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Chinas "Kreditfalle"

06.11.2018  |  Vertrauliche Mitteilungen
Zur Umsetzung seiner Vision einer "neuen Seidenstraße" (die als Konglomerat verschiedener Verkehrswege zu sehen ist) ist China bestrebt, die wichtigsten Wegpunkte unter seine Kontrolle zu bringen.

Dabei geht man nicht zimperlich vor, wie das Beispiel der Insel Sri Lanka (ehemals Ceylon) zeigt. Über Jahre freute sich dessen Regierung in Colombo über von Peking großzügig finanzierte Autobahnen, Eisenbahnlinien und Häfen.

Als fast alles gebaut und Milliarden ausgegeben waren, stellte Peking aber entsprechende Zinsforderungen, denen Colombo selbst unter Verkauf großer Teile seines Tafelsilbers nicht nachkommen konnte.

Man einigte sich schließlich auf die Verpachtung eines mit chinesischem Geld gebauten, großdimensionierten Containerhafens an Peking für 99 Jahre. Der Pachtzins ist vergleichsweise geringfügig und wird wegen der sofortigen Verrechnung mit entsprechenden Zinsforderungen niemals die Staatskasse Sri Lankas erreichen.

Eine ähnliche "Umarmung" befürchtete man gerade noch rechtzeitig in Malaysia, wo mit chinesischen Krediten über annähernd 20 Mrd. € eine Eisenbahntransversale gebaut werden sollte. Der neue malaysische Präsident Mahathir bin Mohamad verfügte hier nun einen vorläufigen Baustopp, um sein Land nicht noch weiter in die Schuldenfalle sinken zu lassen.

China orientierte sich daraufhin in Richtung Pakistan, wo nun eine bereits bestehende Eisenbahn-Querverbindung mit Milliardenaufwand ausgebaut werden sollte. Nachdem die ersten Kredite geflossen waren, reduzierte der neu gewählte Premierminister Pakistans, Imran Khan, die von seinem Land dafür vorgesehenen Mittel immer drastischer.

Pakistan sei ein armes Land und könne sich nicht mehr leisten, hieß es offiziell zur Begründung. Tatsächlich möchte Khan Pakistan nicht in die Kreditfalle stolpern lassen, die Sri Lanka zum Verhängnis wurde. Im engsten Kreis zeigt Khan jedenfalls keine Bereitschaft, zum Vasallen oder Ausführungsgehilfen Pekings instrumentalisiert zu werden.

China trifft dieser Sinneswandel in Pakistan relativ hart, weil dort bereits rund 50 Mrd. € in Infrastrukturbauten investiert oder fest zugesagt wurden. Strittig geworden ist dabei nun auch der Ausbau des Hafens von Gwadar, der als für den Seidenstraßen-Zugang zum Indischen Ozean überaus wichtig gilt.

Und selbst die bereits an Pakistan geflossenen Kredite taugen kaum mehr als Druckmittel, seit Khan den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe gebeten hat. Mit China und dem IWF werden nun zwei als nicht gerade zart besaitete Kreditgeber um die Vorherrschaft in Pakistan ringen, wobei das Land selbst hofft, der lachende Dritte sein zu können.

Gleichwohl bleibt die Lage in Pakistan ernst. Die Staatsverschuldung ist drastisch gestiegen, der Schulden dienst drückt auf das Land. Die Regierung unter Khan muß nun sparen und dabei gleichzeitig eine Bevölkerungsmehrheit hinter sich versammeln, weil sie nur so der grassierenden Korruption Herr werden kann, was Kenner des Landes bereits als eine "Herkulesaufgabe" bezeichneten.


© Vertrauliche Mitteilungen

Auszug aus dem Infoblatt Vertrauliche Mitteilungen - aus Politik, Wirtschaft und Geldanlage, Nr. 4310



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