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Was uns das Gold/Rohstoff-Verhältnis über den Zustand des Währungssystems verrät

25.11.2017  |  Steve Saville
Der folgende Monatschart zeigt, dass Gold im Verhältnis zu einem breit gefächerten Rohstoffkorb in den frühen 1970er Jahren einen sehr langfristigen Bullenmarkt begonnen hat. Bis jetzt hält der Aufwärtstrend gegenüber den Rohstoffpreisen seit 47 Jahren an. Es ist kein Zufall, dass diese Hausse zur gleichen Zeit begann, als die offizielle Verbindung zwischen dem US-Dollar und Gold gekappt wurde und die Ära der frei schwankenden und nicht mehr an reale Werte gebundenen Währungen anbrach.

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Jeder, der versucht, traditionelle Methoden der Rohstoffanalyse auf Gold anzuwenden, hätte Schwierigkeiten, den obenstehenden Chart zu erklären, weil das Gesamtangebot im Verhältnis zur kommerziellen Nachfrage über diesen äußerst langen Zeitraum hinweg bei Gold ungleich größer war als bei allen anderen Rohstoffen. Basierend auf einer solchen Analyse von Angebot und Nachfrage, die typischerweise bei anderen Rohstoffen angewendet wird, sollte der Goldmarkt die schlechteste Performance aufweisen.

Der Grund dafür, dass Anfang der 1970er ein mehrere Generationen umfassender Aufwärtstrend des Goldpreises gegenüber den Rohstoffpreisen begann, der sich auch künftig fortsetzen wird, ist jedoch nicht, dass Gold Geld ist. Die Wahrheit ist, dass Gold heute keiner praktischen Definition von Geld mehr gerecht wird. Ursache des Trends sind zum einen die höheren Fehlinvestitionen, die nach 1970 durch das Währungssystem begünstigt wurden, und zum anderen die Bemühungen der Zentralbanker, das Sparen in offizieller Währung für Anleger so unattraktiv wie möglich zu machen.

Was dadurch passiert, ist kurz gesagt Folgendes: Um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, setzen die Notenbanken die Zinsen unter Abwärtsdruck, indem sie neues Geld schaffen. Die Wirtschaftsaussichten können jedoch nicht einfach verbessert werden, indem man das wichtigste Preissignal verfälscht. Die Preisverzerrungen führen daher in erster Linie zur Anhäufung schlecht durchdachter Investments in verschiedenen Sektoren. Das schafft wiederum die Ausgangsbedingungen für eine Rezession oder einen Wirtschaftscrash.

Sobald sich an den Märkten dann die Erkenntnis durchzusetzen beginnt, dass die Kapitalflüsse und Gewinne deutlich geringer ausfallen werden als erwartet, nimmt die allgemeine Präferenz für Barmittel merklich zu. Gleichzeitig machen die Zentralbanken jedoch klar, dass sie jeden bestrafen werden, der Barmittel hält. Natürlich verwenden sie nicht diese Worte, aber sie erklären unmissverständlich, dass sie alles tun werden, um die Kurse zu unterstützen und sicherzustellen, dass Menschen mit Barrücklagen auf ihre Ersparnisse keine realen Kapitalerträge erhalten. Infolgedessen schauen sich die Anleger nach liquiden Vermögenswerten um, die sie anstelle der offiziellen Währung halten können. An diesem Punkt kommt Gold ins Spiel.

Aus diesem Grund sinkt das Gold/Rohstoff-Verhältnis tendenziell, wenn oberflächlich betrachtet alles in Ordnung ist. Wird es jedoch offensichtlich, dass zahlreiche Investmentfehler gemacht wurden und die Zukunft keineswegs so großartig wird, wie man angenommen hatte, schießt das Verhältnis in die Höhe.

Es ist also davon auszugehen, dass sich der extrem langfristige Aufwärtstrend des Gold/Rohstoff-Verhältnisses, der bereits in den frühen Siebzigern begann, zumindest noch so lange fortsetzen wird, wie das aktuelle Währungssystem Bestand hat.


*Stellvertretend für den Rohstoffsektor wird im Chart bis 1992 der CRB Index verwendet, danach der GSCI Spot Commodity Index (GNX).


© Steve Saville
www.speculative-investor.com



Dieser Artikel wurde am 24. November 2017 auf www.tsi-blog.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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