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Gold besitzen bevor sich die Büchse der Pandora wieder öffnet

14.03.2018  |  Egon von Greyerz
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Zum Überleben braucht die Welt eine kontinuierliche Stimulanz: Finanzspritzen in Form von gedrucktem Geld und Kredit. Deswegen wächst die Verschuldung auch exponentiell an, während beim realen BIP überhaupt kein Wachstum zu verzeichnen ist. Seit Beginn der letzten Finanzkrise im Jahr 2006 wuchs das globale BIP um 26%, im gleichen Zeitraum verdoppelte sich die globale Verschuldung und liegt jetzt bei ca. 240 Billionen $. Hinzu kommen weitere 1¾ Billiarden $ in Derivaten und ungedeckten Verbindlichkeiten.


Zykluswende: Jetzt kommen Inflation und Hochzins

Wie kann man nur glauben, dass eine kranke, schuldenbasierte Welt jemals mit Stimulus-Kürzungen zurechtkommen kann? FED und EZB haben jetzt damit begonnen. Doch damit nicht genug: Auch die Zinssätze haben ihre Talsohle schon markiert. Steigende Zinssätze treffen auf eine schuldenverseuchte Welt, die nicht einmal bei Null- oder Negativzins zu Rande kommt. Doch jetzt erleben wir die Zykluswende, wenn Inflation und Zinssätze bald gemeinsam steigen werden.

Dagegen können Regierungen oder Zentralbanken nichts ausrichten. Zusammenbrüche von Währungen und Schuldenmärkten werden massive Inflation verursachen und die Zinssätze mindestens in den Zehn-Prozent-Bereich steigen lassen. Staaten und Regierungen werden hilflos zusehen müssen. Alles, was Ihnen bleibt, ist ihr ohnehin schon gescheitertes keynesianisches Heilmittel - mehr Kredit und mehr Geldschöpfung.

Es ist mehr als naheliegend, dass sich eine Welt in einer Schuldenkrise nicht durch ein und dasselbe Mittel heilen lässt, das diese Krise verursacht hatte. Mehr Schulden und mehr gedrucktes Geld können das Problem nur noch exponentiell verstärken. Es gibt kein geschichtliches Beispiel dafür, dass massive Schuldenexpansion echten, weltumgreifenden Wohlstand erzeugen konnte. Klar, es gibt eine winzige Minderheit, die profitiert hat. Aber auch deren Gewinne werden zum größten Teil verschwinden, wenn wir die umfassendste Vermögenszerstörung der Geschichte erleben.


Nichts ist wohlfundiert im Finanzsystem

In unserem Finanzsystem gibt es nichts Wohlfundiertes. Buchstäblich alle Nationalstaaten sind bankrott. Hinzu kommen Renten, Sozialversicherung, der Gesundheitsbereich und andere ungedeckte Verbindlichkeiten. Für nichts davon wird es Geld geben. Die Steuereinnahmen werden einbrechen und es wird kein oder nur sehr wenig Geld für irgendwelche Staatsausgaben geben - ob nun für Schulen, Krankenhäuser, Verteidigung, Straßen, Transport etc.

All jenen, die sich tatsächlich genauer informieren, sind die Probleme im Kontext von Verschuldung, Defiziten, insolventen Banken und Nationalstaaten bekannt. Doch Staaten und Zentralbanken stecken lieber den Kopf in den Sand in der Hoffnung, die Probleme mögen verschwinden.


In Pandoras Büchse steckt mehr als die Welt verkraften kann

Wenn sich die Büchse der Pandora diesmal ganz öffnet, werden nicht nur alle bekannten Probleme entweichen und die Welt schocken. In einer Welt, die auf Schulden und gedrucktem Geld basiert, werden zudem zahlreiche Verfälschungen, Betrugsfälle sowie verborgene Hiobsbotschaften zu Tage treten. Und schockierende Ereignisse werden an jeder Ecke auftauchen. Wir werden herausfinden, dass uns der Staat und die Regierungen in den Bereichen von Politik bis Finanzen belogen haben.

Banken wie Zentralbanken werden dafür gesorgt haben, dass alle schlechten Botschaften gut versteckt sind, so wie ein betrügerischer Trader darauf hofft, sich mit der nächste Position wieder über Wasser halten zu können. Dasselbe Spiel bei den Großunternehmen. Ich kenne das, ich habe schon eine Reihe von Abschwüngen miterleben können, gerade in den 1970ern. Doch diesmal ist das Problem so viel größer, dass die Konsequenzen desaströs sein werden.

Die Zentralbanken werden mit dem einzigen ihnen bekannten Heilmittel antworten. Sie werden unbegrenzt Geld schöpfen und damit für kurze Zeit eine Hyperinflation erzeugen. Doch Geldschöpfung wird das Problem nur verschlimmern. Und die Abschreibung aller Schulden - was einige als Lösung vorgeschlagen haben - ist mit Sicherheit nicht die Zauberformel. Wenn es so einfach wäre, warum leihen und drucken wir nicht einfach weiter wie bisher und schreiben dann die Schulden einfach ab? Warum schaffen wir uns nicht endlich unser Shangri-La?

Eben aus einem ganz einfachen Grund - ES FUNKTIONIERT NICHT! Werden alle Schulden abgeschrieben, wird auch der Wert der Anlagen, hinter denen diese Schulden standen, im Wert implodieren. Wir hätten es folglich mit einer Vermögenszerstörung zu tun, die die Welt in dieser Größenordnung noch nie gesehen hat. Die meisten Finanzanlagen würden verschwinden oder 90%- 95% ihres Wertes verlieren.

Höchstwahrscheinlich werden die Schulden am Ende nicht abgeschrieben, sondern im Wert implodieren, weil sie nie zurückgezahlt werden. Das Ergebnis wird dasselbe sein: eine deflationäre Implosion von Schulden und Vermögensanlagen.

Der beste Schutz ist physisches Goldeigentum und - wer kann - produktives Land. Auch einige Rohstoffaktien werden deutlich aufwerten. Doch denken Sie daran, dass dieser Bereich auch deutlich spekulativer ist, weil er innerhalb des Finanzsystems liegt und vielen Risiken ausgesetzt ist.


Hohe Goldpreise - ein zweischneidiges Schwert

Anleger, die Gold und Silber nahe der Hochs von 2011-12 gekauft hatten, könnten ungeduldig sein. Falls diese Anleger aber begriffen haben, dass sie eine der besten käuflichen Versicherungen gegen alle kommenden Probleme in der Büchse der Pandora besitzen, dann sollten sie damit äußerst zufrieden sein. Gold und Silber werden Stände erreichen, die sich heute kaum jemand vorstellen kann.

Doch das ist ein zweischneidiges Schwert: Erreichen die Edelmetalle derartige Höhen, wird die Welt weitaus weniger angenehm sein als heute. Am besten genießen Sie also die Gegenwart im Wissen darum, dass wir mit Gold und Silber finanziell geschützt sind gegen eine ganz andere Welt, die vor uns liegt.


© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG
www.goldswitzerland.com



Dieser Artikel wurde am 23. Februar 2018 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


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