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USA Herausforderung für den Rest der Welt!

07.06.2018  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1798 (07:10 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1714 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.90. In der Folge notiert EUR-JPY bei 129.65. EUR-CHFoszilliert bei 1.1616.

Wir haben in diesem Report mehrmals gewarnt, dass die USA einen Angriff auf das global aufgesetzte Organigramm, das die Basis der internationalen Arbeitsteilung darstellt und damit Basis für die Funktionalität der Weltwirtschaft in der derzeitigen Konstellation ist, unternehmen.

Ergo spielen die USA aus Eigeninteresse mit demPfad derWeltkonjunktur und der Stabilität der Märkte als auch des Systems. Die USA werden zunehmend zu einer Belastung derWelt und stellen eine markante Herausforderung dar.

Zu den Fakten: Der Wirtschaftsberater Larry Kudlow äußerte gestern, dass sich die USA nicht mehr an Entscheidungen der Welthandelsorganisation gebunden fühlen. O-Ton: "Multilaterale internationale Organisationen werden nicht die amerikanische Politik bestimmen."

Herr Kudlow hat damit deutlich gemacht, dass die USA keine Vereinbarungen und Verträge akzeptieren, die ihren Interessen widersprechen.

Vertragsbrüche und auch Nichtanerkennung internationaler Rechtsinstanzen, wie den Internationalen Gerichtshof in den Niederlanden oder den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg, sind bekannt und hier zuvor thematisiert worden. Gleiches gilt für das Völkerrecht. Rechtsbrüche Dritter werden laut vernehmlich verfolgt. Nachweisliche Verletzungen des Völkerrechts durch die USA fallen der asymmetrischenWahrnehmung zum Opfer.

Was heißt das für Vertragsparteien der USA? Was sind die Absicherungen, die derartige Verträge und Vereinbarungen beinhalten, wert?


Zum Thema Handel:

Letztlich ergeben sich die Handelsbilanzdefizite der USA aus einem Manko an US Konkurrenzfähigkeit. Damit ist der aktuelle Kurs der USA eine Abwendung von dem Prinzip freier Märkte und des freien Warenaustausches, das noch in jüngerer Vergangenheit so lautstark aus den USA tönte (Belehrung Kontinentaleuropas durch USA über Dekaden), um für sich neue Märkte zu erschließen.

Wir sind hier mit einer Kehrtwende um 180 Grad konfrontiert. Daran wird deutlich, dass die US-Politik ein unverwechselbares Charaktermerkmal hat, egozentrischen und wertebefreiten Opportunismus für den eigenen Cash-Flow! Der steht übrigens, liebe Transatlantiker, nicht im Wertekatalog des Westens.


Fazit zum Thema USA:

Sollte die Welt ex USA (85% der Weltwirtschaft) diese US-Politik, die faktisch eine Unterordnung unter US-Interessen (=totalitärer US-Anspruch) darstellt, nicht als Katalysator für eine Isolierung der USA nutzen, stehen uns sehr viel heißere und unfreiere Zeiten bevor, als wenn man sich dieser Herausforderung stellt. Das kommende G-7 Treffen hat diesbezüglich unsere volle Aufmerksamkeit. An die Unternehmen, die Interessen im US-Markt haben: Was ist bedeutender 15% der Weltwirtschaft oder 85% der Weltwirtschaft? Welche Rechtsrisiken inkludiert der US-Markt? Fehlentwicklungen bekämpft man am Anfang!


Zu diesem Themenkomplex passt folgende Meldung:

Es geht um das Thema des Atomvertrags mit dem Iran und die Sanktionspolitik. Washington schickt seine Emissäre aus. Aus diplomatischen EU-Kreisen verlautet: In der Auseinandersetzung über das Atomabkommen mit dem Iran üben US Diplomaten Druck auf andere Staaten aus. Diplomaten erklärten, der für Iran und Irak zuständige US Staatssekretär Andrew Peek sei in Tschechien und in Ungarn gewesen.

O-Ton eines hochrangigen europäischen Diplomaten: "Die Amerikaner sind auf Tour und fahren überall hin, sie sind dogmatisch."

Bisherige europäische Antwort, die wir absolut begrüßen: "Wenn ihr zu uns kommt, um uns zu sagen, wie wir hier amerikanisches Recht anwenden sollen, dann seid ihr nicht willkommen.

Ja, die USA stellen eine Herausforderung für den Rest der Welt dar. Sie forcieren Risiken für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und der Stabilität der Finanzsysteme als auch der Finanzmärkte vor dem Hintergrund massiver qualitativer Mängel in der eigenen Wirtschaftsstruktur (keine nachhaltigen selbsttragenden Elemente desWachstums in den USA kreditgetriebenes Modell). Mehr gibt es nicht zu sagen.


Gestern veröffentlichte US-Daten:

Die US-Handelsbilanz lieferte ein Defizit in Höhe von 46,2 Mrd. USD (Prognose 49,0 Mrd. USD) per Berichtsmonat April nach zuvor -47,2 Mrd. USD (revidiert von 49,0 Mrd. USD).

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© Moody's Economy.com


Die US-Produktivität stieg sich per 1. Quartal um 0,4% und verfehlte damit die bei 0,6%angesiedelte Prognose.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.1490 - 20 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH



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