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Ölpreisanstieg erzeugt Margendruck und Stagflation

26.05.2018  |  Claus Vogt
Die 1970er Jahre lassen grüßen

Ölpreisschock, Inflationsschub, schwache Konjunktur: Diese Begriffe kennen Sie vielleicht noch aus den 1970er Jahren. Grund für den hohen Ölpreis war damals die Drosselung der Ölproduktion mehrerer OPEC-Staaten um 25 Prozent während des Jom-Kippur-Krieges, um den Verbündeten Israels zu schaden. Erinnern Sie sich auch noch an die Sonntags-Fahrverbote im November 1973, als man Sparziergänge auf Autobahnen machen konnte?

Der Wirtschaftsmotor Deutschlands stotterte heftig, während die Preise stiegen. Für diese Kombination aus schwacher Wirtschaft und hoher Geldentwertung, die es - nebenbei bemerkt - laut keynesianischem Lehrbuch gar nicht hätte geben können, wurde aus einer Zusammensetzung der Wörter "Stagnation" und "Inflation" der Begriff "Stagflation" geprägt.

Die 1970er Jahre waren das Jahrzehnt der Stagflation. An den Finanzmärkten waren sie geprägt von stark steigenden Rohstoff- und Edelmetallpreisen sowie fallenden Aktien- und Anleihenkursen. Interessanterweise bezeichnete man damals in den USA Staatsanleihen als Enteignungspapiere, weil die Geldentwertung deutlich höher war als die Zinsen und die Anleihenkurse einbrachen.


Der Ölpreis steigt

Jetzt sieht es so aus, als könnte von den USA ausgehend und angeheizt von einer jahrelangen ultra-expansiven Geldpolitik eine Neuauflage dieser ökonomisch schwierigen Zeiten bevorstehen. Denn der Rohölpreis befindet sich schon seit Anfang 2016 in einem Aufwärtstrend. Von den Medien weitgehend unbemerkt, aber in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren regelmäßig analysiert, hat er sich seither von weniger als 30 $ pro Barrel der Sorte WTI auf rund 70 $ schon mehr als verdoppelt.

Der Chart, den ich hier aus Platzgründen nicht zeigen kann, lässt keinerlei Schwächezeichen erkennen. Die Charttechnik signalisiert also eine Fortsetzung dieses Aufwärtstrends.


Und mit ihm der CRB-Rohstoffindex

Rohöl ist der Schmierstoff der Weltwirtschaft. Sein Preis hat einen großen Einfluss auf die Konjunktur. Der CRB-Rohstoffindex gewichtet die in ihm enthaltenden Rohstoffe nach ihrer Bedeutung für die Weltwirtschaft. Energie hat eine Gewichtung von 39%, landwirtschaftliche Produkte inklusive Vieh werden mit 41% gewichtet und Metalle mit 20%.

Der folgende Chart zeigt Ihnen den Verlauf des CRB-Rohstoffindex seit 2014. Wie Sie sehen, hat dieser wichtige Index eine große Bodenformation nach oben abgeschlossen. Damit wird der starke Abwärtstrend, der 2011 begonnen hatte, von einem neuen Aufwärtstrend abgelöst. Deshalb rate ich Ihnen, sich - auch in Deutschland - auf weiter steigende Energie- und Lebensmittelpreise einzustellen.


CRB-Rohstoffindex, 2014 bis 2018

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Der Rohstoffindex hat eine große Bodenformation beendet. Damit signalisiert er steigende Rohstoffpreise und zunehmende Geldentwertung.
Quelle: StockCharts.com


Sowie die allgemeine Geldentwertung

Klagen über zunehmenden Margendruck aufgrund steigender Preise ziehen sich wie ein roter Faden durch die jüngsten Quartalsberichte der US-Unternehmen. So unterschiedliche Firmen wie Pepsi, Hershey, UPS oder Caterpillar berichten von steigenden Preisen. Und das nicht nur bei Rohstoffen, sondern auch bei Transportkosten, Lebensmittelpreisen sowie Löhnen und Gehältern. Dieser Preisdruck ist auf den höchsten Wert seit sieben Jahren geklettert.


Ein Abschwung kündigt sich an

Gleichzeitig sind beispielsweise der wichtige US-Industrieproduktionsindex und der Frühindikator der Philadelphia Fed überraschend stark zurückgegangen. So kündigt sich gewöhnlich ein konjunktureller Abschwung an. Der Weg in die Stagflation scheint vorgezeichnet - auch in Deutschland, wo die jüngsten Konjunkturdaten ebenfalls schwach ausgefallen sind.

Der kanadische Analyst David Rosenberg, den ich in meinen acht Jahren bei Merrill Lynch als sehr kompetenten, klugen und kritischen Chefvolkswirt schätzen gelernt habe, fasst diese bedrohliche Entwicklung - steigende Preise gepaart mit einem Wirtschaftsabschwung - folgendermaßen zusammen: "In einem Wort: Stagflation"


Es gibt auch Aktien, die davon profitieren

Es gibt natürlich Unternehmen, insbesondere Rohstoff-Aktien, die in diesem Umfeld prosperieren. Während die allgemeinen Aktienmärkte schweren Zeiten entgegensehen, steigen die Aktienkurse dieser Firmen deutlich. So zeigt unser im Dezember zum Kauf empfohlenes Goldminen-Depot, das derzeit aus fünf Minenaktien besteht, jetzt schon einen Buchgewinn von 20,7% - während der DAX im gleichen Zeitraum um 2% gefallen ist.

Es sind jedoch nicht nur die Edelmetallaktien, die durch die hier geschilderte Entwicklung starken Rückenwind erhalten. Auch Aktien von Rohstoffunternehmen sind positiv betroffen. Deshalb haben wir unseren Lesern kürzlich zwei Unternehmen zum Kauf empfohlen, die von steigenden Ölpreisen profitieren, und ganz aktuell zwei weitere sowie einen international tätigen Energieversorger, dessen Aktie gerade ein starkes langfristiges charttechnisches Kaufsignal gegeben hat.

Während die allgemeinen Aktienmärkte teilweise extrem überbewertet sind und auf eine Baisse zusteuern, gibt es jenseits der DAX- und MDAX- und S&P 500-Werte exzellente Börsenchancen, die Sie zu Ihrem Vorteil nutzen sollten.


© Claus Vogt
www.krisensicherinvestieren.com



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