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Die Blockchain wird den Gold- und Silbersektor revolutionieren

09.06.2018  |  Frank Holmes
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Offensichtlich besteht zwischen Fluggesellschaften und Bitcoin ein himmelweiter Unterschied - obwohl Blockchain (die Technologie, auf der die Kryptowährung basiert) in der Luftfahrt bereits eingesetzt wird, um die Transparenz bei der Herstellung und Instandhaltung von Flugzeugen zu verbessern. Alles, was ich sagen möchte, ist, dass ich Bitcoin oder die Kryptowährungen im Allgemeinen keinesfalls verteufeln würde, nur weil Warren Buffet sie nicht mag. Buffet ist auch kein Fan und Gold, doch das hat nicht verhindert, dass das Edelmetall nach wie vor zu den liquidesten Assets auf unserem Planeten zählt.


Die Zukunft der Bergbaus - und des Investierens

Zurück zur Konferenz. Neben all den witzigen Aktionen gab es selbstverständlich auch ernste Diskussionen über die Zukunft des Bitcoin-Minings, über die mögliche Verwendung von Kryptowährungen durch Regierungen, über Blockchain-Anwendungen im Finanz-, Gesundheits-, Versicherungs- und Energiesektor u.v.m. Ich würde dieser Liste auch die Bergbaubranche hinzufügen.

Die Blockchain hat das Potential, die Herstellung und Auslieferung von Gold und anderen Edelmetallen zu revolutionieren. Bedenken Sie den Weg, den ein Goldnugget von der Mine bis zum Endverbraucher zurücklegt. Die Lieferkette berührt eine ganze Reihe anderer Branchen und Bereiche, vom Finanzsektor über den Herstellungssektor bis hin zum Einzelhandel, einschließlich diverser gesetzlicher und regulatorischer Aspekte - und jeder davon beruht wiederum auf einer eigenen Kette von Transaktionen.

All diese Transaktionen sind anfällig für Betrug, Fehler, Missverständnisse und Manipulationen. Dokumente können beispielsweise gefälscht werden, um die Herkunft eines Edelmetalls oder eines anderen Rohstoffs zu verschleiern. Mit der Blockchain-Technologie lässt sich jedoch nichts mehr verbergen. Die Dezentralisierung garantiert vollständige Transparenz, d. h. jeder entlang der Lieferkette kann sehen, wie, wann und wo das Metall produziert wurde und wer an jedem Einzelschritt beteiligt war. Das wird der gesamten Industrie einen enormen Vertrauenszuwachs bringen, ganz zu schweigen von einer dramatischen Verbesserung der Effizienz.

Viele Produzenten, Technologieunternehmen und selbst ganze Bezirke haben die Blockchain-Technologie aus verschiedensten Gründen bereits eingeführt oder planen dies. IAMGold, ein Goldproduzent mit Sitz in Toronto, gab letzte Woche bekannt, dass das Unternehmen eine Partnerschaft mit der FinTech-Firma Tradewind Markets eingegangen ist, die die Blockchain-Technologie verwendet, um den digitalen Goldhandel zu vereinfachen.

IBM war kürzlich an der Gründung eines Blockchain-Konsortiums namens TrustChain beteiligt, welches die Herkunft und Verarbeitung von Diamanten, Metallen und Schmuck weltweit nachverfolgen und authentifizieren soll. Noch in diesem Jahr wird auch die Demokratische Republik Kongo beginnen, den Weg des im Land gewonnenen Kobalts aufzuzeichnen, um sicherzustellen, dass keine Kinder am Abbau beteiligt waren.

Die Edelmetalle kommen heute in einer stetig wachsenden Zahl industrieller Anwendungen zum Einsatz, vom Smartphone über die Elektrofahrzeuge bis hin zum Internet der Dinge.

Gleichzeitig ist es sowohl für Hersteller als auch für Verbraucher immer wichtiger geworden zu wissen, woher die verwendeten Metalle stammen. Nach Angaben der Branchenorganisation Semiconductor Industry Association, ist der Umsatz mit Halbleitern - die verschiedene Metalle, u. a. auch Gold, enthalten - im Jahr 2017 erstmals auf mehr als 400 Milliarden $ gestiegen. Der Gesamtumsatz lag bei 412,2 Milliarden $ und hat sich gegenüber dem Vorjahr damit um 22% erhöht. Jede Menge Metall und andere Rohstoffe also, die mittels der Blockchain-Technologie authentifiziert werden könnten.

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Die Blockchain bringt darüber hinaus auch Bewegung in die Goldinvestments. Die britische Prägestätte Royal Mint hat beispielsweise das neue Produkt Royal Mint Gold (RMG) vorgestellt, welches "die Performance des Londoner Goldmarktes mit der Transparenz eines börsengehandelten Wertpapiers" verbinden soll. Die australische Perth Mint hat unterdessen InfiniGold eingeführt. Dabei werden digitale Zertifikate ausgegeben, die den Besitz von Gold und Silber in den Tresoren der Prägeanstalt verbriefen. Abgesehen davon existiert bereits eine ganze Reihe anderer Plattformen, die den digitalen Goldhandel erleichtern.

Sollte sich auch nur eine dieser Plattformen wirklich durchsetzen und, könnte das dem Chefstrategen des World Gold Council John Reade zufolge "für die Goldmärkte einen ebenso tiefgreifenden Wandel bedeuten wie die Entwicklung der ETFs, doch mit dem Vorteil, dass dabei auch jüngere Generationen angesprochen werden.


© Frank Holmes
U. S. Global Investors


Der Artikel wurde am 21. Mai 2018 auf www.usfunds.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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