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Staatliche Goldanleihen: Der Paradigmenwechsel hat begonnen

03.07.2018  |  Dr. Keith Weiner
Eine Goldanleihe ist eine Schuldverschreibung, die in Gold ausgezeichnet ist, und deren Zinsen und Kapitalsumme in Gold gezahlt werden. Wie ich im weiteren Verlauf des Artikels erklären werde, ist dies eine Möglichkeit für den Emittenten seine Schulden vollständig abzubezahlen. Es gibt jedoch noch weitere Vorteile.

Manchmal ist es hilfreich, ein Bild von dem zu zeigen, über das ich rede. Im Harvard Club in New York hängt neben diversen anderen Erinnerungsstücken auch eine alte Goldanleihe an der Wand.

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Quelle: Keith Weiner


Das ist eine Goldanleihe, die der Präsident und die Mitglieder des Harvard College am 27. November 1905 erwarben. Sie beläuft sich auf 5.000 Dollar, die als "Goldmünzen der Vereinigten Staaten von Amerika" auszuzahlen sind. Das war damals die Liberty-Head-Goldmünze. Die als "Double Eagle" bekannte 20-Dollar-Münze war knapp 1 Unze schwer (d.h. 31,1 Gramm). Das entsprach 0,05 Unzen je Dollar; demnach bedeuteten 5.000 Dollar also 241 7/8 Unzen.

Die Zinsen beliefen sich auf 3,5% und wurden halbjährlich bezahlt, bis die Kapitalsumme am 1. Februar 1998 zurückzuzahlen war - ein Fälligkeitszeitraum von 92 Jahren. Das mag unglaublich klingen, aber der Goldstandard besaß eine Stabilität, von der wir heute nur noch träumen können.

Leider erklärte Präsident Roosevelt alle Goldklauseln weniger als 30 Jahre später für nichtig. Im Jahr 1998 wurden Harvard die 5.000 Dollar endlich zurückgezahlt (unter Annahme, dass der Herausgeber der Anleihe unterdessen nicht pleite gegangen ist). Das war ein Verlust von 93% seiner ursprünglichen Investition, denn die 5.000 Dollar waren weniger wert als 17 Unzen Gold.

Seit 85 Jahren hat es innerhalb der USA keine Goldanleihen mehr gegeben. Dennoch bewegt sich eine Regierung (über die ich schon bald öffentlich sprechen darf) auf die Emission von Goldanleihen zu. Ich habe bereits mehrere tausend Wörter darüber geschrieben, wie vorteilhaft Goldanleihen für Investoren wären. Heute schreibe ich vor dem Hintergrund dieses bevorstehenden Ereignis darüber, wie vorteilhaft die Ausgabe von Anleihen für den Emittenten ist, einschließlich staatlicher Emittenten. Auch für Bergbauunternehmen würden sich daraus Vorteile ergeben.


Vorteile für Regierungen

Die Federal Reserve folgt einer Inflationspolitik, bei der der US-Dollar um 2% im Jahr entwertet wird. Andere Zentralbanken auf der Welt haben ähnliche Ziele, beispielsweise haben sowohl die Bank of England als auch die Europäische Zentralbank ihre Inflationsziele auf 2% festgesetzt. Gläubiger sollten Goldanlagen den durch Dollar, Pfund und Euro gedeckten Vermögenswerten vorziehen, da Gold dieser Entwertung nicht unterliegt. Zum Zeitpunkt meines Schreibens wirft die 10-Jahres-Staatsanleihe 2,9% Rendite ab. Nimmt man an, dass die Fed ihr Ziel erreicht ohne darüber hinauszuschießen, dann stiehlt die Zentralbank den Investoren den Großteil ihrer Rendite.

Das führt uns jedoch zu einer Frage. Aus demselben Grund, aus dem Gläubiger Dollarvermögenswerte vermeiden sollten, sollten dann nicht auch Schuldner Dollarverbindlichkeiten bevorzugen? Ist es nicht gut, Kredite in einer sinkenden Währung aufzunehmen? Rückzahlungen mit entwerteten Dollar sollten die Schuldenlast ein wenig erleichtern. Im Jahr 2001 war der Dollar mehr als 122 Milligramm Gold wert. Bis zum Jahr 2011 hatte sich dieser Wert auf weniger als 16 Milligramm reduziert. Jeder Goldproduzent, der 2001 Dollarkredite aufgenommen hat, konnte die Schulden mit 87% weniger Gold begleichen.



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