb hält er das aktuelle Marktgeschehen trotz der massiven fundamentalen Überbewertung inzwischen nicht mehr für eine Spekulationsblase.

Da Grantham ein profunder Kenner der Finanzgeschichte und ein blitzgescheiter Analyst ist, nehmen wir seine Analyseergebnisse und Prognosen überaus ernst. Denn was Sie auf den ersten Blick vielleicht überraschen mag: Für Sie als Anleger wäre es eine sehr schlechte Nachricht, wenn Grantham Recht haben sollte. Es wäre ein Desaster für alle Anleger weltweit! Lassen Sie sich diese hochinteressante Analyse nicht entgehen.


Gold hat mein Zeitfenster für eine Wende nach oben erreicht

Den Mustern der Saisonalität messe ich in meinen Analysen nur eine geringe Bedeutung bei. Gelegentlich sind sie aber hilfreich, insbesondere wenn sie die Ergebnisse meiner Analysen zusätzlich bestätigen. Genau das ist jetzt der Fall, da beide von mir beobachteten Saisonalitäts-Modelle auf einen unmittelbar bevorstehenden unteren Wendepunkt des Goldpreises hindeuten.

Die wenig bekannte Modellvariante, die nicht auf dem Gregorianischen Kalender basiert, hat mir Anfang 2016 sehr gute Dienste geleistet, indem sie mich darin bestärkte, sehr bullish zu bleiben.

Noch ist die Konstellation für den Beginn der nächsten großen Aufwärtswelle des Edelmetallsektors nicht perfekt. Nun hat eine perfekte Konstellation, wie sie zuletzt Ende 2015, Anfang 2016 eingetreten ist, allerdings Seltenheitswert. Deshalb sollen Sie nicht allzu oft damit rechnen, dass alle Dominosteine passgenau für Sie aufgereiht werden. Wenn es dazu kommt, ist es natürlich wunderbar. Wenn nicht, sollten Sie aber einen Plan B in petto haben.

Die Gesamtkonstellation der von mir verwendeten Indikatoren ist zwar noch nicht perfekt, aber sie ist gut genug, um mit Adleraugen auf Anzeichen zu achten, die typischerweise am Beginn eines neuen Hausseschubs auftreten. Dabei spielen die Sentiment- und die Momentum-Indikatoren eine große Rolle und in besonderem Maße das Verhalten der Edelmetallaktien. Sie alle deuten darauf hin, dass der Startschuss der nächsten Edelmetallhausse bald fallen wird.


Goldpreis pro Unze in $, 2016 bis 2017

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Der Startschuss für die nächste große Aufwärtsbewegung wird bald fallen.
Quelle: StockCharts.com


Goldminen-Index vor der Entscheidung

Werfen Sie jetzt einen Blick auf den Gold Bugs Index der 16 führenden Gold- und Silberminenaktien. Wie Sie sehen, hat sich dieser Index in den vergangenen Tagen erneut der Widerstandslinie genähert, die bei 180 Punkten verläuft. Ich wäre nicht überrascht, wenn diese Marke in den kommenden Tagen unterschritten würde. Ich würde in diesem Fall aber nicht unbedingt von einem Verkaufssignal reden, das es rein charttechnisch gesehen natürlich darstellt.

Da ich aufgrund wichtiger anderer Indikatoren mit einem unteren Wendepunkt rechne, wäre ein charttechnisches Verkaufssignal der Minenaktien, das ich aufgrund anderer Indikatoren als Fehlsignal interpretieren würde, geradezu ideal, um diesen Wendepunkt einzuleiten.


Gold Bugs Index, Momentum-Oszillator, 2016 bis 2017

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Wird die Unterstützung bei 180 Punkten halten?
Quelle: StockCharts.com


Ihnen stehen zwei wichtige Wochen bevor

Die nächsten ein bis zwei Wochen sind sehr wichtig für Ihre Edelmetallinvestments. Ich rechne damit, dass jetzt die Weichen für die kommenden Monate gestellt werden. Die aktuelle Situation ist überaus spannend. Nicht nur bei den Edelmetallen, sondern auch an den Aktienmärkten.

Nicht ganz zufällig nähern sich auch der Dollar und die Anleihenmärkte sehr wichtigen Marken, so dass sich eine extrem interessante Großwetterlage ergibt. Vielleicht war der gestrige Donnerstag bereits der Starttermin für den Ausverkauf an den Märkten.

P.S.: Das aktuelle Geschehen an der NASDAQ gleicht in vielerlei Hinsicht der Entwicklung des Jahres 2000. Damals war es der Beginn einer Baisse, in deren Verlauf NASDAQ und DAX um mehr als 70% gefallen sind.


© Claus Vogt
www.krisensicherinvestieren.com


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