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Charles Hugh Smith: Das ist der Wendepunkt

13.04.2018
Das Sprichwort "Der Spieß hat sich gedreht" bezieht sich auf den Moment, wenn die Unterdrückten endlich genug haben und sich gegen ihre übermächtigen Unterdrücker auflehnen.

Die Unterschicht hat sich endlich gegen die privilegierte Elite gewandt - die stark von Globalisierung, Korruption, Zentralbankenstimuli und der Geschäftemacherei staatlicher Kartells profitiert haben. Die Entscheidung ob links oder rechts ist nicht so wichtig, wie angenommen wird; das Wichtige ist, dass die Machtlosen endlich damit begonnen haben, ihre privilegierten Herrscher zum Kampf herauszufordern.

Auch wenn die Machthaber den Versuch unternehmen werden, die Revolte der Machtlosen zu beschwichtigen oder zu unterdrücken, so kann man den Dschinn der politischen Uneinigkeit und des sozialen Chaos nicht mehr zurück in die Flasche verbannen. Es brauchte eine ganze Generationen stärker werdender Ungleichheit und Korruption sowie den Verlust individueller Chancen, bis eine Gesellschaft der Geschützten (der Reichen) und der Ungeschützten (der Armen) entstand. Und die Absegnung von noch mehr Regulierungen und das Verteilen eines universellen Grundeinkommens wird sicherlich kein System wieder ins Gleichgewicht bringen, das unwiderruflich aus den Fugen geraten ist.

Aber der Aufstieg des Widerstands, wie er jetzt entsteht, ist nur ein Teil der Geschichte: Wirtschaftliche Trends und Zyklen kehren sich ebenso um und auch wenn die Unterdrückten noch immer im Untergrund verweilen, so werden diese Umkehrungen den Status Quo aus dem Gleichgewicht bringen. Das dominierende Narrativ - die Richtigkeit, Gültigkeit und Nachhaltigkeit eines endlosen Konsum- und Schuldenwachstums - wird ins Wanken geraten und die internen Widersprüchlichkeiten dieses neuen vergoldeten Zeitalters (wachsende Reichtums-/Einkommens-/Machtungleichheit) werden endlich durch die dünne Fassade der Stabilität brechen, die in den letzten neun Jahren der "Erholung" zusammengeflickt wurde.


Umkehrung von acht Schlüsseltrends/-zyklen

Das Interessante an diesen Trends und Zyklen: Wenn sie unweigerlich Höhe verlieren oder sich umkehren, suchen wir rasch den Grund dafür. Alle möglichen Theorien werden aufgestellt, aber als allgemeine Regel gilt, dass es sich selten auf eine einzige Dynamik zurückführen lässt.

Denken wir an den Niedergang und Fall des weströmischen Reiches. Bemühungen, den Grund zu finden, reichen Hunderte Jahre zurück und umfassen von Barbareninvasionen bis hin zur Verwendung von Bleirohren zum Wassertransport alles Mögliche.

Ein neues Buch, Das Schicksal Roms: Klima, Krankheit und der Untergang eines Reiches, schiebt einen Großteil der Verantwortung auf den Klimawandel und Pandemien - systemweite Dynamiken, die Roms Lebenskraft, Lebensmittel, Kapital und Arbeitskraft langsam aufzehrten. Nicht nur das, aber die abkühlenden Wetterbewegungen in Eurasien könnten hinter den westwärts gerichteten Bewegungen der Nomadenstämme stecken (die Hunnen und Mongolen), die wiederum andere Stämme von den Grenzen Roms ins römische Territorium drängten - die sogenannten Barbareninvasionen.

Der Punkt ist, dass systemische Trends und Zyklen oftmals kausal miteinander in Verbindung stehen und dazu tendieren, sich gegenseitig zu verstärken. So wird eine stabile, wohlhabende und widerstandsfähige Gesellschaft von innen ausgehöhlt: Trends enden und Zyklen kehren sich um. Kräfte, die zusammenarbeitend zuvor Stabilität, Kapital und Widerstandsfähigkeit verstärkten, werden langsam durch Kräfte ersetzt, die die Grundpfeiler von Reichtum und Stabilität zerfressen.

In der heutigen Ära erreichen acht vernetzte Trends/Zyklen entweder ihr Ende oder kehren sich um:
  • 1. Die Verzerrung/Manipulation der Märkte durch die Zentralbanken.
  • 2. Der Konjunkturzyklus der Ausweitung und Kürzung von Kredit/Schulden.
  • 3. Der Rendite-/Zinszyklus.
  • 4. Der Rohstoffzyklus.
  • 5. Der Aktienmarktzyklus.
  • 6. Regulierung.
  • 7. Globalisierung.
  • 8. Demografie.

Jeder dieser Punkte müsste in einem kurzen Buch niedergeschrieben werden, um dem Thema auch nur annähernd gerecht zu werden, aber lassen Sie uns jeden Trend/Zyklus zusammenfassen.

Legen wir fest, dass Technologie kein Zyklus oder Trend ist; ihr Einfluss auf bestehende Sektoren und Institutionen beschleunigt und verlangsamt sich im Laufe der Zeit, aber sie ist unzertrennlich mit allen oben genannten Trends und Zyklen verbunden. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Aufkommen einiger neuer Technologien den Konjunkturzyklus für alle Zeit aufhebt. Zyklen und Trends werden von der Human-Software V1.0 beeinflusst, einem Betriebssystem, das vor etwa 100.000 bis 160.000 Jahren entwickelt wurde und von dem noch immer nur die erste Version verfügbar ist.

Die Erschöpfung von Ressourcen ist ein weiterer Hintergrund dieser Trends und Zyklen: Erschöpfte Grundwasservorräte oder die Fischgründe der Ozeane werden sich nicht mit Hilfe von Robotern und Drohnen wiederherstellen lassen.


Die Verzerrung / Manipulation der Märkte durch die Zentralbanken

Würde die Weltwirtschaft ohne die Anleihekäufe der Zentralbanken im Wert von 21 Billionen Dollar und weiterer billionenschwerer Liquiditäts-/Kreditprogramme wachsen und würden sich die weltweiten Märkte ohne diese Maßnahmen auf solch extremen Höhen befinden? Wir alle wissen, dass die Antwort "Nein" lautet.


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