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Der deutsche Gold-Boom

16.12.2017  |  Redaktion
In der Dezember-Ausgabe seines Magazins "Gold Investor" nimmt der World Gold Council den deutschen Goldmarkt genauer unter die Lupe. Dieser hat im internationalen Vergleich in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Vor der Finanzkrise von 2008 betrug die Nachfrage nach physischen Goldanlagen den Angaben zufolge nur durchschnittlich 17 Tonnen im Jahr. Seitdem lagen die jährlichen Münz- und Barrenkäufe jedoch ausnahmslos bei mehr als 100 Tonnen.

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Im letzten Jahr wurde ein neuer Rekord verzeichnet, als die Deutschen insgesamt 6,8 Milliarden Euro in Münzen, Barren und Gold-ETFs investierten. Insbesondere die börsengehandelten Goldfonds erfreuen sich seit 2016 wachsender Beliebtheit. Deren physische Bestände erreichten im dritten Quartal dieses Jahres mit 252,1 Tonnen Gold im Wert von 9,6 Milliarden Euro einen neuen Rekord.

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Mit durchschnittlichen Goldkäufen von 1,5 g im Jahr 2016 liegen die Deutschen zudem im internationalen Vergleich weit vorne: Neben Saudi-Arabien ist Deutschland nach Angaben des WGC das einzige G-20-Land mit einer Pro-Kopf-Nachfrage von mehr als 1 g. Nur in Hongkong, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait ist die Nachfrage pro Einwohner höher.

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Kantar TNS, ein Forschungsinstitut, das im Auftrag des WGC im vergangenen Jahr 2.000 deutsche Investoren befragte, sieht dennoch weiteres Wachstumspotential. Die deutsche Wirtschaft habe sich in den letzten Jahren gut entwickelt und die Einkommen seien in diesem Jahr um durchschnittlich 4,4% gestiegen. Es sei daher durchaus möglich, dass die Privatanleger, die Gold hauptsächlich als langfristigen Vermögensschutz betrachten, künftig noch stärker in das gelbe Metall investieren. (Übrigens: 42% der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie in Gold mehr Vertrauen haben als in offizielle Währungen.)

Unsicherheit besteht dem WGC zufolge in Bezug auf das künftige Verhalten der institutionellen Anleger. Deren Investments in Gold-ETFs könnten zumindest zum Teil eine Reaktion auf die negativen Zinsen gewesen sein. Sollten die Renditen der Bundesanleihen wieder positiv werden, könnte das die Investoren dazu veranlassen, ihr Kapital aus dem Goldsektor abzuziehen.

Eine Studie der Bank of America Merrill Lynch ergab jedoch kürzlich, dass europäische Fondsmanager Fehlentscheidungen der US-Notenbank Fed und der EZB in den kommenden Monaten als größte Risiken betrachten. 30% der Manager glauben außerdem, dass die Bilanzkürzung der Fed zum einem weltweiten Einbruch der Aktien- und Anleihekurse führen wird. Unter diesen Voraussetzungen halten es die Marktforscher der WGC durchaus für möglich, dass die deutschen Finanzinstitutionen auch weiterhin in Gold investieren.


© Redaktion GoldSeiten.de



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