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Wie werden die unterschiedlichen Goldpreise gebildet?

13.05.2018  |  Redaktion
Der World Gold Council (WGC) hat kürzlich einen Bericht veröffentlicht, in dem die Goldpreisbildung an verschiedenen Märkten erklärt wird. In dieser ersten Einführung in die komplexen und regional unterschiedlichen Prozesse gehen die Analysten der Branchenorganisation auf den Goldpreis der London Bullion Market Association (LBMA), der Shanghai Gold Exchange (SGE), sowie den Goldpreis in Indien ein.

Der an der LBMA in London zweimal täglich festgelegte Referenzpreis spielt nach wie vor eine wichtige Rolle im gesamten Goldsektor: An ihm orientieren sich zahlreiche große Marktakteure, u. a. Bullionbanken, Zentralbanken, Bergbauunternehmen und Hersteller.

Der Londoner Goldpreis wird in US-Dollar je Feinunze angegeben und im Rahmen eines elektronischen Auktionsverfahrens jeweils 10:30 Uhr und 15:00 Uhr Ortszeit ermittelt. Dabei platzieren die teilnehmenden Banken und Finanzunternehmen ausgehend von einem Anfangspreis Kauf- und Verkaufsorders. Ergibt sich dabei ein Ungleichgewicht, d. h. ein Nettovolumen, von mehr als 10.000 Unzen, wird der Preis korrigiert, bis ein Gleichgewichtspreis gefunden ist. Der Ausgleich der Positionen erfolgt in physischem Gold.

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Preisfindungsprozess an der LBMA
Quelle: ICE Benchmark Administration, World Gold Council


Aktuell nehmen dem WGC zufolge 12 Institutionen direkt an der Londoner Goldpreisauktion teil: die Bank of China, die Bank of Communications, Goldman Sachs, die HSBC, die Industrial and Commercial Bank of China, INTL FCStone, JPMorgan Chase Bank, Jane Street Global Trading, Koch Supply and Trading LP, Morgan Stanley, ScotiaMocatta und die Toronto-Dominion Bank.

Ein weiterer Referenzpreis ist seit 2016 der Benchmarkpreis der chinesischen Goldbörse SGE. Dieser wird ebenfalls zweimal täglich auf eine ähnliche Weise wie Goldpreis der LBMA ermittelt und dient in erster Linie den Teilnehmern des chinesischen Marktes zur Orientierung. Den Angaben nach wurde er eingeführt, um "einen handelbaren und zuverlässigen Gold-Referenzpreis in Renminbi zu stellen" und "die Entwicklung der Finanzmärkte Chinas voranzutreiben."

Vor dem Beginn der Auktion können alle Teilnehmer - inländische und internationale Banken sowie lokale Goldhändler und -produzenten - Referenzpreise vorschlagen, auf deren Grundlage der Anfangspreis bestimmt wird. Anschließend werden die Orders platziert. Ergibt sich dabei in der ersten Runde ein Ungleichgewicht von mehr als 400 kg, wird der Preis angepasst und die teilnehmenden Banken geben zusätzliche Gebote ab, bis ein Ausgleich erreicht ist.

Anders ist die Situation am indischen Goldmarkt. Hier existiert kein von zentraler Stelle ermittelter Benchmarkpreis, stattdessen werden die Kurse von lokalen Branchenverbänden entsprechend der lokalen Marktdynamik bestimmt. Dies führt zu einer starken Fragmentierung des Goldmarktes mit unterschiedlichen Quotierungen in Städten wie Channai, Mumbai, Delhi und Kalkutta.

Die Preise werden dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst, u. a. dem Wechselkurs zwischen der Rupie und dem Dollar und saisonalen Gegebenheiten. So ist die Goldnachfrage zu wichtigen Feiertagen und während der Hochzeitssaison typischerweise erhöht, was meist Aufgelder zur Folge hat. Darüber hinaus werden die Einfuhrzölle sowie eine Waren- und Dienstleistungssteuer von derzeit 3% auf den internationalen Goldpreis aufgeschlagen.


© Redaktion GoldSeiten.de



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