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Wie ich mein Gold anlege

19.04.2018  |  Axel Merk
Goldinvestoren diskutieren oftmals über die beste Art und Weise, wie man es besitzt. Ich ermutige alle Goldbesitzer dazu, sowohl die positiven als auch negativen Aspekte der verschiedenen Goldanlagestrategien zu beleuchten. Damit am Ende keine emotionale, sondern eine begründete Entscheidung getroffen werden kann. Lassen Sie mich das genauer erklären.

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Die obige Karikatur habe ich damals im Jahr 2011 als Reaktion auf eine Behauptung von CNBCs Steve Liesmann in Auftrag gegeben. Er behauptete damals, dass es in einem Lebensmittelladen niemanden geben würde, der eine Goldmünze als Zahlungsmittel akzeptiert. Meine Ansicht war es jedoch, dass ich sicherlich einen Abnehmer für eine Goldmünze finde, wenn ich diese für Lebensmittel eintauschen möchte.

Es gibt dieses scheinbar ewige Hin-und-Her zwischen "Goldliebhabern" und "Goldhassern". Diese Diskussion verfehlt meiner Meinung nach das Thema. Es ist bemerkenswert, welche Emotionen dieses glänzende Metall bei Freunden und Feinden zugleich auslösen kann. Vielleicht nehmen die Emotionen während Diskussionen bezüglich des Goldwerts überhand, weil es so einfach, so rein ist, oder aufgrund der Tatsache, dass es nur wenige industrielle Verwendungen für das Metall gibt.

Der historische Kontext zählt. Jahrtausende lang wurde Gold als Geld verwendet; dennoch gibt es diejenigen, die es als "barbarisches Relikt" bezeichnen und im Gegenzug Fiat-Währungen als Zahlungsmittel bevorzugen. Alle heutigen bekannten Währungen sind Fiat-Währungen. Das bedeutet, dass man sie "aus dem Nichts heraus" schaffen kann, durch einen Tastendruck auf der Tastatur einer Zentralbank. Die moderne Gesellschaft der Fiat-Währungen besteht in ihrer aktuellen Form seit 1971, als Nixon die letzte Verbindung zum Gold "temporär" kappte.

Der Begriff Währung wird auf neue Art und Weise genutzt und Befürworter virtueller Token, die als Kryptowährungen bezeichnet werden und einer dezentralisierten Methode der Kreation und des Teilens unterliegen, propagieren, dass sie die Art und Weise, wie wir Transaktionen abwickeln und Werte speichern, von Grund auf verändern werden. Kryptowährungen sind meiner Meinung nach genauso Währungen wie alles andere, das man handeln kann. Tatsächlich ist es auch so, dass das Management eines öffentlich gehandelten Unternehmens, das ein anderes Unternehmen übernimmt, ihre Aktien als Währung anbietet.

Man könnte diese Denkweise damit entschuldigen, dass eine Währung ein Gegenstand mit stabilem Wert ist. Als ich meine vorherigen Artikel überflogen habe, habe ich Referenzen gefunden, die bis 2008 zurückreichen. Damals argumentierte ich, dass es vielleicht keinerlei "sicheren" Vermögenswert mehr gäbe und dass der US-Dollar letztendlich seine Funktion als Wertanlage verloren hätte. Tatsächlich habe ich damals so argumentiert, und ich glaube noch immer, dass man sich auch ohne eine sichere Anlage ein Portfolio aufbauen kann; so wie es in der modernen Portfolio-Theorie beschrieben wird.

In diesem Kontext mag die Argumentation ein unbedeutender Wettkampf sein, dass eine Sache besser als Währung geeignet ist als eine andere. Dennoch denke ich, dass sich all diese sogenannten Währungen in mehreren Aspekten unterscheiden.

Gold wird oft dafür kritisiert, dass es keinerlei Einkommen erwirtschaftet. Doch eine zwanzig-Dollar-Note in Ihrem Portemonnaie erwirtschaftet ebenfalls kein Einkommen. Wenn Sie 20 Dollar auf Ihr Bankkonto einzahlen, können Sie vielleicht so ein Einkommen erzielen. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass Sie Ihre zwanzig-Dollar-Note, eine Verbindlichkeit der Federal Reserve, in einen Kredit an die Bank umgewandelt haben. Anders gesagt: Sie riskieren Ihre 20 Dollar. Mit einer FDIC-Versicherung wird dieses Risiko verstaatlicht (was bedeutet, dass die Regierung FDIC-versicherte Einlagen garantiert); aber das Konzept bleibt bestehen.

Vor allem, wenn die Einlagen groß sind. Ähnlich kann man mit Gold Einkommen erwirtschaften, wenn es verleiht und, in anderen Worten, einem Risiko ausgesetzt wird. Der Grund dafür ist, dass Sie, wenn Sie jemandem Gold leihen (und vermutlich dabei Einkommen erzielen), riskieren, dass die Gegenpartei nicht in der Lage sein wird, das Gold zum vereinbarten Zeitpunkt zurückzugeben.

Bezüglich dem, was Gold für viele so attraktiv macht, meinte der ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve, Greenspan, jedoch: "Gold wurde schon immer ohne Referenz zu anderen Garantien akzeptiert." Allgemeiner formuliert: Weil Gold selbst keine Verpflichtung gegenüber einer anderen Person mit sich bringt, besitzt es kein Gegenparteirisiko. Und hierbei ist das Gegenparteirisiko natürlich, dass die besagte Vertragspartei nicht in der Lage ist, ihre vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Obwohl Gold durch die Schmucknachfrage "konsumiert" wird, ist es unzerstörbar. Der Goldpreis unterliegt, wie alles andere auch, den Kräften des Angebots und der Nachfrage.

Dennoch würde ich argumentieren, dass diese Angebots-/Nachfragedynamiken einfacher sind als die vieler anderer Anlagen; vor allem derjenigen, die Einkommen erwirtschaften. Die Tatsache, dass Gold keinen eigenen Kapitalfluss besitzt, macht es zu einer potentiellen natürlichen Diversifikation für ein Portfolio, in dem wiederum Anlagen vorhanden sind, die Kapitalflüsse besitzen.

Der Grund dafür ist, dass zukünftige Kapitalflüsse, wenn die Volatilität steigt, stärker eingepreist werden könnten. Dadurch hat der Goldpreis in meiner Analyse die Risikoanlagen während der Bärenmärkte (definiert als 20%-Rückgänge von Marktspitzen) an den Aktienmärkten seit 1970 historisch übertroffen (eine erwähnenswerte Ausnahme waren die frühen 1980er Jahre, als der Goldpreis fiel und der damalige Fed-Vorsitzender, Paul Volcker, die Zinsen beträchtlich erhöhte):


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