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Kontratieff-Zyklus: Neue Hoffnung für Anleger und Sparer

23.01.2018  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
Pessimismus in der Anlegergemeinde ist weit verbreitet, insbesondere im Zeitalter der Negativzinsen. Und sogar in weiten Bevölkerungskreisen, und natürlich auch unter den Sparern, macht sich derzeit Unmut breit.

Ein kleines Beispiel für die breit gestreute Verdrossenheit: Der Autor verschwand aus gesundheitlichen Gründen für einige Monate aus dem sozialen Leben. Ähnlich einem untergetauchten U-Boot. Letzter Eindruck vor dem Abtauchvorgang: Eine Dame regiert das wichtigste Euroland de facto im Alleingang schon etwa 3 Jahrzehnte ohne ein klar strukturiertes Konzept, ohne ein allgemein verständliches, einleuchtendes, politisches Programm.

Gold und Silber waren ihrerseits ebenfalls in einem Abtauchvorgang gefangen. Der Staat nahm sich je nach Art der Berechnung zwischen 56 und 70% der Wirtschaftsleistung des Landes (Ostblock und Sowjetunion gingen bei einem Satz von 80% unter). Trumphetze, Putinhetze und Dieselhetze schäumten über. Dann erfolgte mein Abtauchvorgang.

Nach dem Wiederauftauchen waren Spannung und Neugierde groß: Welche erfreulichen Änderungen mag wohl die "Wahl" gebracht haben? Doch wie tief sitzt der Stachel der Enttäuschung: Eine Dame regiert das wichtigste Euroland de facto im Alleingang noch immer, vielleicht auf weitere Jahrzehnte, ohne klar verständliche politische Struktur, ohne ein allgemein einleuchtendes, politisches Programm.

Gold und Silber waren bereits vor Monaten auf Schlitterpfaden unterwegs, rutschten jedoch stetig weiter in die Tiefe. Gegen Putin, Trump und Diesel laufen weiterhin mediale Attacken. Die Medien verspotten die Edelmetallanleger. Die medialen Großfürsten sind diesen Anlegeridioten gegenüber voller Häme. Aktien und Immobilien stellen täglich - dank der Kunstgeldschwemme der Zentralbanken und des "kostenlosen Geldes" - neue Rekorde auf.

Allein in Deutschland zogen die Immo-Preise gegenüber dem Vorjahr um 6,5% an. In den Städten können sich junge Ehepaare in seltenen Fällen eine Wohnung, geschweige denn ein Haus leisten. Und der allgütige Vater Staat nimmt sich noch immer, je nach Art der Berechnung, zwischen 56 und 70% der Wirtschaftsleistung. Der optimale Steuersatz der Steuerklasse I steht auf stolzen 49,6% - kleiner Trost für die "oberen 1%".

Neu ist die schleichende Enteignung der Kleinverdiener und Sparer längst nicht mehr, sondern genauso eingefahren wie ganz besonders die Misere des von einer Pleitewelle geplagten Mittelstandes, der ja ca. 80% der Arbeitsplätze bereitstellt. Aber der Enteignungstraktor fährt, verglichen mit der Zeit vor dem Abtauchen, im höheren Gang.

Das Abzocken der Bevölkerung von oben, mittels Negativzins, Bankgebühren und Inflation, floriert wie nie zuvor, zugunsten von Pleitebanken, Pleitestaaten, der selbstherrlichen Brüsseler Autokratie und der "Reichen". Und dennoch erhöht sich die Sparrate der Deutschen immer weiter. "Auf der Bank ist ja mein Geld absolut sicher" gilt als Leitmotiv. Dass der Euro seit seiner Einführung rund 60% an Kaufkraft verlor, interessiert bestenfalls die Hauskatze.

Die Finanzwirtschaft verkündet voller Stolz, dass in den letzten 9 Jahren ihr schwer arbeitendes Herz, also die Zentralbanken der Welt, beachtliche 18 Billionen (also 18.000 Milliarden) $ an frischem, künstlichem Herzblut in die Geldsysteme pumpte - ein Vorgang, der sich zur Rettung aller kranken Finanzdienstleister beliebig oft wiederholen, ja sogar beschleunigen lässt, solange es noch Papier und Festplatten gibt, wobei rund 90% des aus dem Nichts geschaffenen Finanzblutes in den Finanzsektor und seine Sucht nach der Megaspekulationsdroge (zumeist Derivate, Optionen, Futures und Swaps) flossen, und nur etwa 9% in die Realwirtschaft.

Nach Überzeugung der Insider werden die Mittel auch auf ewig weiter fließen. So jedenfalls steht's im Handbuch aller Banker und Spekulanten. Das ist alles nicht neu. Neu ist: Die gewählten Volksvertreter im deutschen Parlament, die noch keine offizielle Position oder amtliche Stellung haben, erhöhten aber bereits vorsichtshalber ihre Diäten = Überweisungen von Steuergeldern per Trick bzw. per einfachem Handzeichen; erstaunlicherweise ohne jede Gegenstimme und für sie steuerfrei versteht sich.

Ein kleiner Trost: Palladium ist im Preis gestiegen, genau wie die Bankgebühren. Und ein passables E-Auto kostet nur noch schlanke 35.000 Euro und die Herstellung einer Batterie für diese bahnbrechende Neuerung erzeugt genau so viel Klimagase wie der Ausstoß eines Diesel-Pkws im Laufe von acht Betriebsjahren. Wie man sieht, Fortschritt an allen Fronten und die Anleger können hoch zufrieden sein, denn immerhin ist das Wundergebilde Bitcoin auf dem Weg zu einem Preis von 90.000 $, wenn man den Analysten und verblendeten Bitcoin-Jüngern glauben darf.

Nicht wenige verpfänden ihre Häuser und anderes Hab und Gut, in der idiotischen Hoffnung, ganz schnell und ganz leicht, superreich zu werden. Doch Vorsicht: Das Umsetzen in Dinge des täglichen Lebens und in Gebrauchsgegenstände ist in Gefahr, denn Bares ist bald nicht mehr Wahres.

Immerhin hat Brüssel endlich die neue, äußerst scharfe, strenge Verordnung über das Bargeldverbot fertig in der Schublade liegen. Sie wird den 27 EU-Staaten zur Ratifizierung noch vorgelegt. Endlich wird dann mal Schluss gemacht mit der verdammten Terrorfinanzierung durch deutsche Hausfrauen und Omas, und der widerlichen Steuerhinterziehungswut von Hartz IV-Empfängern beim Besuch des Enkels in Holland oder Österreich. Übrigens: Warnung: Beim Transport (und nicht nur über Landesgrenzen hinweg) von Edelmetallen und Münzen zählen als "Bargeld" auch Ohrringe, Halsketten und Uhren.

All diese kleinen Meldungen und Nachrichten mögen so manchen Leser bedrücken, doch nur Mut! Selbst in bargeldlosen Ländern geht die Sonne am Tauschhimmel niemals ganz unter, denn die wichtigsten Ersatzwährungen, also Zigaretten und kleine, gängige Silbermünzen, warten schon sprungbereit in den Startlöchern.

Das chinesische Symbol für "Krise" ist ein Doppelzeichen. Das erste der beiden steht für "drohenden Verlust", das zweite aber für "Chance". Diese jahrtausendealte hier verborgene Weisheit mag trösten, es gibt immer eine Lösung und immer einen Ausweg. Wenn sonst schon nichts anderes, mag das Gesetz der langen Wellen uns zu Hilfe kommen. Dessen Gesetzmäßigkeit wird nicht durch Menschen, politische Parteien, Klein-Diktator(en/rinnen) oder durch nicht gewählte Brüsseler Machthaber gemacht, oder per Brüsseler Zwangsdekret am Wochenende flugs geregelt, sondern durch verborgene Wirtschafts- oder Naturgesetze, ähnlich der Schwerkraft, in ihren Abläufen erzwungen.


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