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Trump als potentieller "Dealmaker" ...

12.07.2018  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1684 (07:71 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1666 US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.24. In der Folge notiert EUR-JPY bei 131.15. EUR-CHF oszilliert bei 1.1633.

Wir wollen hier nicht auf die Ausfälle Trumps gegen Deutschland eingehen, auch nicht auf den dann folgenden Schmusekurs mit der Kanzlerin bei der Pressekonferenz. Diese Konstellation werden wir auch nicht in einen Zusammenhang mit einem pathologischen Befund stellen.

Trump fordert von den Nato-Partnern, dass sie adhoc 2% der Wirtschaftsleistung für Verteidigung aufwenden müssten und nicht erst 2024. Zuvor hatte sich die Nato zu ihrem Ziel bekannt, dass die Mitglieder bis 2024 2%des BIP zahlen sollen. Die Ignoranz, die diese US-Administration (vorher auch schon, aber politisch und medial eleganter) gegenüber Verträgen, Institutionen und Absichtserklärungen an den Tag legt, ist Atemberaubend.

Es wird deutlich, dass Vertragswerke mit den USA im Zweifelsfall nur für eine Seite bindend sind und damit Unterordnungsverhältnisse darstellen. Das ist für souveräne Staaten nicht in zartesten Ansätzen akzeptabel und erfordert Antworten.

Nahezu absurd wurde US-Präsident Trump, als er 4% des BIP als Größe in das Spiel brachte. Implizit wird deutlich, dass die USA Tribut fordern. Man will mit diesem Druck dem militärischen Komplex der US-Wirtschaft stärken. Es geht Trump um "Deals" nachdem die USA die Feindbilder durch Konfrontation im Rahmen der "Regime- Change-Politik initiierten.

Wann durchschaut Europa dieses Manöver und handelt angemessen? Fakt ist, dass es auch außerhalb der USA günstige und belastbare Waffensysteme gibt und entscheidender, man könnte auch eine eigene Industrie forcieren.

Die Unberechenbarkeit, die von den USA ausgeht, sollte zu einer Neuorientierung in Kontinentaleuropa führen. Die Strukturen der Vergangenheit können durch die Veränderungen der finanzökonomischen Machtachse nicht die Strukturen der Zukunft sein. Für Kontinentaleuropa bedeutet das, dass wir aus der außenpolitischen und militärischen "Pubertät" verabschieden müssen.

Es bedeutet auch, dass Kontinentaleuropa (Eurozone) sich politisch integrieren muss, um unsere Stimme hörbar zu machen, um unsere Interessen und Werte zu vertreten und um unseren Kapitalstock zu schützen.


Gestern waren wir am Ölmarkt mit einer brachialen Anomalie konfrontiert.

Völlig unerwartet sanken die Ölbestände in den USA in massiver Form. Erwartet war in der aktuellen Berichtswoche ein Rückgang um 4,489 Millionen Fass. Tatsächlich brachen die Bestände um 12,633 Millionen Fass ein. Das war der stärkste Rückgang seit September 2016. Damit befinden sich die US-Ölvorräte auf dem niedrigsten Niveau seit Februar 2015.

Als Folge sank der Ölpreis (Brent) von 77,42 auf 74,97 USD. Wie war das noch? Hatte Trump nicht gerade erst verbal gegen hohe Ölpreise interveniert? Folgen den Worten Taten bei Futures?

Wir können das nicht beantworten, wir weisen auf die Anomalie hin. Wer Parallelen zu dem über Futures im Edelmetallsektor erkennen will, wäre aber früh dran.


Der Inflationsdruck ist in den USA recht ausgeprägt.

Da stören dann hohe Ölpreise, die sich belastend auf das diskretionäre Konsumverhalten auswirkten und der Fed Argumente für weitere Zinserhöhungen lieferten.

Die Erzeugerpreise legten in den USA per Juni im Jahresvergleich um 3,4% (Prognose 3,2%) nach zuvor 3,1% zu. Es war der stärkste Anstieg seit November 2011!

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© Reuters


Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert, sofern das Unterstützungsniveau bei 1.1490 - 1.1520 nicht unterschritten wird.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH



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