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Bargeldlose Gesellschaft, Negativzinsen und Hyperinflation

11.07.2018
- Seite 3 -
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Zunehmende Menge an Geldautomaten in Singapur


Die obigen Daten bedeuten, dass es in Singapur nun landesweit mehr als 3200 Geldautomaten gibt, verglichen mit weniger als 2000 Geldautomaten im Jahr 2004.


Bargeldlos bedeutet weniger Verbrechen!

Die Verringerung von Verbrechen ist ein Argument dafür, eine vollkommen bargeldlose Wirtschaft zu unterhalten. Verbrechersyndikate, Einbrecher, Drogendealer und Kleindiebe verlassen sich alle auf ein anonymes Bargeldsystem, um ihre Schmuggelware zu verkaufen. Wenn wir Bargeldnoten einfach abschaffen, dann würden Drogenhandel, Raub, Einbrüche und sogar Steuerbetrug vollkommen verschwinden. Richtig?

Einer der passioniertesten Befürworter einer vollständigen Bargeldabschaffung ist ein berühmter schwedischer Musiker namens Björn Ulvaeus. Ulvaeus ist als Mitglied und Gründer der Musikgruppe ABBA bekannt (die ironischerweise das Lied "Money, Money, Money" gesungen hat). Vor einigen Jahren wurde Ulvaeus Sohn mehrere Male ausgeraubt und ein Teil seiner teuren Musikausrüstung gestohlen. Ulvaeus Begründung hinter dem Bargeldverbot lautet, dass Einbrecher die gestohlenen Gegenstände nicht verkaufen können, sollte es kein Bargeld, sondern nur noch elektronisch überwachte Zahlungssysteme geben. Und demnach hätte der Einbruch dann niemals stattgefunden.

Auch wenn er etwas verwirrt ist, hat Ulvaeus dennoch nicht ganz Unrecht. In zwei Kommentaren, die vor einigen Jahren in einer der wichtigsten schwedischen Zeitungen veröffentlicht wurden, erwähnt er den Tauschhandel und dessen Grenzen.

Jedoch zeigt uns die Geschichte wieder und wieder, dass die Menschen die Grenzen des Tauschhandels auf verschiedene, geniale Weisen umgangen haben. Sei es durch die Verwendung von Muscheln, Steinen oder Metallen - wie Gold und Silber - oder durch lokale und inoffizielle Kreditsysteme - die Herausforderungen des Tauschhandels wurden, solange das Bedürfnis und die Nachfrage nach einem derartigen System besteht, schon immer bezwungen.

Beispielsweise begannen Schecks, die in den 1950er Jahren von der Armee ausgegeben und von den in Hongkong stationierten britischen Soldaten verwendet wurden, als Währung zu zirkulieren. Das Vertrauen in diese Schecks unter den dortigen Händlern war allgemeingültig. Warum sollte man sich dann also mit der Unannehmlichkeit herumschlagen, diese gegen Geld einzutauschen, wenn das doch der Lieferant tun kann?

Der Anthropologe Keith Hart erzählt die Geschichte seines Bruders, der in den 1950er Jahren in Hongkong stationiert war. Keiths Bruder war mehr als nur überrascht, als er eines Tages einen Scheck auf der Theke einer lokalen Bar vorfand, den er vor 6 Monaten unterzeichnet hatte. Auf seiner Rückseite befanden sich mehr als 40 kleinere Unterschriften von jedem einzelnen Händler, der die Gültigkeit des Schecks legitimiert hatte. Ein Vertrauensspiel. Eine spontane Form des Bargelds.

In Gefängnissen werden Alkohol, Zigaretten und vor Kurzem auch Ramen-Nudeln als Währung verwendet. Diese Waren stellen sich spontan als universell begehrtestes Gut heraus und können demnach als Währung oder Geld verwendet werden, um alles andere zu erwerben. Keine Regierung, Armee, Polizei oder Bank war nötig, um diesen Waren ihren Status als Zahlungsmittel zu verleihen. Auf dem Markt innerhalb des Gefängnisses stellten sie sich spontan als solches heraus, so wie Gold und Silber dies mehrmals in unserer Geschichte taten.

Das heutige Bankensystem zeigt sich demnach so, wie es wirklich ist: Ein Pyramidenschema, in dem Ihr Geld dazu verwendet wird, auf fragwürdige Anlageklassen zu spekulieren, deren Werte nur durch die Investoren erhalten werden, die ebenfalls in genau diese Assetklassen investieren - und zwar mit der Hilfe des Geldes, das von einer endlosen Kreditquelle stammt, die wiederum von künstlichen Niedrig- oder sogar Negativzinsen gespeist wird.


Negativzinsen und bargeldlose Gesellschaft: Ein Vorläufer der Hyperinflation?

Wenn die Negativzinsen der Zentralbanken auch von den Geschäftsbanken übernommen werden, werden viele Menschen selbstverständlich ihr Geld abheben wollen. Solange Bargeld leicht verfügbar ist, ist das kein Problem. Zumindest nicht, solange nicht jeder sein Geld zum gleichen Zeitpunkt abheben möchte. Aber wenn die Benutzung von Bargeld eingeschränkt wird, wie im Beispiel von Schweden, kann das Abheben von Geld schwer oder unmöglich sein.

Die resultierende bargeldlose oder "bargeldarme" Gesellschaft verhindert auf diese Weise einen Ansturm auf die Banken und gewährt ihnen im Grunde genommen einen Schuldenerlass oder zumindest einen massiven Schuldenschnitt. Denn - erinnern Sie sich - die Bilanz auf Ihrem Konto sind die Schulden, die die Bank Ihnen gegenüber hat. Wenn es kein Bargeld gibt, wie kann die Bank Ihnen dann die Schulden zurückzahlen?


© BullionStar



Dieser Artikel wurde am 16. Januar 2018 auf www.BullionStar.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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