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Das Ende des Gelddruckens und der Beginn des Crashs?

07.06.2018  |  Chris Martenson
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Sie hofften, dass die Märkte ihre Abhängigkeit von den finanziellen Stimulierungsmaßnahmen nach und nach und mit wenigen negativen Folgen ablegen würden. Man wollte eine "sanfte Landung" hinlegen, bei der die Preise nur allmählich und nicht sonderlich stark sinken würden.

Doch das passierte nicht.

Stattdessen zeigten die vom billigen Geld abhängigen Märkte sofort massive Entzugserscheinungen.

Um Ihnen zu zeigen, wie schnell sich die Dinge damals zum Negativen entwickelten, habe ich hier einige Überschriften aus einem Artikel herausgesucht, den ich damals Mitte Januar 2016 geschrieben habe:
  • Wall Mart schließt 269 Filialen, 154 in den USA
  • Verhältnis zwischen Lagerbeständen und Umsätzen erreicht neues Hoch
  • US-Frachtvolumen zum ersten Mal seit fast drei Jahren rückläufig
  • Umsatz im US-Einzelhandel im Dezember um 0,1% gesunken
  • Empire State Index fällt auf tiefsten Stand seit der Rezession
  • Südafrikanischer Rand sinkt 2016 auf neue Rekordtiefs
  • Brasilianischer Real bricht gegenüber dem US-Dollar ein
  • Brasiliens Arbeitslosenquote steigt auf 9%
  • Kanadischer Dollar sinkt gegenüber dem US-Dollar auf 13-Jahres-Tief
  • Junk-Bond-Spreads im US-Energiesektor höher als je zuvor
  • Nigerianische Währung bricht ein
  • Mexikanischer Peso erreicht neues Rekordtief
  • Neuer Bärenmarkt bei den chinesischen Aktienwerten
  • Bärenmarkt an Europas Börsen

Kommt Ihnen das bekannt vor? Das sollte es. Diese Überschriften klingen haargenau wie unsere aktuellen Schlagzeilen, im Jahr 2018.

Wir bezahlen noch immer den Preis für 2008, als die Zentralbanken einen massiven Fehler begingen, indem sie nicht zuließen, dass die Märkte bereinigt wurden und sich von ihren faulen Schulden befreiten. Ja, es wäre sicherlich sehr schmerzhaft gewesen; aber wir hätten das Schlimmste in ein oder zwei Jahren überstanden und dabei einen viel gesünderen und nachhaltigeren Zustand des Systems wiederhergestellt.

Stattdessen wurden die schlechten Akteure geschützt (und belohnt!) und die grundsätzlichen Probleme wurden wortwörtlich "mit Papier überdeckt"; zurückgelassen, um seitdem weiterhin unbeobachtet zu schwären. Ähnlich war es im Frühjahr 2016: Die Zentralbanken begingen erneut dieselbe Sünde, indem sie alles Mögliche mithilfe einer weiteren Welle frischen und aus dem Nichts geschaffenen Geldes retteten.

Um zu sehen, wie viel das in Wirklichkeit war, betrachten Sie den unteren Chart, der die jährlichen Veränderungen innerhalb der Bilanzen der weltweiten Zentralbanken zeigt. Der jeweilige "Bereich unter der Kurve" jeder größeren Zeitspanne der Gelddruckerei lässt uns dessen Ausmaß erkennen. Um Ihnen die Veranschaulichung zu erleichtern, habe ich ähnlich große orangefarbene Rechtecke in den entsprechenden Bereichen platziert. Wichtig ist hierbei, dass die Gelddruckerei der Zentralbanken zugenommen hat - nicht abgenommen - je weiter wir uns von der großen Finanzkrise entfernen:

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Wenn wir uns seit Jahren, wie es die Zentralbanken stolz verkünden, in einer "Erholung" befinden, warum flossen dann in den Jahren 2016 bis 2018 die meisten finanziellen Anreize ins System?

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass wir den Handlungen unserer Führungspersonen mehr vertrauen sollten, als ihren Worten. Und ihre derzeitigen Handlungen deuten Panik an.


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