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Dollar-Bullen mit fataler Fehleinschätzung! Warum Gold massiv ansteigen wird!

31.08.2018  |  Uli Pfauntsch
"Handelskriege sind gut und leicht zu gewinnen". Eine Behauptung von Donald Trump, die den Dollar-Bullen sehr entgegenkommt. Sie sehen den Greenback inzwischen als einen besseren Hafen als Gold, nachdem sich der Handelskonflikt verschärft. "Der Dollar ist zum Hauptziel für Safe-Haven Investoren geworden", so Ole Hansen, Rohstoffstratege der Saxo Bank, in einer Email an Bloomberg. "Das geopolitische Risiko steigt, Anleihen und Aktien sind abverkauft worden und dennoch sinkt Gold weiter ab".

Natürlich hat es Gold extrem schwer, wenn der US-Dollar als sicherer Hafen vorgezogen wird. Mit einfachen Worten, glauben die Dollar-Bullen, dass Trump seinen Handelskrieg gewinnen wird. Die Aussicht, wonach die Importzölle das Handelsdefizit der weltgrößten Wirtschaft verkleinern, während die Fed die Zinsen erhöht, scheint eine seltene Gelegenheit geschaffen zu haben.

Die jüngste Dollar-Stärke resultiert in einem Zusammentreffen von Ereignissen, von Trumps unnachgiebiger Haltung gegenüber den Handelspartnern, bis hin zur Tatsache, dass die Fed ihr QE-Programm früher abwickelt als ihre Gegenstücke in Japan oder Europa. Und weil der größte und liquideste Bond-Markt der Welt nun höhere Zinsen als in anderen Ländern bietet, schwindet eben der Anreiz für Assets ohne Rendite, wie Gold.

So lautet zumindest die Erklärung der Mainstream-Finanzmedien. Doch in Wahrheit ist nicht die Frage, ob Gold steigt, sondern lediglich wann. Denn der „Elefant im Raum“, über den derzeit niemand spricht, ist der enorme Verschuldungsgrad der Vereinigten Staaten und zahlreichen weiteren Ländern. Der Einfachhalt halber möchte ich Ihnen am Beispiel der USA zeigen, warum es nur wenige Möglichkeiten gibt, das Schuldenproblem zu managen und warum diese wenigen verbleibenden "Lösungen" extrem bullisch für Gold und Silber sind: Der Staat hat mittlerweile einen Schuldenberg von 21,27 Billionen Dollar angehäuft.

Die Gesamtverschuldung hat kürzlich die Marke von 70 Billionen Dollar geknackt, und die ungedeckten Verpflichtungen der US-Regierung liegen nun bei über 114 Billionen Dollar. Seit 2000 ist das US-BIP um etwa 112% gestiegen, während die Staatsverschuldung um circa 325% und die Gesamtverschuldung um 168% explodierten. Es ist immer ein Problem, wenn die Verschuldung schneller steigt als die Wirtschaftsleistung. Doch im desillusionierten Washington scheint es kaum jemanden zu stören, dass man auf die größte monetäre/fiskalische Kollision der Geschichte zusteuert.


Unvermeidliche Kollision - wie die Fed antworten wird!

Denn aufgrund der Steuersenkungen von Trump, Infrastruktur-Ausgaben und weiteren Maßnahmen, um die "US-Wirtschaft anzukurbeln", weitet sich das Defizit explosionsartig aus. Im Mai erreichte das Haushaltsdefizit bereits einen Rekordwert von 532 Milliarden Dollar. Goldman Sachs erwartet, dass das Defizit auf 1.050 Milliarden Dollar in FJ 2019, 1.125 Milliarden Dollar in FJ 2020 und 1.250 Milliarden Dollar in FJ 2021 steigen wird.

Der springende Punkt: Diese Schulden kosten. Schon jetzt zahlen die Vereinigten Staaten jährlich etwa 530 Milliarden Dollar nur für Zinsen. Bei derzeit 3% (10-jährige Rendite), errechnet sich für die kommenden 12 Monate bereits eine jährliche Zinslast von circa 640 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Die gesamten Haushaltseinnahmen des deutschen Staats belaufen sich in 2018 auf 343,6 Milliarden Euro.

Diese Entwicklung ist sehr alarmierend. Denn je schneller der Schuldenberg wächst und je mehr Zinsen die U.S. Regierung aufbringen muss, desto mehr neues Geld muss die Regierung aufnehmen, nur um die Zinsen für die Schulden zu zahlen, die man bereits aufgenommen hat. Ein Teufelskreis. Ab einem gewissen Zeitpunkt wird der (freie) Markt nicht mehr in der Lage sein, Anleihe-Platzierungen in solchem Umfang aufzunehmen.

Ab diesem Zeitpunkt drohen sich die Verluste am Bond-Markt beschleunigen, bis hin zum "Yield-Shock", einem unkontrollierten Anleihe-Crash. Der US-Bond-Markt ist der größte Anleihemarkt der Welt und die Auswirkungen sollten keinesfalls unterschätzt werden: Denn jeder 1%ige Anstieg der Zinsen resultiert in einem Verlust von 2,1 Billionen Dollar in US-Staatsanleihen.

Was glauben Sie, wird passieren, wenn abnehmende Nachfrage nach U.S. Staatsanleihen auf ein rekordhohes Angebot trifft?

Erstens, könnte die Federal Reserve die Zinsen drastisch senken, um ihren Schuldendienst zu reduzieren, was bullisch für Gold wäre, da der Anreiz für Bond-Käufe entfällt.

Zweitens, könnten die USA einen Schuldenschnitt (Default) beschließen, was das Vertrauen in den Dollar und andere Fiat-Währungen massiv erschüttern und eine Kaufpanik für Gold auslösen würde.

Drittens, könnten die USA ihre Schulden weg-inflationieren (die wahrscheinlichste Option), etwa mit Negativzinsen, weiteren Gelddruckprogrammen (QE4), bis hin zum "Helicopter Money", was ebenfalls extrem bullisch für Gold und Silber wäre.

Fazit: Jeder dieser Optionen wird im Wesentlichen zwei Effekte haben: Der Dollar wird heftig abwerten und Gold wird steil ansteigen, genauso wie in der Phase von 2008 bis 2011, als die Fed eingesprungen ist. Genau deshalb setzen wir weiterhin auf Gold und attraktive Goldaktien!


Bereitmachen für Rohstoff-Superzyklus

Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass die Entwicklung des Dollars als wichtigste Währung der Welt enormen Einfluss auf sämtliche Asset-Klassen haben wird. In einem Interview mit dem US-Anlegermagazin "Barron’s" sagte auch "Bond King" Jeffrey Gundlach, dass ein "großer Rückgang im Dollar" eine seiner Ideen mit der "höchsten Überzeugung" ist.

Wir sollten diese deutliche Prognose von Gundlach nicht ignorieren. Denn Gundlach ist ein Weltklasse-Investor und zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Namen in der Finanzwelt. Als Manager der Investmentfirma DoubleLine ist er für die Verwaltung von mehr als 100 Milliarden Dollar verantwortlich.

Gundlach zählt nicht ohne Grund zur Elite an der Wall Street. Denn er besitzt das Talent, bedeutende Marktbewegungen treffsicher vorherzusagen. Selbst den Crash im Bitcoin sah Gundlach voraus. Am 13. Dezember sagte er auf CNBC: "Wenn Sie heute Bitcoin shorten, werden Sie Geld machen". Vier Tage später erreichte der Bitcoin um 20.000 Dollar sein Hoch und stürzte anschließend um 50% ab. Kurzum, es zahlt sich aus, auf Gundlach zu hören.



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