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Der Bitcoin - Nur ein Strohfeuer oder eine Alternative zu Gold?

28.05.2018  |  Martina Fischer
Ursprünglich sollte der Bitcoin ähnliche Eigenschaften wie Gold haben und sich daher auch als Währung eignen. Bitcoins werden wie Gold "geschürft", ihre Verfügbarkeit ist limitiert und der jährliche Anstieg der Angebotsmenge ist gering verglichen zu der bereits verfügbaren Gesamtmenge. Bitcoins sind eine Alternative zu Fiat-Währungen: sie sind Zahlungsmittel und Wertanlage, die nicht von Regierungen oder Zentralbanken manipuliert oder entwertet werden können.

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Der Preis eines Bitcoins überschritt im März 2017 den Preis von einer Unze Gold. Doch Spekulationen - und nicht sein Nutzen oder sein Erfolg als Anlage - hatten den Preis nach oben getrieben. Verglichen mit Gold sind Bitcoins viel volatiler, was sie zu einer deutlich schlechteren Wertanlage macht. Nachdem der Bitcoin in 2017 um über 1.780% auf 18.572 USD gestiegen war, fiel er in 6 Monaten um mehr als 50% bis auf 8.220 USD. In den mehr als 6 Jahren, seitdem der Goldpreis seinen Höchststand erreicht hat, ist das Metall um etwa ein Drittel gefallen.

Bitcoin ist eine Kryptowährung, die über einen digitalen, aber keinen physischen "Bestand" verfügt. Es ist das ultimative Beispiel für eine Sache, die genau das wert ist, was ein anderer bereit ist, für sie zu zahlen. Doch wie Warren Buffet sagte: "Den Preis zahlt man, den Wert erhält man". Gold hat mehr als 5.000 Jahre Geschichte und über die Hälfte der Weltbevölkerung besitzt etwas Gold. Der Bitcoin schreibt seit lediglich 10 Jahren Geschichte.

Nachdem nun "der spekulative Lack ab ist", könnte eine digitale Währung durchaus von Nutzen sein, so dass der Bitcoin einen Teil seines Wertes bewahren könnte. Doch als digitales Gut ist es eher eine Ergänzung als eine Alternative für Gold.


Gold

Der stärker werdende US Dollar sowie steigende Anleiherenditen haben Gold belastet. Der Dollar ist deutlich fester und die 10-jährigen US-Staatsanleihen haben die Renditemarke von 3% überschritten und am 15. Mai ein mehrjähriges Hoch erreicht. Gold fiel am selben Tag um 1,7% und schloss bei 1.290 $/oz - dem tiefsten Wert dieses Jahres.

Während der Dollar seine Gewinne vergangene Woche jedoch verteidigen konnte, sind die Anleiherenditen zurückgegangen und Gold kletterte nach oben, nachdem es Hinweise auf zunehmende geopolitische Spannungen gab. Eine neue italienische Regierung, bestehend aus einer Koalition der Anti-Euro gesinnten Fünfsterne-Bewegung und der Anti-Immigration eingestellten Liga Nord, die der EZB und dem Euro Probleme bereiten könnte, kommt zunächst nicht zustande.

Das geplante Treffen von Donald Trump und Kim Jong-Un, von dem man sich Fortschritte im Friedensprozess für die koreanische Halbinsel erhoffte, wurde seitens Trump zunächst abgesagt - um es am darauffolgenden Tag wieder in Aussicht zu stellen. Wenn sich die Lage beruhigt, würden Korrekturen beim US Dollar und bei Anleihen nur eine temporäre Entlastung für Gold bedeuten.

Die Protokolle der letzten FED-Sitzung deuten darauf hin, dass die FED bei ihrer nächsten Sitzung im Juni die Zinsen wahrscheinlich anheben wird. Es ist jedoch unklar, wie viele Zinserhöhungen in diesem Jahr noch geplant sind. Wenn sich die Inflation, wie vom Komitee erwartet, bei 2% stabilisiert, werden sich weitere Zinserhöhungen nachteilig für Gold auswirken.


Silber

Wie schon in 2017 ist die Handelsspanne des Silberpreises in diesem Jahr weiterhin enger geworden. Aus charttechnischer Sicht deutet dies darauf hin, dass ein baldiger Ausbruch zunehmend wahrscheinlich ist und das Muster von immer tieferen Hochs lässt einen Ausbruch nach unten eine reale Möglichkeit erscheinen, die durch ein Durchbrechen der Unterstützung bei 15,60 $/oz - 15,75$/oz signalisiert würde. Bei einer Gold:Silber Ratio von 79 scheint Silber jedoch immer noch unterbewertet zu sein.


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