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Gold und die trügerische Jagd nach Profiten

21.07.2018  |  Kelsey Williams
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Leider hätte man auf inflationsbereinigter Basis eine negative Nettorendite von 10% zu verzeichnen. Preisbereinigt ähnelte der Goldpreis nicht einmal seinem Hoch von 1980. Und das ist das Ergebnis nach 30 Jahren Wartezeit.

Der Goldbesitz von Januar 1980 bis August 2011, insgesamt 31 Jahre (während denen der Preis von einem Rekordhoch von 850,00 Dollar je Unze auf ein folgendes, neues Rekordhoch von 1.900,00 Dollar je Unze stieg), führte inflations- und preisbereinigt zu einem kumulativen Nettoverlust von 10%.

Das klingt nicht gut, aber es ist noch viel schlimmer, wenn man den Goldpreisrückgang seit 2011 bedenkt. Mit einem aktuellen Goldpreis von 1.240,00 Dollar je Unze stiegt der kumulative Nettoverlust auf 44% (sicherlich kein unterstützender Faktor für das Argument, dass Gold eine langfristige Inflationsabsicherung ist).

Eine andere Betrachtungsweise ist, dass alle Realprofite - 900% kumulative Gesamtrendite - einer 40-Jahres-Zeitspanne (1971 bis 2011) aus den ersten neun Jahren stammten, 1971-80.

Als Präsident Nixon den Umtausch des US-Dollar in Gold 1971 aussetzte, verursachte seine Handlung ein Jahrzehnt der Dollarschwäche und -abweisung. Die Auswirkungen der Inflation, die über vier Jahrzehnte geschaffen wurde - anfänglich, um uns von der wirtschaftlichen Depression der 1930er Jahre zu befreien und dann, um die Ausgaben des Staates im Verhältnis zu dessen Teilnahme am Zweiten Weltkrieg zu finanzieren, etc. - erwachten in Form von höheren Waren- und Dienstleistungspreisen zum Leben.

Die 1970er Jahre stellten eine Nachholzeit für die Goldpreise gegenüber dem Wertverlust des US-Dollar in den letzten vier Jahrzehnten dar. Dies und die Furcht und Erwartungen, die durch die Realisierung geschaffen wurden, dass die Dinge viel schlimmer standen, als zuvor bekannt war, führte zu übergroßen Zunahmen.

Das Ausbleiben eines neuen inflationsbereinigten Goldhochs 2011 ist vollkommen plausibel. Der Grund dafür ist, dass die Aufwärtsbewegung des Goldpreises das Ausmaß der stattfindenden Dollarentwertung widerspiegelte, die seit den 80er Jahren stattfand. Die Preisbewegung der 70er Jahre reflektierte hingegen die Dollarentwertung, die in den vorherigen 40 Jahren stattfand - eine Zeitspanne, die mehr als doppelt so lang war.

Der Goldpreis ist kein Indikator für dessen Wert. Der Goldwert ist konstant und verändert sich nicht. Sein Preis ist die Widerspiegelung des US-Dollarwerts. Nicht mehr. Nicht weniger. Nichts anderes.

Und was passiert mit dem US-Dollar? Er befindet sich in einem Zustand konstanter Entwertung, unterbrochen durch Zeitspannen relativer Stabilität.

Und die Hochs und Tiefs dieser Zeitspannen kann man klar in beiden Charts sehen (1933, 1971, 1980, 2001, 2011) und stimmen mit den Hochs und Tiefs des Goldpreises überein, sowohl in nominaler als auch preisbereinigter Hinsicht.

Gold ist keine Investition. Wenn Gold als Investition charakterisiert wird, führt die inkorrekte Annahme ungeachtet der Logik zu unerwarteten Ergebnissen. Wenn die Grundannahme inkorrekt ist, wird selbst die beste, technisch perfekteste Logik nicht zu Ergebnissen führen, die konsistent sind.

Was können wir im Angesicht dessen von Gold in Zukunft erwarten? Oder besser gesagt: Was können wir vom US-Dollar erwarten; und wie wirkt sich das auf die Erwartungen des Goldpreises aus?

Eine Möglichkeit ist, dass sich der US-Dollar mit einer sich bessernden Wirtschaft weiterhin stabilisieren und verstärken könnte. Der Goldpreis würde sich stabilisieren und nach unten bewegen, um die relative Stärke des Dollar widerzuspiegeln. Das ähnelt den Ereignissen zwischen 1980 und 2001 und dem, was wir aktuell seit 2011 erleben. Und so könnte das noch mehrere Jahre weitergehen. Während Zeitspannen wie dieser sollte man nicht erwarten, dass der Goldpreis steigt.

Ein weiteres Szenario ist, dass der Dollar seinen langfristigen Rückgang mit rapider Geschwindigkeit erneuern könnte und schließlich auf vollständige Abweisung und Ablehnung zusteuert. In diesem Fall ist der Goldbesitz wichtig für den Vermögenserhalt und das finanzielle Überleben. Jegliche Profite wären jedoch schwer realisierbar. Zu einer derartigen Zeit wird der US-Dollarpreis des Goldes nutzlos. Was jedoch zählt und was gleichzeitig wichtig ist, ist die Goldmenge in Ihrem Besitz.

Zuletzt könnten Versuche der Federal Reserve, ihre schrecklich aufgeblasenen Bilanzen zu verkürzen und eine Rückkehr zu relativ normalen Zinsen, fehlschlagen. Das könnte in einem weiteren Kreditzusammenbruch enden. Und dieser wäre deutlich schlimmer als alles, was wir bisher erlebt haben. Der Rückgang aller Vermögenswertpreise (Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe), die in Dollar ausgezeichnet sind, würde eine Depression auslösen und zu einer Unterdrückung eines Großteils der Wirtschaftsaktivität führen.

Verlassen Sie sich nicht auf Gold als Ihren Retter. Der US-Dollar würde an Wert zunehmen; demnach würde der Dollarpreis des Goldes deutlich fallen. Der US-Dollar könnte sogar mehr kaufen, nicht weniger. Aber die Menge an US-Dollar würde deutlich sinken. Das ist wahre Deflation und das genaue Gegenteil der Inflation.

Es gibt natürlich Variationen und Kombinationen der obigen Szenarien, die stattfinden könnten. Jede Aktion oder Reaktion der Regierung und der Federal Reserve werden das Ausmaß und die Dauer der verschiedenen Krisen beeinflussen.

Wie diese Ereignisse auch immer ablaufen oder sich entwickeln werden, es gibt keinen wesentlichen Grund, warum Gold neue inflationsbereinigte Höhen verzeichnen sollte.

Das Argument für Gold ist nicht der Preis, sondern der Wert. Und sein Wert wird rasch offensichtlich werden, wenn Regierungen und Einzelpersonen zwischen den Ruinen unseres Finanzsystems umherwandern und etwas suchen - irgendetwas - um wertlose Papierwährungen zu ersetzen, die nichts anderes als ein Ersatz für richtiges Geld sind.


© Kelsey Williams


Der Artikel wurde am 16. Juli 2018 auf www.kelseywilliamsgold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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