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Amerikanische Wachstums- und Öl-Illusionen

28.04.2018  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
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Das eigenständige Denken seiner Bürger aber ist diesen während der ununterbrochenen Politsendungen und der hypnotischen linken Propagandawalze der Massenmedien des tiefen Staates völlig abhandengekommen. Es verbleibt immerhin noch eine gewisse Rest-Intelligenz, die ausreicht, um zu einem Steuerberatungsinstitut zu wandeln und dort, tief demütig, mit einer noch tieferen Verbeugung vor dem tiefen Staat eine Steuererklärung zu unterschreiben - da aber immer mehr Bürger der Landessprache, oder transatlantisch der deutschen Sprache nicht mächtig sind, sieht deren Unterschrift dann so aus: "xxx".

Manche in Deutschland zumindest fragen aber vorher in ihrer Landessprache noch überhöflich mittels bestens bezahlter Übersetzer nach: "Welche meiner 12 Identitäten soll ich denn für meinen Antrag benutzen?"


Kein Wachstum, nur dünne Ölbrühe, und chinesischer Tiefschlag mit Öl-Futures

Eine weitere Mega-Illusion, der die Amerikaner unterliegen, besteht im unerschütterlichen Glauben, dass nämlich ihre Volkswirtschaft ungebremst "wachse". Im Jahr 2000 z.B. wurde ein BIP von 10,6 Billionen $ erzeugt, im letzten Jahre eines von 19,3 Billionen $. In 17 Jahren kamen also etwa 9 Billionen $ hinzu. Gleichzeitig aber wuchsen die Schulden um 15 Billionen $ und zeitgleich nahm der Energieverbrauch etwas ab. Dieses Wunder wird vage wegerklärt, dass die Wirtschaft eben effizienter mit Energie umginge. Dies misst man in EROI (Energy Return on Investment), doch leider wurde EROI-Zahlen seit 2000 nicht besser, sondern schlechter, wie die Statistiken zeigen.

Quellen der folgenden Charts: US Energy Information Agency (EIA), BP Statistical Research und SRSroccoReport

Die Angaben zum US-Wirtschaftswachstum sind also um etwa 50% überzogen, was fast nicht zu glauben ist. Den weitgehend lobotomierten Bürgern hat man per Dauer-TV beigebracht, dass man Geld und Wohlstand im Akkord erzeugt, indem beide aus Druckerpressen deutschen Fabrikats (versteht sich) quellen lässt. Und dass sich Energie kostenlos in mäßig verrotteten Komposthaufen bildet, leider etwas blasenhaft mitunter. Und im Übrigen hat man ja das Wunder des "Fracking" im Hintergrund. Man muss nur achtgeben, dass immer genug Strom für die Gelddrucker übrigbleibt.

Aber der Strom kommt ja, wie immer, dort wie auch bei uns, aus der Steckdose.

Der nachstehende Chart zeigt den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch für die Welt. Er gilt prinzipiell seit Jahrhunderten. Früher wurden vor einem Boom Wälder abgeholzt oder Kohle verbrannt bis die Londoner damals, und die chinesischen Stadtbewohner heute, am Rauch fast erstickten - jedenfalls gingen Wirtschaftswachstum, wachsender Wohlstand und Energieverbrauch (und leider auch Umweltbelastung) schon immer Hand in Hand. In Phasen fallenden Ölverbrauchs (untere blaue Linie) stagnierte die Wirtschaft und das BIP Wachstum (obere rote Linie) oder ging in paralleler Weise ebenfalls zurück.

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Ein perfektes Beispiel für diese Zusammenhänge liefert China, dessen gesamter Energieverbrauch (braune Fläche von 2000 bis 2011) stark wuchs und das BIP (rote Linie) ebenfalls. Nur in Amerika, dem traditionell größten Energiefresser der Welt, soll dies angeblich genau umgekehrt sein. Rätsel über Rätsel. In China laufen Schweine auf dem Boden herum, aber in Amerika können sie fliegen.

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Genauer: Laut den Statistiken der amerikanischen Energy Information Behörde verbrauchte das Land im Jahre 2000 etwa 20.000 Quadrillionen BTUs (Britische Thermal-Einheiten), um 11 Milliarden BIP zu erzeugen. Im Jahre des Herrn (Trump) 2017 jedoch wurden rund 120 Milliarden an BIP erzeugt, obwohl der Energieverbrauch stagnierte oder sogar leicht abgenommen hatte - vermutlich hatte man sich in diesen Jahren mit kleinen Talglichtern aus Walblubber und uralten Taschenlampen beholfen, um Strom zu sparen.

Und die Mitarbeiter der statistischen Ämter hatten sich im Halbdunkel ihrer finsteren Büros, inmitten ihrer Kerzenstummel, ganz versehentlich um ein paar Nullen der richtigen Seite geirrt. Das gaukelt ausländischen Investoren eine blühende Wirtschaft und einen zukunftsreichen Dollar vor. Für Notfälle springt der oberste Chef mit seinem Zauberstab ein oder man holt Harry Potter?

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Seit 2000 wuchs also das US BIP von 10,6 Billionen auf 19,3 Billionen $, während die öffentlichen Schulden auf wundersame Weise um satte 15 Billionen $ anschwollen. Also die Wirtschaft wächst und wächst (blaue Linie), aber die Schulden wachsen noch ein wenig schneller. Das ist die modernste Definition echten "Wirtschaftswachstums". Die berühmte Friderike Kempner (die "schlesische Nachtigall" hätte in ihren bewundernden vier Zeilen für Amerika nur zwei Worte umgestellt:

Amerika du Land der Bäume,
du Wunderland so groß und breit,
wie schön sind deine Wachstumsträume,
und deine rege Einsamkeit.

Demnächst wird Amerika im Rahmen seines Machtverlustes (Rutsch von Platz 1 auf Platz 2 der Weltrangliste) zusammen mit seinem allmächtigen Dollar tatsächlich sehr einsam werden. Viel einsamer als zuzeiten des Vietnamkrieges. Washington gibt seinen Logenplatz an "Chung Kuo" ab bzw. in der dortigen Landessprache "das Reich der Mitte".

Typische Reaktion eines Amerikaners an dieser Stelle: "Soll das ein Witz sein?" Doch was ist das Schlimmste an einem Witz? Wenn man ihn erklären muss! Also folgt jetzt eine kurze Erklärung mit wenigen zentralen Argumenten, die der künftigen Realität mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr nahe kommt.


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