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Der Moment, in dem der Goldpreis in die Höhe schießen wird

30.05.2018  |  Jordan Roy-Byrne
Die Edelmetalle befanden sich in den letzten Jahren nicht in einem Bullenmarkt, auch wenn einige das beharrlich behaupten. Nach dem sprunghaften Anstieg Anfang 2016 folge der Sektor einem Abwärtstrend. Sicher, Gold notierte an der Schwelle zu einem entscheidenden Ausbruch nach oben, aber Silber und die Aktien der Minengesellschaften gaben nach. Immer, wenn der US-Dollar signifikant korrigierte, entwickelten sich die Aktienmärkte besser als die Edelmetalle. Klingt das für Sie nach einer Goldhausse?

Die leblose Performance wirft die Frage auf, wodurch sich das Blatt wenden könnte. Eine kurze Untersuchung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed in der Vergangenheit, im Kontext der aktuellen Bedingungen, ist sehr aufschlussreich, wenn es um die Frage geht, wann für Gold ein echter Bullenmarkt beginnen könnte.

Aus fundamentaler Sicht wissen wir, dass sich Gold immer dann am besten entwickelt, wenn die Realzinsen sinken oder bald sinken werden. Das bedeutet üblicherweise, dass entweder die Inflation zunimmt (und schneller steigt als die Nominalzinsen), oder dass die Zinsen fallen, während die Inflationsrate stabil bleibt. Zum aktuellen Zeitpunkt tendieren wir eher zu Letzterem als Katalysator für höhere Goldpreise.

Uns interessierte, wie die Politik und die geldpolitischen Kursänderungen der Fed die Edelmetallkurse beeinflussten, daher zeigen wir im folgenden Chart den US-Leitzins, die Fed Funds Rate (FFR), die Aktien der Goldunternehmen gemessen am BGMI (Barron's Gold Mining Index) und den Goldkurs. Wir haben die Goldunternehmen mit aufgenommen, weil sie eine längere Kursgeschichte haben als Gold selbst. Die blauen vertikalen Linien markieren die Tiefs des BGMI, die mit Hochs der Fed Funds Rate zusammenfielen, während die roten vertikalen Linien die Tiefs des BGMI anzeigen, die mit einem Boden des Leitzinssatzes übereinstimmten.

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Abgesehen von den 1970er Jahren mit ihren äußerst hohen Inflationsraten, begannen die besten Bullenmärkte für die Minengesellschaften immer in etwa zu der Zeit, zu der die Fed Funds Rate ihren Höchststand erreichte (oder anders gesagt, wenn die Federal Reserve die Zinsen nicht weiter anhob). Die Tiefs der Jahre 1993, 1999 und 2016 fielen dagegen mit dem Beginn eines Zinserhöhungszyklus zusammen. Im Gegensatz zu 1972 und 1976 stieg die Inflation in diesen drei Jahren aber nicht stark genug an, um im Edelmetallsektor mehr als nur eine vorübergehende Erholung auszulösen.

Signalisiert das, dass die Goldaktien (und die Edelmetalle im Allgemeinen) ein Ende der Zinsanhebungen brauchen?

Die Zeit zwischen 1999 und 2001 ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich, denn es gibt mehrere Parallelen zu 2016-2017. Wie 1999 folgte auch 2016 auf einer langen Baisse am Gold- und Rohstoffmarkt. Zudem wurde der Boden 1999 in etwa zur gleichen Zeit gebildet, zu der die US-Notenbank eine neue Runde der Zinserhöhungen einleitete. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Die Fed hob die Zinsen bis ins Jahr 2000 hinein an. Der Goldkurs und die Aktien der Goldunternehmen schleppten sich unterdessen so dahin, doch die Rohstoffe konnten bis Ende 2000 eine Reihe höherer Hochs verzeichnen. Dieses Mal entwickeln sich die Rohstoffe nicht ganz so stark, aber immerhin besser als die Edelmetalle, deren Kurse nach der Anfangsrally stagnierten.

Gold und die Goldaktien bildeten schließlich einen Boden und starteten eine spektakuläre Aufwärtsbewegung, als die Federal Reserve Anfang 2001 von einer Unterbrechung der Zinsanhebungen zu Zinssenkungen überging.

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Wenn die Inflationsraten nicht weiter steigen, wird der Wendepunkt für die Edelmetalle wahrscheinlich etwa dann eintreten, wenn die Fed ihre Zinserhöhungen beendet. Gleichzeitig wird sich Gold wahrscheinlich auch wieder besser entwickeln als die Aktienmärkte, was unserer Ansicht nach aus marktübergreifender Perspektive das fehlende Bindeglied für Gold ist. Eine schwächere Wirtschaft und eine schlechtere Performance der Aktienmärkte wäre das Ende aller Zinserhöhungen und würde letztlich zur erneuten Senkung des Leitzinses führen. Das wäre dann der Moment, in dem Gold und die Aktienkurse der Minengesellschaften eine bedeutende Aufwärtsbewegung beginnen können. In der Zwischenzeit konzentrieren wir uns weiterhin darauf, die Aktien der Junior-Unternehmen zu kaufen, die das Potential zu Kursgewinnen von 300-500% bieten.


© Jordan Roy-Byrne



Dieser Artikel wurde am 30. Mai 2018 auf www.thedailygold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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