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Für Freihandel, gegen Protektionismus

23.06.2018  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Arbeitsteilung und Freihandel sind unverzichtbare Quellen des Wohlstandes der Volkswirtschaften. Daran an dieser Stelle erinnert.

Für den materiellen Fortschritt in den Volkswirtschaften gibt es eine Erklärung: Arbeitsteilung und Freihandel. Arbeitsteilung bedeutet, dass jeder das produziert, was er am kostengünstigsten kann. Aus der Arbeitsteilung erwächst die Notwendigkeit miteinander zu handeln. Arbeitsteilung und Freihandel steigern die Ergiebigkeit der Produktion. Der britische Ökonom David Ricardo (1772 - 1823) erkannte früh: Arbeitsteilung ist für alle lohnend, wenn die Beteiligten Vorteile bei der Herstellung bestimmter Güter haben.

Er erkannte auch, dass Arbeitsteilung selbst dann lohnend ist, wenn einer alles besser kann als die anderen: Der Produktivste wird sich auf das konzentrieren, was er am relativ besten kann, und die Herstellung der übrigen Güter wir er anderen überlassen. So findet jeder einen Platz in der Arbeitsteilung und nimmt an der Wohlstandmehrung teil.

Die Arbeitsteilung macht die Menschen aber nicht nur wohlhabender, sie schafft auch eine kooperative und friedvolle Verbindung zwischen den Menschen, national und international. Herrscht Arbeitsteilung vor, erkennt ein jeder den anderen als hilfreich, als unterstützend zur Bewältigung der ökonomischen Lebensherausforderungen an.

Arbeitsteilung und Freihandel, die Hand in Hand gehen, sind so gesehen friedenstiftend: Sie spannen eine enge Bande zwischen Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt, zwischen Menschen aus unter-schiedlichen Sprach- und Kulturräumen. Arbeitsteilung und Freihandel erweisen sich im wahrsten Sinne des Wortes als ein Programm für den Frieden.

Damit werden auch die Probleme offenkundig, die vom Protektionismus - den staatlichen Eingriffen in Arbeitsteilung und Freihandel in Form von zum Beispiel Zöllen und anderen Handelsbeschränkungen - ausgehen. Zum einen schadet der Protektionismus dem materiellen Wohlstand: Die Ergiebigkeit der Arbeit, die Produktivität des Wirtschaftens fallen geringer aus, als sie ohne Protektionismus ausfallen würden. Zum anderen wird die Möglichkeit der Menschen, harmonisch und zum gegenseitigen Vorteil zusammenzuarbeiten, gestört. Protektionismus sorgt für Streit und Zank.

Natürlich ist der Welthandel derzeit nicht frei. Staaten beeinflussen ihn auf vielfältige Weise. Die US-Administration erhebt seit Anfang Juni Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Kanada, Mexiko und der Europäischen Union sowie auf einige chinesische Importe. Die Betroffenen Länder reagieren nun ihrerseits mit Zöllen auf US-Exporte. Wohin führt dieser "Handelsstreit"?

Es würde eine negative Entwicklung nehmen, wenn sich die Fronten verhärteten, wenn die Verhandlungsbereitschaft der Regierungen und der Industrien, die sie vertreten, nicht ausreicht, um ein vernünftiges Ergebnis herbeizuführen. Die Gefahr besteht durchaus: Einige Staaten schützen durch Zölle die Interessen ihrer Industrien - zum Beispiel begünstigen EU-Importzölle die deutsche Automobilindustrie zu Lasten der US-Konkurrenz.

Eine positive Wendung nimmt das Ganze hingegen, wenn die Beteiligten einlenken: Wenn sie erkennen, dass Handelshemmnisse zu einer kollektiven Selbstschädigung führen, und dass es daher sinnvoll ist, Zölle, Einfuhrbeschränkungen und Subventionen (vollständig) abzubauen. Das ist vermutlich auch das Fernziel der US-Administration. Wenn es also Amerika durch eine "Strong-Arm"-Politik letztlich gelingen sollte, den Freihandel von seinen Hindernissen zu befreien, wäre das ein großer Erfolg, von dem alle Verbraucher profitieren.


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Quelle: Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH


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