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Italien, Hyperinflation und Gold

13.06.2018  |  Egon von Greyerz
Open in new windowDie EZB (Europäische Zentralbank) hatte gerade ihren 20. Geburtstag. Doch es gibt wirklich keinen Grund zu feiern. Die EU ist das totale Chaos, und der am 1. Januar 1999 eingeführte Euro ist eine gescheiterte Währung. Jeder EZB-Präsident musste Brände bekämpfen, die sehr wenig mit Preisstabilität zu tun hatten, sondern viel eher Überlebensfragen waren. Die meisten Brände waren viel bedrohlicher als die paar letzten Kerzen auf dem Euro-Kuchen, die Draghi jetzt versucht auszublasen. Während seiner Amtszeit hatte der französische EZB-Präsident Trichet ein noch größeres Feuer zu löschen: die Große Finanzkrise, die 2006 begonnen hatte.


EZB 4 Billionen gedruckt - mandatsfremd

Der einzige Auftrag der EZB ist die Erhaltung von Preisstabilität. Dieser Auftrag ist in der Tat zu einer sehr kostspieligen Übung geworden. Zwischen 2006 und 2011 verdreifachte sich die Bilanzsumme der EZB von 1 Billion € auf 3 Billionen €. Aber die Krise war 2011 noch nicht vorbei. Nach einer kurzen Schuldensenkung wuchs die EZB-Bilanz zügig weiter - von 2,3 Billionen € im Jahr 2014 auf 4 Billionen € heute.

Es ist schon bemerkenswert zu beobachten, wie eine supranationale Bank entsteht, die sich - in Form massiver Geldschöpfung - automatisch auch einen Daseinsgrund schafft. Im Grunde verbrennt sie nur Geld und hat ansonsten absolut keinen Zweck. Und das ist natürlich weit entfernt von ihrer eigentlichen Aufgabe der Erhaltung von Preisstabilität.

Geldschöpfung erzeugt hohe Inflation und letztlich Hyperinflation. Nur aus einem Grund haben wir in der EU noch keine hohe konventionelle Inflation gesehen: Das gesamte gedruckte Geld ist, wie auch in den USA, in den Banken geblieben. Das hatte niedrige Inflation bei Verbraucherprodukten zur Folge und eine gewaltige Vermögenswertinflation.

Folglich gab es massive Zuwächse bei Aktien, Anleihen sowie Immobilien-und Grundstückspreisen - aber nicht bei den Verbraucherpreisen. Somit hat die enorme Geldschöpfung durch EZB und Eurozone-Banken bislang nur geringe inflationäre Auswirkungen gehabt. Doch mit steigender Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird auch die Inflation steigen. Dieser Moment ist nicht mehr weit entfernt. Dasselbe wird in den USA passieren. Sobald die Geldumlaufgeschwindigkeit steigt, wird auch die Inflation in den USA rasch anziehen.


Italien auf dem Weg ins Verderben

Die EU hat derzeit mit großen ökonomischen und/ oder politischen Problemen in vielen Mitgliedsländern zu kämpfen. Italiens neue Koalitionsregierung ist ein Protest gegen die EU und den Euro. Schon jetzt hat das Land die höchste Schuldenstandsquote in Europa; und die neue Führung wird die Probleme nur noch verschlimmern. Dafür werden auf jeden Fall Steuersenkungen und erhöhte Ausgaben sorgen.

Wie man im Chart unten sehen kann, liegt Italiens Verhältnis von Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt schon jetzt bei 140%. Hochgerechnet müsste dieses Verhältnis bis 2050 auf 210% anwachsen. Im Umfeld steigender Zinssätze wird der Schuldendienst bald alle Steuereinnahmen aufzehren. Italien wird lange vor 2050 bankrottgehen und seine Schulden nicht mehr bedienen können.

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Prognosen zufolge wird die Zahl der italienischen Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter bis 2015 um ein Drittel schrumpfen - von 36 Millionen auf 24 Millionen. Es wird also deutlich weniger Menschen geben, die für eine deutlich gestiegene Schuldenlast bezahlen werden.

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