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Folgen Sie dem Geld - Folgen Sie China, Russland und Indien

03.07.2018  |  Egon von Greyerz
Die US-Regierung sorgt sich um eine militärische Bedrohung durch Russland und das Handelsdefizit mit China, während die wahren Probleme kein Grund zur Unruhe bieten. Wer verstehen will, was wirklich passiert, muss nur dem Geld folgen. Die realen Geldströme zeigen uns, wohin sich die globale Wirtschaftskraft bewegt.

Seit fast 60 Jahren haben die USA keinen wirklichen Handelsüberschuss mehr verbuchen können, und seit 1975 fährt das Land Jahr für Jahr ein Zahlungsbilanzdefizit ein. Ein Land, das seit über einem halben Jahrhundert über seine Verhältnisse lebt, ist technisch und wirtschaftlich bankrott. Eigentlich sollten seine Schulden keinen Wert mehr haben, und auch seine Währung nicht. Doch die USA haben den Bankrott bislang geschickt vermieden, weil sie über die globale Reservewährung und die größte Militärmacht der Welt verfügen.


Das am stärksten verschuldete Land der Welt

Sowohl Russland als auch China können die Zeichen der Zeit lesen. Sie verstehen, dass das am stärksten verschuldete Land der Welt die eigenen Schuldenprobleme nicht durch die Ausgabe von noch mehr Schulden lösen kann. Deshalb kaufen Russland, China und Indien jedes Jahr den größten Teil der weltweiten Goldproduktion auf.

Im Mai 2018 stockte Russland seine Goldreserven um weitere 600.000 oz oder knapp 20 Tonnen auf. Seit Januar 2018, als Trump Präsident wurde, stieg die Verschuldung der USA um 6% (oder 1,1 Billionen $) auf insgesamt 21,1 Billionen $. Russland erhöhte unterdessen seine Goldreserven um weitere 9 Millionen Unzen; der Wert der russischen Goldreserven liegt inzwischen bei 80 Milliarden $.

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Die Welt wird keine US-Exzesse mehr finanzieren

Während sich die US-Wirtschaft ins Verderben stürzt, weiß Russland, dass Gold das einzige Geld ist, das überleben wird. So wie es immer schon gewesen ist! Seit Jahren finanziert die Welt die US-Verschuldung durch den Kauf von US-Staatsanleihen. Doch jetzt werden deutliche Veränderungen sichtbar. Aktuell liquidieren viele Länder ihre US-Schuldenpapiere.

Sie wissen, was mit den US-Schulden passieren wird und versuchen, ihre Bestände in geordneter Weise loszuwerden, damit der Markt für US-Staatsanleihen nicht gemeinsam mit dem US-Dollar zusammenbricht. Dazu wird es in den nächsten 1-3 Jahren kommen. Globale Investoren werden sich panisch aus Dollar-denominierten Anleihen flüchten, was zu einem Absturz der US-Währung und auch einem Einbruch von Dollar-Schulden führen wird.

Die Chinesen wissen das. Aber ihre US-Staatsanleihebestände sind derart groß, dass sie langsam vorgehen müssen, um nicht den Ast abzusägen, auf dem sie noch sitzen. Am Ende wird China wahrscheinlich große Verluste bei den eigenen Dollar-Treasury-Beständen hinnehmen müssen. Doch das ist der Preis, den man bereit war zu zahlen, um die nationale Wirtschaft und den eigenen Industriesektor durch die Gegenfinanzierung der US-Ausgabendefizite aufzubauen.

Parallel dazu hat China in den meisten Teilen der Welt kräftig in den Rohstoffsektor investiert. China erkennt, dass Rohstoffe - im Vergleich zu den Bubble-Märkten - massiv unterbewertet sind. Gleichzeitig kauft China seit 2008 einen Großteil der jährlichen Goldminenproduktion auf, so dass das Land heute über insgesamt 16.000 Tonnen verfügt.



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