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Wenn Sisyphus versagt, wird Gold strahlen

19.01.2018  |  Egon von Greyerz
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In einem Mitte Dezember veröffentlichten Artikel diskutierte ich die Möglichkeit einer auf der Technologie der Kryptowährungen basierenden Weltwährung und die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass die Regierungen ein solches System einführen. Es würde ihnen dabei helfen die Tatsache zu verschleiern, dass Fiatgeld wertlos ist.

Das neue "Geld" hätte einen willkürlich festgelegten Wert, der sich nur schwer zum Wert der alten Währung ins Verhältnis setzen ließe. Das Gleiche ist geschehen, als der Euro eingeführt wurde. Wie bei den bereits existierenden Kryptowährungen würde der Wert dieser neuen digitalen Währung durch Manipulationen und die Nachfrage der leichtgläubigen Öffentlichkeit stark nach oben getrieben. Die Regierungen könnten die neue Kryptowährung verwenden, um die Aufmerksamkeit vom unlösbaren globalen Schuldenproblem abzulenken.

Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England, hat erst kürzlich erklärt, dass die britische Zentralbank die Einführung einer offiziellen Kryptowährung im Jahr 2018 ernsthaft in Erwägung zieht und darüber bereits mit anderen Notenbanken im Gespräch ist. Die Bank of England arbeitet bereits seit 2015 an diesem Projekt und die Technologie wurde 2017 nach Angaben von Carney mit zufriedenstellendem Ergebnis getestet.

Er sagte, dass es sich dabei um eine interessante Anwendung handelt, die sich positiv auf die Stabilität und Effizienz des Finanzsystems auswirke. "Wir sind an dem Fall dran", meinte Carney. Doch ganz offensichtlich hat das Ganze mit finanzieller Stabilität nicht das Geringste zu tun, denn jede neue Fiatwährung, auch wenn sie dieses Mal elektronisch ist, kann nur vorübergehend verschleiern, dass die Welt bankrott ist.

Die Zentralbanken befassen sich also bereits seit Längerem mit diesem Thema und sehen die virtuellen Währungen als Lösung des globalen Schuldenproblems an - und als Möglichkeit, die perfekte Kontrolle über das Geld zu erlangen. Durch Manipulationen könnten sie problemlos unbegrenzte Kryptowährungen erschaffen und deren Wert nach oben treiben. Zudem hätten sie die Möglichkeit, das Vermögen von Einzelpersonen und sämtliche Finanztransaktionen auf elektronischem Wege lückenlos zu überwachen. Es handelt sich hierbei also um einen weiteren beängstigenden Versuch, die finanzielle Unabhängigkeit und Freiheit des Einzelnen beträchtlich einzuschränken. Big Brother lässt grüßen.

Es ist recht wahrscheinlich, dass die westlichen Regierungen innerhalb der nächsten Jahre versuchen werden, ein solches Kryptowährungssystem einzuführen. Es könnte einen Krypto-Dollar, einen Krypto-Euro, ein Krypto-Pfund usw. geben. Denkbar sind sogar Krypto-SZR, basierend auf den vom IWF herausgegebenen Sonderziehungsrechten.


China und Russland haben andere Pläne

Auf dem Weg dahin gibt es jedoch eine Reihe von nicht zu unterschätzenden Hindernissen. Es ist mehr als fraglich, ob Länder wie Russland und China eine von den USA, der EU oder dem Vereinigten Königreich herausgegebene Kryptowährung akzeptieren würden. Den Regierungen dieser Staaten ist bewusst, dass die neuen digitalen Währungen ebenso wertlos wären, wie die Währungen, die sie ersetzen sollen.

China und Russland haben andere Pläne. Sie werden eine durch Gold und Öl gedeckte (Krypto)Währung einführen, die jeder westlichen Währung weit überlegen ist. Auf diese Weise werden China und Russland zu den bedeutendsten Wirtschaftsmächten avancieren, während der Westen in der Bedeutungslosigkeit versinkt.

Solche folgenschweren wirtschaftlichen Umbrüche ereignen sich nicht über Nacht, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Nichtsdestotrotz wird 2018 wahrscheinlich ein entscheidendes Jahr, welches den Anfang vom Ende des aktuellen, korrupten Finanzsystems markiert, das bereits seit 105 Jahren überdauert.


Die finale Rally der Aktienmärkte

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Gemessen an praktisch allen Indikatoren sind die Aktien heute weltweit überbewertet und stellen ein sehr riskantes Investment dar. Doch das hält die Märkte nicht davon ab, in bereits schwindelerregender Höhe noch weiter zu steigen, bevor sie schließlich in die Tiefe stürzen. 2008 hatten die Aktien weltweit einen Gesamtwert von 25 Billionen $. Heute beträgt ihr Wert 80 Billionen $. Wird er sich vor dem Crash noch auf 100 Billionen $ erhöhen?

Seit dem Tief im Jahr 2009 wurde der Aufwärtstrend an den Märkten durch die massive Kreditausweitung befeuert. Die Marktschulden, d. h. die Investments auf Kredit, auch bekannt als Margin Debt, haben historische Extreme erreicht und sind heute viel höher als 2000 oder 2007 (siehe Chart unten).

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