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Adrian Ash: Silberinvestitionen 2018: 5 wichtige Fakten

07.03.2018
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Wer weiß schon, wohin das wirklich smarte Kapital am physischen Edelmetallmarkt fließt? Als die Gold- und Silberpreise Ende 2015 auf langfristige Tiefs fielen, geschah das vor dem Hintergrund eines hohen Handelsvolumens in London. Auch der Silberkurs hat wieder zugelegt, nachdem er im Dezember 2017 bei noch höherem Handelsvolumen im Monatsdurchschnitt ein Tief erreichte.

Drittens sollte man aber auch den plötzlichen Konsens der Ökonomen, Analysten und Fondsmanager hinsichtlich des globalen Wirtschaftswachstums mit Vorsicht genießen. Von US-Finanzkolossen wie Citigroup und JP Morgan über Rohstoffspezialisten wie Macquarie bis hin zu gigantischen Vermögensverwaltern wie Blackrock und Fidelity sagen alle eine weltweit starke Industrienachfrage und infolgedessen höhere Rohstoffpreise und steigende Inflationsraten vorher.

Auch große Silbermengen werden in der industriellen Produktion benötigt. Also muss der Preis nach oben klettern, nicht wahr? Das stimmt nicht ganz. Die Korrelation zeigt an, wie eng die Entwicklung von zwei Dingen in einem bestimmten Zeitraum miteinander verbunden ist. Ein Wert von 1,0 zeigt an, dass beide sich exakt parallel entwickeln, während ein Wert von -1,0 bedeutet, dass sie sich immer genau entgegengesetzt entwickeln. Die folgende Tabelle gibt das Verhältnis zwischen der Wirtschaftsleistung der USA und dem Silber-, Gold-, und Ölpreis sowie dem Aktienmarkt an.

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Was sollen wir nun von dieser kleinen Überraschung in den Daten halten? In den letzten fünf Jahren hat die Industrie mehr als die Hälfte alles weltweit verkauften Silbers nachgefragt. Dagegen werden nur rund 10% des verkauften Goldes für industrielle Anwendungen benötigt. Dennoch weist der Goldpreis eine stärkere positive Verbindung zur US-Wirtschaftsleistung auf als Silber. Und beide Edelmetalle kommen nicht einmal in die Nähe der offensichtlichen Korrelation, die man etwa beim Aktienmarkt erwartet.

Doch Korrelation bedeutet bekanntermaßen noch nicht Kausalität. Und wenn es einen scheinbar offensichtlichen Grund für etwas gibt, muss dieser noch lange nicht zu einer tatsächlichen Korrelation führen.

Ein ordentlicher Analyst würde jetzt zweifellos sämtliche Quartals- und Jahreszahlen durchrechnen und überprüfen. Sie könnten auch die Korrelation der Kurse zum jährlichen Wirtschaftswachstum statt dem nominellen Bruttoinlandsprodukt betrachten. Dann würden Sie sehen, dass Silber für 5-Jahres-Zeiträume eine positive Korrelation von 0,28 zur Wirtschaftsentwicklung aufweist, die damit sogar höher ist als die des Aktienmarktes, und die in klarem Widerspruch zur negativen Korrelation von -0,10 steht, welche sich in diesem Fall in den letzten 50 Jahren für Gold ergibt.

Ein ernsthafter Investor würde zudem vielleicht noch überprüfen, wann die Entwicklung des Silberkurses die stärkste und die geringste Parallelität zum Wirtschaftswachstum aufwies, insbesondere im Vergleich zu anderen entscheidenden Industrierohstoffen wie Kupfer. Listige Trader würden den gesamten Zusammenhang vielleicht völlig ignorieren. Denn wenn die Überschriften von "synchronisiertem globalen Wachstum" sprechen, dann wird sich 2018 vielleicht ganz einfach die simple Investmentlogik durchsetzen und Silber wird steigen. Außerdem: Korrelationen kommen und gehen. Es wird nicht lange dauern, bis die Wall Street die nächste entdeckt, die sie für ihre Trades nutzen kann.


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