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In der nächsten Krise wird Gold nicht wie 2008 fallen

30.08.2018  |  Dr. Keith Weiner
In einem vorherigen Artikel haben wir die Spannungen zwischen den Kräften behandelt, die den Dollar auf- und abwärts bewegen (gemessen in Gold - man kann den Dollar nicht in Form seiner Derivate messen, wie in Euro, Pfund, Yen und Yuan). Und wir haben kurzen Prozess mit den Kräften gemacht, die den Dollar nach unten drücken. Wir haben nur erklärt, dass der Besitz von Dollars eine Person zu einem Gläubiger macht.

Und wenn Schuldner Gefahr laufen, in Zahlungsverzug zu geraten, dann sollten Gläubiger diesem Risiko entgehen wollen. Der Dollar ist nicht einlösbar, also gibt es keinen Weg, die Schulden, die von den Dollars repräsentiert wird, vollständig zurückgezahlt zu bekommen. Die einzige Möglichkeit, dem Kreditrisiko vollständig zu entgehen, besteht darin, das eigene Kreditpapier gegen Gold einzutauschen. Also Gold zu kaufen. Wir räumten aber auch ein, dass eine Insolvenz der Federal Reserve nicht unmittelbar bevorsteht.

Anschließend haben wir uns mit den Gründen für einen steigenden Dollar befasst. Das war ein guter Zeitpunkt, da der Dollar bis Donnerstag von 25,7 Milligramm Gold auf 26,5 Milligramm gestiegen ist (das ist ein Rückgang von 1.210 Dollar auf 1.175 Dollar für diejenigen, die darauf bestehen stählerne Zollstöcke mit Gummibändern, Leuchttürme von Bord sinkender Schiffe aus und Gold in Dollar zu messen).


Konsens der Trader

In dieser Woche saß Keith mit einem Hedge-Fonds-Trader zusammen. Der Trader sieht Gold nicht als Geld und ist an Gold nicht mehr interessiert, als an allen anderen Anlageklassen, die er handelt. Und er würde sich wahrscheinlich auch nicht als Liberalist oder Anhänger der Österreichischen Wirtschaftsschule bezeichnen. Er ist jedoch klug und äußerst gut in dem, was er tut.

Er erzählte, dass er sich vor kurzem mit einigen Kollegen getroffen hatte und sie alle das geldpolitische System besprochen hatten. Als er den gemeinsamen Konsens der Gruppe Trader beschrieb, kam Keith ein Gedanke. Darauf werden wir gleich zurückkommen.

Nach der Krise im Jahr 2008 senkten die Zentralbanken die Zinsen und ermöglichten es den Regierungen und allen anderen dadurch, noch mehr Schulden aufzunehmen. Jedoch sind diese Schulden mittlerweile ein Problem. Die erwähnten Trader sind der Ansicht, dass Gold nun fallen wird, danach weiter sinkt und wir dann auf dem besten Weg zu einer Wiederholung von 2008 sind - nur, dass es dieses Mal deutlich schlimmer sein wird.

Die nächste Krise wird eine Schuldenkrise sein, die auch Staatsschulden umfasst. Wie 2008 wird jeder Vermögenswert fallen. Gold wird zusammen mit allen anderen Kursen zurückgehen, wenn auch weniger stark. Danach wird der Goldpreis auf das 10- oder 50-Fache in die Höhe schnellen.

Dies sind keine Goldenthusiasten, die über einen Goldpreis von 12.000 Dollar bis 60.000 Dollar sprechen, sondern konventionelle Finanzmarktteilnehmer. Sie positionieren sich bereits jetzt für eine derartige Entwicklung, da sie den genauen Zeitpunkt nicht kennen.

Diese These ergibt für uns größtenteils Sinn (letzte Woche haben wir für Kräfte argumentiert, die den Dollar mittelfristig steigen lassen werden, zumindest gegenüber anderen uneinlösbaren Währungen, wenn nicht auch gegenüber Gold). Und wir glauben, dass dies in Wirklichkeit der Konsens des Mainstreams ist. Außerhalb der Goldgemeinschaft erschließen sich die Leute die kürzlichen Preistrends und sehen Rohstoffe wie Kupfer fallen. Und sie denken sich: "Genau, das wird sich für alle Rohstoffe, einschließlich Gold, fortsetzen." Doch falls es eine weitere Krise gibt, herbeigeführt durch steigende Zinsen, dann ist es am einfachsten, eine Wiederholung des letzten derartigen Ereignisses zu erwarten.


Wenn sich alle zur Steuerbordseite des Schiffes bewegen

Keiths Gedanke lautet: Wenn jeder an den Märkten dasselbe Resultat erwartet, dann ist es wahrscheinlich, dass das genaue Gegenteil eintritt. Lassen Sie uns also mehr als vier Absätze mit der Diskussion zubringen, warum es sich diesmal womöglich nicht so abspielt wie beim letzten Mal.

Warnung: Niemand weiß, wie sich irgendein Preis in Zukunft entwickeln wird - vor allem während und nach hochgradig nichtlinearen Ereignissen. Trader sind gut darin, ein Muster zu entdecken und davon zu profitieren. Sie sind nicht zwangsläufig Experten darin, eine Diskontinuität vorherzusehen, die zu einem neuen Muster führt. Wir behaupten nicht, dass wir den genauen Zeitpunkt der nächsten Krise oder die Richtung der Preisentwicklungen kennen (obwohl vieles daraufhin deutet, dass die Krise wohl eher früher als später kommen wird).

In einer Bankenkrise fallen die Preise der Vermögenswerte weil plötzlich alle verzweifelt auf Liquidität aus sind. Jeder möchte die Währung zu fassen bekommen, in der die eigenen Schulden ausgezeichnet sind. Man möchte seine Immobilien oder sein Gold vielleicht nicht verkaufen, hat aber keine andere Wahl. Dieses Problem widerfährt vor allem denjenigen, die ihre Investments über Kredite finanziert haben und findet im Verhältnis zum jeweiligen Ausmaß der Leverage statt.



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