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Geblendet von der Geldillusion: Eine Chronologie der Finanzkatastrophen

11.07.2017  |  Michael J. Kosares
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Wirtschaftskrise von 1910-11: Die Verabschiedung des Sherman Antitrust Acts zur Regelung des Wettbewerbsrechts und die Entflechtung der Standard Oil Company führten in den USA zu einem leichten Konjunkturrückgang.

Hyperinflation von 1923, Deutschland: Auf dem Höhepunkt der Geldentwertung erreichte die Inflationsrate 3.250.000% pro Monat. Die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges beschlossenen Reparationszahlungen werden häufig als Grund für die Gelddruckorgie genannt, die zur hyperinflationären Krise führte. Zu ähnlichen, wenn auch nicht ebenso katastrophalen Entwicklungen kam es in den 1920er Jahren auch in Ungarn, Polen, Österreich und der Sowjetunion.

Schwarzer Donnerstag, USA, global: Folgenreichster Börsencrash der Geschichte und Auslöser der Großen Depression der 1930er Jahre.

Hyperinflation von 1944, Griechenland: Die Inflation begann mit der Besetzung des Landes durch die deutsche Wehrmacht und erreichte nach der Befreiung ihren Höhepunkt. Die Bürger weigerten sich, Drachmen für Handelsgeschäfte zu akzeptieren und das Land verarmte.

Hyperinflation von 1946, Ungarn: Schlimmste je verzeichnete Inflation der Geschichte. Die Preise verdoppelten sich alle 15 Stunden und machten sämtliche Ersparnisse wertlos.

Stagflation von 1973, USA, global: Weltweit kam es zu Inflationsraten im zweistelligen Bereich und hoher Arbeitslosigkeit, nachdem der US-Dollar zweimal abgewertet (1971, 1973) und schließlich vom Goldpreis entkoppelt wurde.

Lateinamerikanische Schuldenkrise, 1982: Eine exzessive Auslandsverschuldung löst die schlimmste Kapitalmarktkrise in der Geschichte Lateinamerikas aus. Währungsentwertungen und Staatsbankrotte waren die Folge.

Börsencrash von 1987, global: Der Sturz der Aktienkurse begann in Hongkong, setzte sich dann in Europa fort und führte in den USA schließlich zum stärksten Einbruch des Dow Jones innerhalb eines Handelstages, der je verzeichnet wurde. Der Crash ging als Schwarzer Montag in die Geschichte ein.

Savings-and-Loan-Krise, 1989-91, USA: Fast ein Viertel der Sparkassen in den Vereinigten Staaten gingen infolge notleidender Immobilienkredite pleite. Darauf folgte starker Rückgang der Immobilienpreise und eine Rezession.

Ende der Bubble Economy in Japan, 1990: Mit dem Platzen der Blasen-Wirtschaft und dem Einbruch der Aktien- und Immobilienpreise begann die auch als "Verlorene Dekade" bezeichnete wirtschaftliche Stagnation in Japan, die weitestgehend auf das Land beschränkt blieb.

Skandinavische Bankenkrise, 1990, Schweden, Finnland: Einbruch der Währungskurse und der Immobilienmärkte; große Kreditinstitute gehen bankrott.

Pfundkrise, 1992-93, Großbritannien: Spekulationen gegen das Britische Pfund zwangen das Vereinigte Königreich zum Austritt aus dem Europäischen Währungssystem und lösten eine Rezession aus.

"Tequila-Krise", 1994, Mexiko: Die plötzliche Abwertung des Pesos zog eine hohe Inflationsrate nach sich und führte zur Vernichtung von Vermögenswerten, Bank Runs und Kapitalflucht. Die US-Regierung bewilligte ein umstrittenes Hilfspaket.

Asienkrise, 1997: Finanz-, Währungs- und Wirtschaftskrise, die auf mehrere ostasiatische Staaten übergriff. Es kam zu Börsencrashs, hoher Inflation, einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und dem Einbruch des Immobiliensektors.

Russlandkrise, 1998: Russland wertete den Rubel ab und war de facto bankrott. Dies wirkte sich weltweit auf die Finanzmärkte aus: Der Dow Jones verlor innerhalb von drei Handelstagen 11,5% und der Hedgefonds Long Term Capital Management ging pleite.

Argentinien-Krise, 1999: Die Regierung erklärte ihre Zahlungsunfähigkeit gegenüber den ausländischen Gläubigern. Es kam zu Bank Runs, Aufständen und einer umfassenden Kapitalflucht. Über Nacht fror die Regierung alle Bankkonten für die Dauer von zwölf Monaten ein. Die Wirtschaftstätigkeit kam praktisch zum Stillstand.

Dotcom-Blase, 2001, USA: Aktienmarktspekulationen im Bereich der "New Economy" endeten schließlich mit dem Platzen der Blase und riefen eine Flaute an den allgemeinen Märkten hervor, die mehr als ein Jahrzehnt lang anhielt. Der Crash der Technologieaktien trug zum Beginn der langanhaltenden Goldhausse bei.

Bankenkrise von 2008, Island: Der Kollaps der größten isländischen Geschäftsbanken führte zum Run auf die Spareinlagen und einem drastischen Wertverlust der isländischen Krone.

Hyperinflation von 2008, Simbabwe: Die bislang schlimmste Hyperinflation des 21. Jahrhunderts erreichte auf ihrem Höhepunkt im Jahr 2008 eine Entwertungsrate von 79,6 Milliarden % jährlich.

Finanzkrise von 2008, USA, global: Der Beinahe-Kollaps des globalen Finanzsystems hatte zur Folge, dass zahlreiche Finanzinstitute mit Staatsmitteln gerettet werden mussten und führte zu einem starken internationalen Anstieg der Goldnachfrage, da sowohl Privatanleger als auch institutionelle Anleger und Zentralbanken auf der Suche nach einem "sicheren Hafen" waren.

Staatsschuldenkrise, 2010, EU: Die noch nicht überstandene Krise nahm ihren Anfang in Griechenland und weitete sich auf fast ganz Europa aus. Unter internationalen Investoren ruft sie Bedenken bezüglich der Stabilität des europäischen Banken- und Währungssystems hervor.


© Michael J. Kosares
USAGOLD / Centennial Precious Metals, Inc.



Der Artikel wurde am 05.07.2017 auf http://news.goldseek.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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