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David Smith: Der offene Ablauf von Liebes-, Angst- und Inflations-Trade wird die heutigen Metallpreise als Schnäppchen erscheinen lassen

25.10.2018  |  Mike Gleason
Mike Gleason: Es ist mir nun ein Privileg, David Smith, Analyst von The Morgan Report und regelmäßiger Kolumnist bei MoneyMetals.com, begrüßten zu dürfen. David, es ist lange her. Wie geht es Ihnen?

David Smith: Mir geht es sehr gut. Es ist eine Weile her, seit wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben, Mike, und ich freue mich, erneut mit Ihnen sprechen zu dürfen.


Mike Gleason: Nun, David, die Volatilität an den Aktienmärkten dominiert seit einigen Tagen und Wochen die Finanzmedien. Viele Metallinvestoren fragen sich, wann es zur nächsten großen Aktienkurskorrektur kommen wird. Darauf warten sie nun schon einige Jahre. Es gab einige wesentliche Ausverkäufe und jedes Mal fragen wir uns, ob die Bären wohl am längeren Hebel sitzen. Doch die Märkte scheinen sich schnell zu erholen. Was halten Sie von der jüngsten Entwicklung am Aktienmarkt? Befinden sich die Aktienmärkte in echten Schwierigkeiten oder ist das nur ein weiteres Hindernis?

Open in new windowDavid Smith: Ich pflichte hier Steve Sjuggerud von Stansberry Research bei, der sich - besser als jeder andere - äußerst klar artikuliert hat. Und seinem Ansatz nach werde ich handeln, auch wenn ich den Großteil meines Investments im Rohstoffsektor habe. Aber seine Ansicht ist, dass wir ein deutlich höheres Hoch sehen werden, bevor dieser lange Bullenmarkt zu Ende geht. Und auch wenn es viel Volatilität geben wird, so können wir von hier aus über die nächsten Wochen hinweg deutlich niedrigere Preise erwarten.

Aber irgendwann wird es einen Boden geben und dann können wir uns auf neue rekordhohe Preise im Dow, dem S&P und den drei Q´s gefasst machen. Und das wird uns dann zu einem Moment wie 2000 führen, während dem die Spekulationen heißlaufen und alle Leute in Schwung kommen, weil sie nichts verpassen möchten. Und dann verzeichnen wir an irgendeinem Punkt ein Bullenmarkthoch, vielleicht irgendwann im nächsten Jahr. Vielleicht 2020, aber es ist sehr wahrscheinlich, denke ich, dass dies nächstes Jahr eintreten wird.

Es wird ein Markthoch geben, das einige Jahre halten wird, vielleicht ein Jahrzehnt. Dann werden einige Jahre unterdurchschnittlicher Leistung folgen, wie nach 2000, als die Märkte 8 bis 10 Jahre lang um mehrere Prozentpunkte zurückgingen. Und das wird sich auf die Zeit, Konten und alles andere auswirken. Aber bevor wir diesen Punkt erreichen, wird es ein Blow-Off Top geben. Und ist kühn genug, um einzusteigen und dann nach einiger Zeit wieder auszusteigen, dann kann man durchaus eine Menge Geld machen, während wir uns auf neue Rekordhochs zubewegen. Das ist also die Perspektive, der ich in Sachen allgemeine Marktbedingungen beipflichte.


Mike Gleason: Ich wollte Sie ebenfalls nach Ihrer Meinung darüber fragen, was wir in den kommenden Monaten von der Fed erwarten können. Aktuell sah sie sich mit einer Menge Kritik konfrontiert, vor allem vom Präsidenten. Wir wissen, dass die Zentralbank unserer Nation alles andere als altruistisch oder unabhängig ist, aber wir wissen nicht, ob die Offiziellen unter dem Druck nachgeben werden, der sich an mehreren Fronten zusammenbraut. Es sieht so aus, als würden die nächsten Zinserhöhungen schwerer zu bewerkstelligen sein als die letzten.

Die Märkte sind bereit zur Rebellion und das mag nicht gut für den Arbeitsplatz von Jerome Powell sein. Es gibt ein weiteres Argument, das besagt, dass die Fed ein integraler Teil des Deep State ist. Und sollte Trump wahrhaftig mit dem Deep State auf Kriegsfuß stehen, dann besteht die Möglichkeit, dass die dortigen Offiziellen endlich dazu gewillt sind, die Märkte korrigieren zu lassen und versuchen könnten, dem Präsidenten die Schuld zuzuschieben.

Also wären wir nicht schockiert darüber, dass die Fed bald mit ihren Zinssteigerungen kapituliert und versuchen wird, die Märkte am Laufen zu halten. Noch wären wir überrascht darüber, wenn die Offiziellen den Kurs straffen. Wie würden Sie die Richtung einschätzen, in die sich die Fed bewegt?


David Smith: Ich denke, dass all die genannten Faktoren, Elemente in einer Mixtur sind, die in vielerlei Hinsicht Ähnlichkeit zu einer toxischen Brühe besitzt. Denn die Fed hat die Zinsen im letzten Jahrzehnt bis zu einem Punkt fallen lassen, der - in einigen Fällen - beinahe einem negativen Zinssatz entsprach. Nun entleeren sie also sozusagen die Bowlenschüssel und entziehen Geld auf monatlicher Basis.

Und das bedeutet, dass es weniger Geld gibt, das für Investitionen, Spekulation und derartiges sowie für Hypotheken zu 1% oder 2% ausgegeben wird; und diese befinden sich nun bei 4% oder 5%. Ich denke, dass dieser monatliche Geldabfluss der Fed eine indirekte Funktion steigender Zinsen ist. Denn definitionsgemäß gibt es weniger Geld zum Verleihen. All diese Dinge werden Verzerrungen und Verstrickungen verursachen.


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