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Warum ein Goldpreis von 10.000 $ nicht das Ende der Welt bedeutet

11.06.2018  |  Avi Gilburt
Seit fast sieben Jahren bin ich nun in der Online-Community der Investmentbranche aktiv. Tatsächlich erschien mein erster öffentlicher Artikel zu einer bestimmten Anlageklasse im Sommer 2011. Ich sagte darin ein Top am Goldmarkt vorher, als die meisten anderen Analysten sicher waren, dass der Kurs die 2.000-$-Marke problemlos überschreiten würde.

Ich ging jedoch davon aus, dass die Rally im Bereich von 1.915 $ wahrscheinlich enden würde, obwohl wir damals einen parabolischen Kursanstieg beobachteten. Wie wir heute wissen, erreichte Gold seinen Höchststand etwa einen Monat nach meiner Prognose bei 1.921 $.

Seitdem habe ich nicht nur zahlreiche Artikel verfasst, sondern wahrscheinlich auch mehr als fünf Mal so viele Kommentare zu den verschiedensten Finanzmärkten gelesen. Dabei ist mir insbesondere aufgefallen, dass sich die Märkte nur selten so verhalten, wie die Mehrheit es erwartet. Die meisten Anleger denken heute z. B. nach wie vor, dass Gold eine sichere Zuflucht vor Volatilität an den Aktienmärkten bietet. Ich habe versucht, diese Annahme mittels historischer Fakten zu entkräften, aber viele halten an diesem Irrglauben fest.

Ein weiterer Trugschluss, der mir in den vergangenen sieben Jahren immer wieder begegnet ist, war die Überzeugung, dass sich die Welt wahrscheinlich in einem schrecklichen Zustand befinden würde, falls der Goldpreis auf 5.000 $ oder mehr steigen sollte. Viele gingen sogar soweit zu sagen, dass sie nicht in einer Welt leben möchten, in der der Goldpreis bei 10.000 $ liegt. Auf diese Ansicht bin ich gerade eben wieder im Kommentarbereich eines Artikels von Doug Eberhardt gestoßen.

Sehen wir uns die Argumentation dahinter etwas genauer an. Als die Unze Gold vor fast 20 Jahren nur 300 $ kostete, sagten viele Marktbeobachter ebenfalls, dass sie eigentlich keine Zeit erleben wollen, in der Gold bei 1.000-2.000 $ notiert. Anders gesagt gingen sie davon aus, dass ein deutlich höherer Goldpreis zwangsläufig bedeuten würde, dass sich die Welt in einer äußerst misslichen Lage befindet.

In den letzten zehn Jahren haben wir jedoch einen Anstieg des Goldkurses von 300 $ auf fast 2.000 $ erlebt. Selbst heute ist der Goldpreis noch mehr als viermal so hoch wie vor 20 Jahren und wir können bezeugen, dass die Welt in der Zwischenzeit nicht untergegangen ist. Wer das Marktgeschehen aufmerksam beobachtet hat, weiß zudem, dass die Goldhausse von 2002 bis 2011 zu großen Teilen gleichzeitig mit einer Rally an den Aktienmärkten stattfand - genauer gesagt von 2002 bis 2007.

Heute stagniert der Goldkurs zwar im Bereich von 1.300 $, doch das ist noch immer mehr als das Vierfache des Preises von 2002. Und ich höre keine Beschwerden darüber, dass wir in einer verheerenden Epoche der Geschichte leben würden.

Letztlich haben viele Investoren recht festgefahrene Meinungen zu Gold und dessen Rolle entwickelt. An diesen halten einige von ihnen auf fast schon religiöse Weise fest, obwohl sie auf Trugschlüssen basieren. Sinnvoller wäre es allerdings, das Edelmetall wie jede andere Anlageklasse zu betrachten, statt ihm eine übertriebene Bedeutung im Zusammenhang mit der globalen Gesamtlage zuzumessen.

Wenn Sie Gold als Investment ansehen und seine zu erwartende Entwicklung gut analysieren, werden Sie auch gute Ergebnisse erzielen. Wenn Sie das Edelmetall jedoch aus einer emotionalen oder nicht auf Fakten basierenden Perspektive heraus betrachten, wird das Ihre Anlageerträge langfristig wahrscheinlich schmälern.

Denken Sie daran, wie die meisten Marktteilnehmer den Goldkurs im Jahr 2011 einschätzten, und wie sicher sie sich waren, dass er auf mehr als 2.000 $ steigen würde. Erinnern Sie sich noch daran, dass fast alle Beobachter die Möglichkeit eines erneuten Rückgangs in den Bereich von 1.000 $ damals als lächerlich abtaten?

Ich gehe noch immer davon aus, dass wir uns an den Edelmetallmärkten an der Schwelle zu einer mehrere Jahrzehnte andauernden Hausse befinden, aber ich glaube nicht an das Ende der Welt.

Ohnehin teile ich die weitverbreiteten Ansichten der Märkte nicht, denn wenn die Mehrheit der Anleger an eine bestimmte Entwicklung glaubt, tritt sie meist nicht ein. Auch ich sehe in den nächsten 20 Jahren schwere Zeiten auf die allgemeinen Aktienmärkte zukommen, aber ich denke nicht, dass die Tiefs von 2009 erneut ausgelotet werden. Die Kurse an den Edelmetallmärkten werden sich meiner Einschätzung nach in den nächsten Jahrzehnten allerdings deutlich erhöhen.


© Avi Gilburt
www.ElliottWaveTrader.net


Der Artikel wurde am 7. Juni 2018 auf www.goldseek.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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