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Ausbreitung der Krise ins globale Finanzsystem!

17.08.2018  |  Uli Pfauntsch
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Einige Investoren beginnen sich zu fragen, welches Land die nächste Katastrophe nach dem Vorbild der asiatischen Währungskrise von 1997 auslösen wird, die zunächst an der Oberfläche begrenzt schien, sich aber schon bald ins globale Finanzsystem ausbreitete. Damals lösten die abstürzenden Währungen schon bald einen veritablen Crash am Aktienmarkt aus. Der DAX verlor damals in der Spitze 40%, Gold und Rohstoffe fielen auf Mehrjahrestiefs.

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Extrem bullish für Gold!

Natürlich ist "King Dollar" aufgrund der derzeitigen Gemengelage gefragt wie selten zuvor. "Long Dollar" ist nach "Long FAANG" der meist überlaufene Trade in der Finanzwelt. Gleichzeitig erleben wir im Gold das exakte Gegenteil: Die spekulative Short-Position steigt seit neun Wochen in Folge und hat nun die höchste negative Gold-Positionierung in der Historie der COT-Daten erreicht.

Es ist interessant zu sehen, dass die jüngste Erhöhung der spekulativen Shorts um 22.000 Kontrakte lediglich zu einem 8-Dollar-Rückgang im Goldpreis führte. Dies deutet darauf hin, dass der Einfluss der Papiergold-Verkäufer am Markt deutlich abnimmt und von physischer Nachfrage von anderer Seite abgefangen wird. Ein bullishes Signal.

Darüber hinaus ist wichtig zu wissen, dass der Absturz der Schwellenland-Währungen tatsächlich bullish für Gold ist. Währungskrisen resultieren immer in höherer Inflation, was sowohl die Nachfrage in Dollar als auch Gold steigen lässt.

Doch im Gegensatz zu früheren Zeiten ist der Dollar als "Sicherer Hafen" weitaus weniger sicher. Unter Trump haben sich die USA sowohl von Verbündeten als auch ihren ausländischen Gläubigern entfremdet und somit ein Risiko für den Besitz von Dollars geschaffen. So hat etwa die russische Zentralbank ihre Bestände an Staatsanleihen über die letzten Monate nahezu komplett abgestoßen und stockt weiterhin ihre Goldbestände auf.

Darüber hinaus sagte der russische Finanzminister zuletzt, dass der US-Dollar ein "unzuverlässiges Zahlungsmittel im internationalen Handel wird" und deutete auf die Möglichkeit hin, im Öl-Handel nationale Währungen anstelle des Dollars zu verwenden.


"USA die wahre Türkei"!

Derzeit verdecken die Turbulenzen in den Schwellenland-Währungen das immense Schuldenproblem der USA. Laut Peter Schiff (Schiffgold) sind die Vereinigten Staaten in diesem Hinblick die „wahre Türkei“. Diese Entwicklung ist sehr alarmierend. Denn je schneller der Schuldenberg wächst und je mehr Zinsen die U.S. Regierung aufbringen muss, desto mehr neues Geld muss die Regierung aufnehmen, nur um die Zinsen für die Schulden zu zahlen, die man bereits aufgenommen hat.

Aufgrund der Tatsache, dass die USA schon heute mehr als eine halbe Billion Dollar allein für Zinsen aufbringen müssen und das jährliche Defizit über die kommenden Jahre auf weit über 1 Billion Dollar explodieren wird, wird das Angebot neuer Anleihe-Platzierungen durch das Schatzamt massiv ansteigen. Gleichzeitig plant bekanntlich die Fed, ihre aufgeblähte Bilanz durch den Verkauf ihrer eigenen Anleihe-Bestände zu schrumpfen.

Was glauben Sie, wird passieren, wenn abnehmende Nachfrage nach U.S. Staatsanleihen auf ein rekordhohes Angebot trifft?

Erstens, könnte die Federal Reserve die Zinsen drastisch senken, um ihren Schuldendienst zu reduzieren, was bullisch für Gold wäre, da der Anreiz für Bond-Käufe entfällt.

Zweitens, könnten die USA einen Schuldenschnitt (Default) beschließen, was das Vertrauen in den Dollar und andere Fiat-Währungen massiv erschüttern und eine Kaufpanik für Gold auslösen würde.

Drittens, könnten die USA ihre Schulden weg-inflationieren (die wahrscheinlichste Option), etwa mit Negativzinsen, weiteren Gelddruckprogrammen (QE4), bis hin zum "Helicopter Money", was ebenfalls extrem bullisch für Gold und Silber wäre.

Jede dieser Optionen wird im Wesentlichen zwei Effekte haben: Der Dollar wird heftig abwerten und Gold wird steil ansteigen, genauso wie in der Phase von 2008 bis 2011, als die Fed eingesprungen ist. Genau deshalb setzen wir weiterhin auf Gold und attraktive Goldaktien!


Fazit

Wenn die US-Regierung offiziell zugibt, dass die Inflation bereits bei 2,9% liegt und über die kommenden Quartale auf voraussichtlich 3,5% steigen wird, können Sie davon ausgehen, dass die tatsächliche Inflation wesentlich höher liegt. Wer sein Geld der US-Regierung für 10 Jahre leiht, bekommt derzeit 2,85% Rendite. Mit anderen Worten: US-Anleihen notieren bereits zu negativen Realzinsen und sind faktisch ein Verlustgeschäft! Dennoch betrachten Investoren den US-Bondmarkt als sicheren Hafen – was völlig absurd ist!

Tatsächlich könnten Dollar-Bullen schon bald eine böse Überraschung erleben. Die Trump-Regierung hat kein Interesse an einem festen Dollar, der die Bemühungen um die Strafzölle zunichtemacht, etwa durch die konsequente Abwertung des chinesischen Yuans. Und vor dem Hintergrund der sich zusammenbrauenden Währungskrise, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Fed von ihrem bisherigen Plan abrückt.

Pausiert die Fed sowohl bei ihren Zinsanhebungen, als auch Anleihe-Aufkäufen, werden die Investoren in Scharen ihre Dollar-Long-Positionen liquidieren. Dieses Szenario könnte gleichzeitig einen heftigen Short-Squeeze im Gold auslösen, ähnlich wie in 2016, als der Goldpreis binnen sechs Monaten um mehr als 300 Dollar oder 25% zulegte.

Mit anderen Worten: Dollar-Long erscheint derzeit als "idiotensicher". Doch bekanntlich sind sehr es oft die Trades, die von denen alle denken, dass die idiotensicher sind, die Menschen zum Idioten machen.


© Uli Pfauntsch
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