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Sam Pelaez: Positionieren Sie sich für eine einmalige Chance im Gold- und Rohstoffsektor

13.08.2018  |  Mike Gleason
Mike Gleason: Ich habe heute das Vergnügen, Samuel Pelaez erstmalig als Gast bei uns begrüßen zu dürfen. Sam ist der Chief Investment Officer und Portfoliomanager von Galileo Global Equity Advisors, einer kanadischen Tochtergesellschaft von U.S. Global Investors. Er verwaltet den Growth and Income Fund, sowie die Technologie- und Blockchainfonds des Unternehmens und beschäftigt sich insbesondere auch mit dem Rohstoff- und Goldbergbausektor. Sam, willkommen und vielen Dank, dass Sie heute bei uns sind.

Samuel Pelaez: Danke Mike, ich freue mich über die Einladung.


Mike Gleason: Sie vertreten die Ansicht, dass die Rohstoffe zur Zeit extrem unterbewertet sind. Im Frühjahr hatten Sie einen Chart veröffentlicht, der den Wert des Rohstoffindex S&P GSCI im Vergleich zum breiter gefassten Aktienindex S&P 500 zeigt. Das Verhältnis zwischen den beiden Indices befindet sich in der Nähe des Allzeittiefs und seit der Veröffentlichung dieses Charts im April hat sich nicht viel geändert. Beschreiben Sie also bitte kurz die aktuelle Situation an den Rohstoffmärkten und erklären Sie, wie Sie das Potential dieses Sektors einschätzen. Im Vergleich zu den allgemeinen Märkten haben sich die Kurse in den letzten Jahren fraglos unterdurchschnittlich entwickelt.

Open in new windowSamuel Pelaez: YJa, sehr gern. Der erwähnte Chart ist wahrscheinlich mein absoluter Lieblingschart. Ich bin ein großer Befürworter von Investitionen im Rohstoff- und Ressourcensektor. Beachten Sie bitte, dass der Chart das gesamte letzte halbe Jahrhundert umfasst.

Wir haben in dieser Zeit bereits drei vergleichbare Zyklen erlebt, bzw. wird das der dritte Zyklus sein. Zweimal waren die Rohstoffe im Verhältnis zu den allgemeinen Märkten bereits ähnlich stark unterbewertet wie heute.

Das deutet darauf hin, dass wir uns an einem kritischen Zeitpunkt befinden, der uns die beste Möglichkeit für Investitionen im Rohstoffsektor bietet, die wir in den letzten 20 Jahren hatten. Die letzte Chance dieser Art gab es während dem Boom der Technologieaktien von 1995-2000. Auch damals waren die Rohstoffe gegenüber dem allgemeinen Markt extrem unterbewertet. Was ist anschließend geschehen? Es kam zur umfassenden Industrialisierung Chinas und die Rohstoffe entwickelten sich im Zuge dessen ein Jahrzehnt lang hervorragend - bis 2008 und sogar noch ein bisschen länger.

Das war also mindestens ein Jahrzehnt, in dem die Rohstoffe eine bessere Performance zeigten als der allgemeine Markt. Heute befinden wir uns wieder in einer ähnlichen Lage und das finde ich ungemein spannend. Wenn wir die kurzfristige Situation seit dem Frühjahr betrachten, stellen wir fest, dass diese in erster Linie von den Diskussionen über mögliche Handelskriege geprägt war. Die Rohstoffpreise sind gefallen und viele von ihnen sogar recht dramatisch - vor allem die Kurse der Rohstoffe, die für die Entwicklung Chinas am wichtigsten sind. Ich würde all diese Preisbewegungen in einem größeren und längerfristigen Kontext als kurzfristige Abweichungen bezeichnen.

Ich denke, dass der Chart ein sehr aussagekräftiger Indikator für die beste Investmentstrategie im nächsten Jahrzehnt ist.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir heute oder morgen den Boden im Rohstoffsektor verzeichnen, doch als verantwortungsvoller Investor empfehle ich Ihnen, einen Teil Ihrer Engagements allmählich von den allgemeinen Märkten auf die Rohstoffe zu verlagern. Die kurzfristigen Abweichungen, die wir in der letzten Zeit beobachtet haben, können zugegebenermaßen ziemlich groß sein. Der Kupferpreis ist 20% unter seine Hochs gefallen. Das Gleiche gilt für Zink. Auch der Goldkurs hat eine sehr unterdurchschnittliche Entwicklung hinter sich. Doch insgesamt denke ich, dass wir auf einen Punkt zusteuern, an dem sich diese schlechte Performance nicht länger fortsetzen kann.

Frank Holmes von U.S. Global hat in diesem Zusammenhang vor einigen Wochen einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht. Darin rät er, sich bei Anlageentscheidungen auf die Mathematik zu stützen, und zeigt in einem Chart, dass sich der Goldkurs zwei Standardabweichungen unter seinem Mittelwert befindet. Kupfer notiert derzeit 3,5 Standardabweichungen unter dem Mittelwert und statistisch gesehen ist das ein sehr deutlicher Indikator für eine baldige Erholung. Um es etwas einfacher auszudrücken: Es besteht eine 95-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich der Goldkurs in den nächsten 60 Tagen erholt. Bei Kupfer liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei etwa 99%.

Vielleicht naht also schon bald das Ende dieser vorübergehenden Underperformance, die die Rohstoffmärkten infolge des drohenden Handelskrieges zeigen. Vielleicht kann der Sektor den Aufwärtstrend fortsetzen, den wir in den ein oder eineinhalb Jahren zuvor beobachtet haben. Dieser Trend wird sich - hoffentlich - in einen langfristigen Rohstoff-Bullenmarkt verwandeln, der mindestens zehn Jahre andauert.


Mike Gleason: Unser Fokus liegt hier natürlich auf den Edelmetallen und den Goldpreis hatten Sie ja bereits erwähnt. Die Edelmetalle verhalten sich oft wie Rohstoffe, ganz besonders Silber, das ja ein wichtiges Industriemetall ist. Doch Gold und Silber sind auch monetäre Metalle. Sie können die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich ziehen, die nach einem Inflationsschutz oder einem sicheren Hafen suchen. Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten dieser beiden Metalle ein? Glauben Sie, dass die Kurse in den kommenden Monaten eine hohe Korrelation zum Rohstoffsektor aufweisen werden? Oder gehen Sie vielleicht eher von einer abweichenden Entwicklung?


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