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Neuer Silberbullenmarkt voraus

11.04.2018  |  Adam Hamilton
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Diese Aktienpanik von 2008 war die erste seit 1907 und eines der angstvollsten Ereignisse unserer Lebzeiten. Eigentlich ist eine Börsenpanik ein Rückgang der großen Aktienmarktindices von mehr als 20%, der innerhalb von weniger als zwei Wochen stattfindet. Der Flaggschiffindex S&P 500 fiel zu Beginn des Oktobers 2008 tatsächlich in exakt zwei Wochen um 25,9% - was Panik auslöste. Es herrschte Weltuntergangsstimmung, also verkauften Investoren und Spekulanten all ihre Vermögenswerte, um die Flucht zum Bargeld zu ergreifen.

Gold trotzte diesem Sturm gut und sank während dieser chaotischen Börsenpanik nur um 3,3%. Jedoch veranlasste die überwältigende Angst die Händler dazu, den Silberpreis um 23,7% herabzudrücken. An außergewöhnlich schlechten Tagen des Aktienmarktes tendiert Silber dazu, die Diskrepanz zwischen dem S&P 500 und Gold zu teilen. Das konnten wir kürzlich auch beobachten; genau genommen während der seit Anfang Februar stattfindenden neuen Aktienmarktkorrektur. Silber ist besonders anfällig für die anhaltende Stimmung der Massen.

Zwischen den Monaten des Septembers und Dezembers 2008, die auf die Börsenpanik folgten, erreichte das Silber-Gold-Verhältnis einen Durchschnitt von 75,8x. Silber war verglichen mit Gold vollkommen unterbewertet - ein ungewöhnlicher Zustand, der noch nie lange anhielt. Die resultierende Rückkehr zum Mittelwert und das Überschießen nach oben waren enorm und erzeugten so erstaunliche Gewinne für Silberinvestoren. Das graue Edelmetall bildete Ende November 2008 dann endgültig einen Boden bei 8,92 Dollar je Unze bei einem rekordtiefen Silber--Gold-Verhältnis von 83,5x.

Über die nächsten 12,4 Monate hinweg stieg der Silberpreis um 115,4% und tauchte damit aus diesen extremen Börsenpaniktiefs auf, die das Silber-Gold-Verhältnis zurück auf 63,2x brachten. Aber das war noch immer sehr niedrig. In den Jahren vor der Börsenpanik erreichte das Verhältnis einen Durchschnitt von 54,9x. Jahrzehntelang gehörte ein Silber-Gold-Verhältnis in den Mit-50ern zur Norm, wobei Silber im Vergleich zu Gold im Allgemeinen nahe um dieses Niveau schwankte. Bergbauunternehmen verwendeten 55x schon längst als Maßstab, um die Unzen in Silberäquivalent zu berechnen.

Wenn Silber, verglichen mit seinem Haupttreiber Gold, auf extreme Tiefs fällt, dann stoppt die unausweichliche Rückkehr zum Mittelwert selten nahe des besagten Durchschnitts. Stattdessen tendiert es dazu, nach oben hinauszuschießen und somit massive Gewinne hervorzubringen. Silber gewann Ende 2010 und Anfang 2011 die Gunst zurück als Gold neue große Hochs verzeichnete. Das graue Edelmetall erreichte Ende April 2011 dann schließlich seinen Höhepunkt bei 48,42 Dollar je Unze, als es sich beinahe manischer Beliebtheit erfreute.

Das führte zu einem starken Bullenmarkt über 2,4 Jahre hinweg aus diesen extremen Börsenpaniktiefs heraus und zu Gewinnen von 442,9%! An seiner Spitze war das Silber-Gold-Verhältnis auf 31,7x gestiegen. Silber kann ungewöhnlich hohe Preise ebenso wie Gold nicht lange halten, sodass sich der Bullenmarkt alsbald umkehrte - wie ich in den Monaten vor dieser Spitze gewarnt hatte. Der wichtigste Aspekt für den aktuellen Zeitpunkt ist, dass die extremen Börsenpaniktiefs des Silbers einen neuen starken Bullenmarkt zur Folge hatten. Das graue Edelmetall kann im Vergleich zu Gold nicht ewig extrem niedrig bleiben.

Erstaunlicherweise ist Silber 2018 noch extremer unterbewertet, als während dieser 4 Monate um die Börsenpanik! Erneut erreichte das Silber-Gold-Verhältnis seit Jahresbeginn einen Durchschnitt von nur 79,6x. Das ist deutlich schlechter, als während besagter Panikzeit, als man während einer ähnlichen Zeitspanne einen Durchschnitt von 75,8x erreichte. Derartige unglaublich niedrige Silberpreise halten sich jetzt nicht länger als damals. Das ist der Grund, warum ein neuer beträchtlicher Bullenmarkt wahrscheinlich sehr bald anbrechen wird.

Interessanter Weise kehrte das Silber-Gold-Verhältnis nach der Börsenpanik 2008 auch wieder zu seinem traditionellen 50er-Durchschnitt zurück. Zwischen 2009 und 2012 erreichte das Silber-Gold-Verhältnis einen Durchschnitt von 56,9x. Das waren für die Märkte die letzten scheinbar normalen Jahre, bevor die noch nie dagewesene dritte Phase der unbefristeten quantitativen Lockerung der Fed begann und im Jahr 2013 alles völlig verzerrte. Seitdem ist alles eine buchstäbliche von den Zentralbanken heraufbeschworene Illusion, die zerstört werden wird.

Wenn Silber nur von den derzeitigen extremen Tiefs, die sogar schlimmer als zur Zeit der Börsenpanik sind, zu einem Silber-Gold-Verhältnis von 55x zurückkehrt, würde es bei einem Goldniveau von 1.333 $ in dieser Woche auf fast 24,25 $ hochkatapultiert. Das ist beinahe 50% mehr als die derzeitigen Tiefs! Eine proportionale Überschreitung zurück auf ein Silber-Gold-Verhältnis von 28,1x vom verrückten 81,9x-Tief dieser Woche, würde Silber eine Steigerung zurück auf die 47,50 Dollar erlauben. Das sind 191% mehr, also fast dreimal so viel, und würde große Profite bringen.

Alles, was es braucht, um Silber zur Mittelwertrückkehr zu bewegen, ist ein überzeugender Goldaufschwung. Investoren werden zurück zum Silber finden, sobald die Goldanstiege ihrer Meinung nach hoch und lang genug sind, sodass deren Steigerung als nachhaltig angesehen werden kann. Dann wird Silber einen Anstieg verzeichnen und die Gewinne des Goldes verstärken. Das gelbe Edelmetall stieg während des Silberbullenmarktes, der auf die Börsenpanik folgte, um 106,2%, während Silber um 442,9% stieg und damit eine Hebelwirkung von 4,2x besaß. Gold trieb auch die letzte Silbersteigerung aus den Extremtiefs heraus an.

Von 2013 bis 2015 stiegen die Aktienmärkte unermüdlich, da die weitreichende QE-Gelddruckerei der Fed sie direkt beeinflusste. Gold ist eine alternative Investition, die floriert, wenn die Aktienmärkte fallen, demnach wurde es in diesen ungeraden Jahren größtenteils links liegen gelassen. Gold sank letztlich auf ein säkulares 6,1-Tief im Dezember 2015, was in den ersten Zinsschritt der Fed in diesem Zyklus hineinreicht. Das ließ Silber auf sein eigenes, paralleles, säkulares 6,4-Jahrestief fallen.

Ende 2015 war beim Silber so ähnlich wie gerade jetzt. Keiner wollte etwas mit ihm zu tun haben, jeder glaubte, es sei tot. Investoren und Spekulanten zugleich hätten Silber nahe dieser Tiefs nicht einmal mit der Kneifzange angefasst und waren davon überzeugt, dass es dazu verdammt war, unendlich nach unten zu sacken. Und dennoch entstand aus dieser Verzweiflung heraus ein neuer Silberbullenmarkt. In den folgenden 7,6 Monaten bis zum August 2016 hin stieg Silber um 50,2%, während Gold um 28,2% anzog.


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