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Handelskriege, Petro-Yuan, Schulden - Gold 32.000 $ / Silber 500 $

03.04.2018  |  Egon von Greyerz
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Trumps Handelskrieg und Nixons Dollar-Krieg

Die heutigen Verzweiflungstaten der USA erinnern mich an das, was Richard Nixon im August 1971 machte, als er die gesamte Welt beschuldigte, sie würde den Dollar angreifen. Der französische Präsident de Gaulle war clever genug gewesen, zu erkennen, was hier passierte. Also hatte er die Auszahlung der US-Schulden gegenüber Frankreich in Gold gefordert. Da der Dollar durch Gold gedeckt war, konnten Nationalstaaten damals noch die Rückzahlung in Gold fordern. Die USA gerieten unter Druck und Nixon setzte die Golddeckung des Dollars am 15.August 1971 aus. Das war der Anfang vom Ende der US-Wirtschaft und auch der Weltwirtschaft.

Die große Zeit der Kreditausweitung und der Geldschöpfung war angebrochen und hält bis heute an. Eine winzige Minderheit wurde dadurch sehr reich, der Rest der Welt jedoch bekam die Schulden an den Hals, die nie zurückgezahlt werden und auch nie zurückgezahlt werden können.

Der wichtige Punkt ist aber folgender: Trumps Verzweiflungsmaßnahmen zur Rettung Amerikas werden als der letzte Nagel im Sarg der US-Wirtschaft und der Weltwirtschaft betrachtet. Und hier lässt sich die Parallele zu 1971 ziehen. Die USA befanden sich damals in einer ähnlichen Situation wie heute. Die Defizite stiegen und der Dollar fiel. Doch welche Folgen hatte Nixons fatale Entscheidung?

Der Dollar brach ein. Ich war damals in der Schweiz und erlebte mit, wie der Dollar gegenüber dem Schweizer Franken fiel - zwischen August 1971 und Januar 1980 um ganze 63%! Im selben Zeitraum schossen Gold und Silber in die Höhe. Gold stieg von 35 $ pro Unze auf 850 $, oder um das 24-fache. Silber stieg von 1,60 $ auf 50 $, oder um das 31-fache.

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Beschleunigung bei Gold und Silber auf 32.000 $ und 500 $?

Setzt man heute denselben Faktor ein - d.h. 24x beim Goldpreis - käme man auf 32.000 $ pro Unze. Eine Vereinundreißigfachung (31x) des heutigen Silberpreises ergäbe 500 $ pro Unze. Viele verschiedene Argumente wären denkbar, dass heute alles anders sei und der Ausgangspunkt falsch gewählt wäre, etc. Ich denke aber, dass der Ausgangspunkt hier von größter Bedeutung ist.

Handelskriege werden schwere Konsequenzen für das Papiergeld insgesamt haben, besonders für den Dollar, der absurd überbewertet ist und allein auf Schulden basiert. Doch auch keine der anderen Währungen wäre besser aufgestellt. Wir haben es hier mit einem Wendepunkt zu tun, der zu einem schnellen Verfall des Dollars und einem steilen Anstieg von Gold & Silber führen wird.


Die Deutsche Bank in Not - wieder einmal

Die fragile und überschuldete Weltwirtschaft brauchte nur noch diese kleine Schneeflocke, damit das Unvermeidliche ausgelöst wird. Man wird den Ausbruch des Handelskriegs für den Niedergang der Weltwirtschaft verantwortlich machen. Das ist natürlich nicht der Fall. Obwohl Handelskriege und Protektionismus ein todsicheres Vehikel für Miseren sind, so werden sie mit Sicherheit nicht die Ursache der kommenden Katastrophe sein. Sie sind nur ein Beschleuniger für etwas, das ohnehin völlig unausweichlich ist. Die Frage ist nur, welches Bankensystem zuerst unter Druck gerät.

Wie wir wissen, herrscht in den südeuropäischen Banken vollkommenes Chaos, und das setzt die EZB und die größte Bank der Eurozone, die Deutsche Bank (DB), unter Druck. Der Kurs/Buchwert der DB liegt aktuell bei 38 %, was deutlich zeigt, dass der Markt nicht an eine korrekte Bewertung der DB-Assets glaubt. Wie kann es sein, dass die DB über ein Derivateportfolio von mindestens 47 Billionen EUR verfügt, also dem 15-fachen des deutschen BIPs? Das ist eindeutig "too big to fail", aber fallen wird die Bank eines Tages ganz bestimmt. Aber erst nachdem die EZB und die Bundesbank den Euro schon zerstört haben werden, indem sie unbegrenzte Mengen der zum Scheitern verurteilten Währung drucken und Hyperinflation erzeugen.



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